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IPv6-sichere Spam-Filterung
Angesichts dieser Problematiken sollten Unternehmen schon jetzt überprüfen, wie IPv6-konform ihre Spam-Filterung ist. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich die Frage, ob die Absender-IP-Adresse eine Rolle bei der Spam-Erkennung spielt und wie groß diese Rolle ist.
In jedem Fall sollte beachtet werden, dass auch IPv6-konforme Blacklists den zu erwartenden deutlichen Anstieg der Datenmenge möglicherweise nicht bewältigen könnten. Auch wenn Blacklists lediglich zur Vorfilterung eingesetzt werden, könnte dies bei einem Ausfall zu einem erheblichen Problem werden, da in diesem Fall möglicherweise das zu prüfende E-Mail-Volumen den eigentlichen Spam-Filter überfordert.
Massenversand-Prüfung
Wer nach einer IPv6-sicheren Alternative sucht, sollte daher ein Verfahren wählen, das nicht auf die Erkennung der IP-Adresse angewiesen ist und False Positives weitgehend ausschließt. Zudem sollte das Verfahren performant und ressourcenschonend genug sein, um keiner Vorfilterung zu bedürfen.
Ein Beispiel für ein solches Verfahren bietet der Berliner E-Mail-Sicherheitsanbieter Eleven mit seiner auf dem Bulkcheck-Verfahren basierenden Technologie. Dieses prüft E-Mails auf die zentrale Eigenschaft jeder Spam-E-Mail: ihren Versand als Massen-E-Mail.
Dabei wird von jeder E-Mail ein Fingerprint gebildet. Über eine zentrale Datenbank lässt sich abgleichen, ob dieser Fingerabdruck zu einer massenhaft versandten E-Mail gehört und damit möglicherweise Spam ist. Vor dem Hintergrund der IPv6-Einführung hat ein solches Verfahren eine Reihe von Vorteilen:
Zum einen ist die IP-Adresse des Absenders irrelevant und die Zuverlässigkeit der Spam-Erkennung daher von der Umstellung unberührt.
Zweitens ist das Verfahren hochperformant, da es nur einen Fingerprint von wenigen Bytes Größe bildet und abgleicht, und erfordert damit keine Vorfilterung.
Drittens kann es ohne zusätzliche Filter eingesetzt werden, da das Massen-E-Mail-Kriterium die Fehlkategorisierung individueller E-Mails als Spam verfahrensbedingt ausschließt.
Auch wenn einige Experten mit der Umstellung auf IPv6 bereits das Ende der Spam-Filterung voraussehen und erwarten, dass E-Mail-Nutzer der Spam-Flut zukünftig schutzlos ausgeliefert sind: Die Sicherung der E-Mail-Kommunikation wird auch mit IPv6 möglich sein. Allerdings sollten vor allem Unternehmen schon heute darauf achten, ob ihr Spam-Filter in der Lage sein wird, diese Veränderung zu bewältigen.
Inhalt
- Seite 1: IPv6 und inhaltsbasierte Spam-Filter
- Seite 2: Auslaufmodell Blacklist?
- Seite 3: IPv6-sichere Spam-Filterung
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