Lauschangriffe – technische Aufrüstung auf beiden Seiten

Wie Experten bei Industriespionage vorgehen

| Autor / Redakteur: Dr. Sabine Gladkov / Stephan Augsten

Detektiv Jochen Meismann von der Detektei A Plus ist darauf spezialisiert, Industriespione zu enttarnen.
Detektiv Jochen Meismann von der Detektei A Plus ist darauf spezialisiert, Industriespione zu enttarnen. (Bild: Detektei A Plus)

In Unternehmen gibt es zahllose Wege, Abhörvorrichtungen in sensiblen Bereichen zu platzieren: Die Technik wird immer kleiner, kostengünstiger und leistungsfähiger. Wanzen-Suchgeräte aus dem Technik-Shop helfen in der Regel nicht. Worauf Firmenchefs achten sollten und wann sie handeln müssen, erklärt Jochen Meismann von der Detektei A Plus.

Wanzen in den Telefonen, Minikameras in den Büros, Peilsender oder GPS-Tracker unter Firmenfahrzeugen – gerade mittelständische Firmen geraten oft ins Visier von Spähangriffen. Aber viele Betroffene argwöhnen erst, dass sie ein Opfer von Wirtschaftsspionage geworden sind, wenn sie die Folgen bereits spüren.

„Wirksame Abhörtechnik wird seit Jahren immer kleiner, kann fast ohne technisches Wissen eingesetzt sowie einfach und für kleines Geld beschafft werden – entsprechend nehmen die Risiken zu“, betont Jochen Meismann, der seit über 30 Jahren erfolgreich als Detektiv tätig ist. 1995 gründete er die Detektei A Plus – ein bundesweit operierendes Unternehmen mit Spezialisierung auf gerichtsverwertbare Observationen und Ermittlungen.

Als spezialisierter Dienstleister weiß Meismann, dass Datenklau ist in der deutschen Wirtschaft heutzutage praktisch an der Tagesordnung ist – und er geschieht auf unterschiedlichen Wegen: In manchen Fällen hacken sich Datendiebe in interne IT-Systeme oder bringen Mitarbeiter dazu, ihnen vertrauliche Informationen zu verschaffen.

Oft zapfen sie aber auch die Telefone der Firma an und installieren Mikrofone in den Geschäftsräumen. Nicht selten werden unauffällige „Service-Kräfte“ ins Unternehmen geschickt – ein Techniker, der im Auftrag der Hausverwaltung die Brandmelder überprüfen soll, oder eine neue Putzfrau der Gebäudereinigungsfirma, die an einem anderen Tag für eine erkrankte Kollegin einspringt.

„Hier sollten Empfangsmitarbeiter und Unternehmensführung hellhörig werden und unbedingt die Herkunft der ungebetenen Besucher überprüfen“, rät der Lauschabwehr-Experte. Eine weitere unauffällige Variante für die Platzierung leistungsstarker Abhörtechnik ist ein fingierter Einbruch: Stellt sich heraus, dass die Täter nichts Wertvolles gestohlen haben, atmen Betroffene in der Regel auf.

Das ist fatal, denn nicht selten wird der Einbruch nur fingiert, um in Wahrheit Wanzen oder Kameras im Betrieb zu installieren und vom Zweck des ungesetzlichen „Besuches“ abzulenken. „Nach einem solchen Vorfall sollte der Unternehmer einen Datensicherheits-Experten zu Rate ziehen“, empfiehlt Jochen Meismann nachdrücklich. „Idealerweise durchsucht dieser dann die Geschäftsräume gründlich nach Abhörtechnik.“

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