Grundlagen der Magnetbandtechnologie und Magnetbandformate

Wieviel Atomkraft bräuchte eine archivierende Festplattentechnik?

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Aus der Geschichte lernen

Wie der Name schon andeutet sollte LTO als offener Standard dem Quantum-proprietären DLT von Anfang an Konkurrenz machen und ein entsprechendes Gegengewicht darstellen. Initiatoren von LTO und die sogenannten „Technology Provider Companies“ waren HP, Seagate und IBM.

Alle drei Firmen stellten in gleichem Masse Entwicklungsressourcen zur Verfügung, um die Entwicklung des LTO Formats sicherzstellen. Zuerst wurden alle vorhandenen Tape-Aufzeichnungsverfahren auf ihre Plus- und Minus-Punkte untersucht.

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Das Ziel war, im neuen LTO Standard aus den „Nachteilen“ der installierten Technik zu vermeiden und nur die Pluspunkte und technischen Vorteile in den neuen Standard einzuarbeiten.

Eight generations to come

Schon das erste Ergebnis war zufriedenstellend. Eine sehr performante und nur mit wenigen Kompatibilitätsfehlern behaftete Tape-Technik, die es erlaubte, dass Cartridges von Fremdanbietern auf jedem LTO-Laufwerk verarbeitet werden konnten.

Fast zwei Jahre Vorlauf (1997 bis 1999) waren nötig, die Spezifikationen von LTO zu erarbeiten und festzulegen. Aktuell sind von der damaligen Roadmap bereits fünf Generationen abgearbeitet, in den voraussichtlich nächsten zehn Jahren werden drei weiter Generationen folgen.

Wer die Technik der LTO-Produkte nutzen will, muss dem LTO-Konsortium Lizenzgebühren bezahlen (ganz so wie es bei DLT in den 90er Jahren der Fall war).

Der schnelle Restore interessierte keinen

Eigentlich war LTO als zweiteiliger Standard mit den Subformaten Ultrium und Accelis gedacht. Dabei sollte sich Ultrium für das hochkapazitive performante Backup der Daten verantwortlich zeichnen, Accelis war als Archivierungsformat mit schnellem Zugriff auf die Daten gedacht.

Letzteres kam nie zum Tragen, während Ultrium sich eines regen Zuspruchs erfreut und inzwischen auf dem Open System Markt über 90 Prozent an Marktanteil inne hat. LTO arbeitet weitgehend mit altbewährter linearer Halbzoll-Technik, die insgesamt und mit einigen herstellerspezifischen Verbesserungen und Weiterentwicklungen aufgewertet wurde.

Innerhalb von 10 Jahren (von 2000 bis 2010) wurden fünf Laufwerks- und Kassettengenerationen verfügbar. Die aktuelle Generation 5 von LTO bietet eine native Kassettenkapazität von 1.5 Terabyte bei einer Transferrate von 140 MByte/s.

Rückwärtsgewandte Kapazitätsverdopplung

Im Jahr 2003, als der Wildwuchs an Bandtechnologien seinen Höhepunkt erreichte, war bereits abzusehen, dass langfristig die LTO-Technologie als standardisierte Technologie das Rennen machen wird. Keine andere Technologie bot zu diesem Zeitpunkt vergleichbare Kapazitäten und entsprechend hohe Datenraten.

LTO bot und bietet bis heute von Generation zu Generation fast immer eine Verdopplung der Kapazität. Dies konnte deswegen realisiert werden, weil mit LTO ein zeitgesteuertes Spurnachführungssystem eingeführt wurde, das eine extreme Feinführung der Schreib-/Leseköpfe auf dem Spurset ermöglicht und bis heute aktive Verwendung findet.

Die erste LTO Kassette fasste 100 GByte und heute bietet LTO in der fünften Generation auf der Kassette eine Kapazität von 1.5 TByte. Das bedeutet, dass sich die Speicherkapazität im Vergleich zur ersten LTO Generation um den Faktor 15 erhöht hat und eine grosse technologische Leistung wiederspiegelt.

Das Gleiche gilt für die Datenrate: Während die erste Generation noch mit 15 MByte/s arbeitete, erreicht heute LTO-5 native 140 MByte/s, eine Steigerung um fast Faktor 10.

weiter mit: Eher floppt die Festplatte als das Tape

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