Internetbrowser und Suchmaschinen sind die Tore, die uns Zugang zu der schier endlosen Masse an Informationen im Internet ermöglichen. Doch diese Tore verlangen einen erheblichen Wegezoll: die Nutzung und Preisgabe von persönlichen Daten. Vielen Nutzern ist der Umfang der Datenerhebung und -nutzung nicht bewusst. Es wird Zeit, dass Nutzer wieder die Kontrolle über ihre Daten zurückbekommen.
Angesichts der immensen Datenmengen, die Online gesammelt werden und der Komplexität moderner digitaler Systeme, brauchen Nutzer dringend neue Lösungen, die persönliche Daten schützen.
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Internetnutzer sind Gewohnheitstiere. Sie nutzen den Browser und die Suchmaschine, mit denen sie am meisten vertraut sind und wechseln eher selten. Google, das Unternehmen hinter der weltweit am meisten genutzten Suchmaschine und dem weltweit am meisten genutzten Internetbrowser, ist das bewusst. Beide Lösungen sind berüchtigt für ihre umfangreichen Datenerfassungspraktiken. Vom Suchverlauf über Standortdaten bis hin zu Geräteinformationen und Nutzerverhalten sammelt Google eine Vielzahl von Informationen über seine Nutzer. Während diese Daten in erster Linie für gezielte Werbezwecke verwendet werden, wächst das Wissen von Google über seine Nutzer stetig – teils auf ein erschreckendes Niveau.
Wie wir getrackt werden
Suchmaschinen und Internetbrowser tracken Benutzer mit einer Vielzahl fortschrittlicher Methoden, darunter Cookies, Geräte-Fingerprinting und IP-Adressen. Cookies sind kleine Dateien, die auf dem Gerät eines Benutzers gespeichert werden und Informationen über seinen Browserverlauf und seine Präferenzen enthalten. Dabei kann es sich um Erstanbieter handeln, der von der Website festgelegt wird, die der Benutzer besucht, oder um Drittanbieter, die von einer anderen Website festgelegt werden. Cookies von Drittanbietern können verwendet werden, um Benutzer über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen und können schwer zu blockieren sein. Websites können auch Daten auf dem Gerät des Nutzers speichern, mit denen sie auch dann verfolgt werden können, wenn Cookies blockiert werden.
Device Fingerprinting ist eine ausgeklügelte Technik, bei der Informationen über das Gerät eines Nutzers gesammelt werden, z. B. Browsertyp und -version, Betriebssystem, Bildschirmauflösung, Zeitzone und Plugins. Diese Informationen werden verwendet, um ein eindeutiges Profil des Benutzers zu erstellen, mit dem er über verschiedene Websites hinweg verfolgt werden kann, auch wenn er seine Cookies löscht oder unterschiedliche Browser verwendet.
IP-Adressen sind eindeutige Identifikatoren, die Geräten von Internetdienstanbietern (ISPs) zugewiesen werden. Sie geben Auskunft über den geografischen Standort und den Internetdienstanbieter eines Benutzers. Websites können diese Informationen verwenden, um standortspezifische Inhalte und Werbung bereitzustellen. IP-Adressen können jedoch auch verwendet werden, um Benutzer über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen und ihre Online-Aktivitäten mit ihrer realen Identität zu verknüpfen. Mit ihrer Hilfe kann man den ungefähren Standort des Benutzers wie Stadt und Postleitzahl bestimmen, den Internetdienstanbieter des Benutzers identifizieren und die Internetaktivität innerhalb einer Sitzung protokollieren. Mit dem neuen Gesetzesvorschlag gegen Hassrede im Internet könnten Plattformbetreiber in Deutschland verpflichtet werden, IP-Adressen von Hasskonten offenzulegen.
Es gibt zwar Möglichkeiten, wie Internetnutzer diesen Tracking-Methoden entgegenwirken können, vom Herunterladen von Browsererweiterungen, die Fingerabdrücke verhindern, bis hin zur Verwendung eines VPN- oder Proxy-Servers zur Maskierung ihrer IP-Adresse, aber dies sind zusätzliche Schritte, die Nutzer unternehmen müssen, um ein sicheres Online-Erlebnis zu gewährleisten.
Nutzer haben die Kontrolle über ihre Daten verloren
Laut einer Umfrage des Pew Research Center geben etwa sechs von zehn Erwachsenen in den USA an, dass sie nicht glauben, dass es möglich sei, durch das tägliche Leben zu gehen, ohne dass Daten von Unternehmen oder der Regierung über sie gesammelt werden. Dieser Mangel an Kontrolle ist ein großes Problem für Nutzer, die ihre Privatsphäre schützen und verhindern möchten, dass ihre Daten missbraucht werden.
Die Menge an Daten, die von Unternehmen gesammelt werden, ist atemberaubend. Zum Beispiel sammelt Google fast 40 Datenpunkte pro Nutzer, darunter Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, gespeicherte Dokumente, YouTube-Kommentare und mehr. In ähnlicher Weise sammelt Facebook Berichten zufolge mehr als 14 Kategorien von Informationen über jeden Benutzer, einschließlich Daten zu seinen Interessen, Beziehungen und sogar Bewegungsdaten.
Da die Digitalisierung immer mehr Aspekte des Lebens erreicht, wie z. B. Autos und Haushaltsgeräte sowie Heimelektronik, kommen immer mehr Möglichkeiten hinzu, sich mit dem Internet zu verbinden. Dadurch werden immer mehr Daten generiert und auch gesammelt. Diese schiere Datenmenge umfasst nicht nur persönliche Informationen wie Namen und Adressen, sondern eventuell auch sensible Informationen wie Gesundheitsdaten und Finanzinformationen. Dies wird es in Zukunft für Verbraucher noch schwerer machen, den Überblick darüber zu behalten, wer Zugriff auf ihre Informationen und in welcher Tiefe hat und wie diese verwendet werden.
Stand: 08.12.2025
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Aber das Problem geht über Big Tech und ihre schlechten Praktiken hinaus. Denn Nutzer haben nicht viele Möglichkeiten.
Eine der Hauptlücken auf dem Markt für private Suchmaschinen und Browser ist die Verfügbarkeit wirklich privater Optionen, die Surf- und Sucherlebnisse bieten, die mit Google vergleichbar sind.
Benutzer, die auf ihrem eigenen Gerät bleiben
Schlussendlich sind das Sammeln und Teilen von Daten durch Big Tech und private Unternehmen heute die Norm. Die Verantwortung für den Schutz personenbezogener Daten liegt daher einzig und allein beim Nutzer.
Angesichts der immensen Datenmengen, die gesammelt werden, und der Komplexität moderner digitaler Systeme kann es für den durchschnittlichen Benutzer jedoch schwierig sein, zu wissen, wo er anfangen soll. Es gibt zwar einige grundlegende Schritte, die Nutzer unternehmen können, wie z. B. die Verwendung sicherer Passwörter und die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung, aber diese Maßnahmen verhindern maximal die Spitze des Eisbergs.
Der nächste Schritt besteht darin, eine Technologie zu entwickeln, die es den Menschen ermöglicht, zu verstehen, wie ihre Daten verwendet werden. Sie muss Nutzern zudem die Möglichkeit geben, Maßnahmen zum Schutz ihrer eigenen Daten zu ergreifen.
Wir können in alle technologischen Innovationen der Welt investieren, aber wir müssen Nutzer auch in die Lage versetzen, diese sicher zu nutzen. Sonst werden die Probleme und die ausufernde Datennutzung bestehen bleiben. Datenschutz und Online-Sicherheit werden oft als Makrothemen angesehen, aber Daten sind im Kern sehr persönlich.
Indem sie den Nutzern die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zurückgeben, können zukunftsorientierte Internetunternehmen eine Schlüsselrolle in einer Zukunft mit mehr Bewusstsein für die Sicherheit persönlicher Daten spielen.
Über den Autor: Michael Levit ist Mitbegründer und CEO von Tempest.