Grundlagen der Magnetbandtechnologie und Magnetbandformate

Wieviel Atomkraft bräuchte eine archivierende Festplattentechnik?

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Meilensteine der Archivierung und Sicherheit

  • Mit LTO 3 wurde neben den überschreibbaren KassettenWORM-Kassetten (Write Once Read Many) eingeführt. Diese Kassetten können einmal beschrieben, aber nicht mehr überschrieben oder gelöscht werden.
  • Mit LTO 4 wurde Verschlüsselungstechnik auf Tape eingeführt, denn auf Bandkassetten als beweglicher Datenträger sollten aus Sicherheitsgründen die Daten in verschlüsselter Form gespeichert werden (Encryption).
  • Mit LTO 5 kam die Partitionmöglichkeit von LTO-5 Bändern und die Möglichkeit, mit einem Tape Filesystem, dem LTFS (Long Term File System) zu arbeiten.

Wird das Tape geladen, verhält es sich wie ein USB-Stick mit eigenem Directory, ohne dass Backup-Applikationen erforderlich sind, um das Tape zu bearbeiten. Tape könnte damit in der Zukunft für Plattenemulationen und für Anwendungen eingesetzt werden, die mit Metadaten die tatsächlichen Daten referenzieren.

Solche ersten Anwendungen finden sich bereits in der Filmindustrie. Damit kann die Tape-Technologie auch noch ganz andere Anwendungsfelder erobern.

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Doppelt verbunden

LTO-5 Laufwerke haben im Vergleich zu den zurückliegenden LTO-Generationen „Dual Ported“ 8 Gbit/s Fibre Channel Anschlüsse oder „Dual Ported“ 6 Gbit/s SAS Anschlüsse, die eine einfache und redundante Einbindung der Laufwerke in eine SAN-Infrastruktur erlauben und damit höchste Verfügbarkeit der Laufwerksanbindung mit entsprechenden Device-Treibern sicherstellen.

LTO-5 Laufwerke können LTO-4 Kassetten Schreib- und Lesetechnisch verarbeiten und noch LTO-3 Kassetten auslesen und entsprechen damit den im ECMA-Standard festgelegten Rückwärtskompatibilitätsmodus.

Die im Standard offiziell eingebrachte Entwicklungs-Roadmap wurde mit der LTO-5 Ankündigung um zwei weitere Generationen (LTO-7 und LTO-8) erweitert, sodass für den Endbenutzer eine gute Planungssicherheit besteht.

Die neue Rolle von Tape

Während im Backup Umfeld immer häufiger Plattensysteme in Form von virtuellen Tape Libraries eingesetzt werden, verändert sich die Rolle von Tape vom Backup in Richtung Archivierung.

Tape ist für die Langzeitarchivierung im Vergleich zu allen anderen Technologien am besten geeignet, was Haltbarkeit und Lagerfähigkeit betrifft und Tape benötigt keinen Strom, wenn die Kassette einmal beschrieben ist.

Würde man heute weltweit alle noch in der Produktion befindlichen Bandkassetten auf Plattensysteme umstellen wollen, müssten über 40 grosse Kernkraftwerke mit einer Leistung von mindestens 1200 MegaWatt gebaut werden, um den Strom für diese Plattensysteme zu liefern.

Solche Ansinnen sind schlichtweg nicht realisierbar, sondern blanker Unsinn! Trotzdem gibt es vereinzelt Fachleute, die ein solches Ansinnen fördern und Glauben machen wollen, dass Tape tot ist.

Hell leuchtende Zukunft

Tape wird in der Langzeitarchivierung eine immer grösser werdende Rolle spielen. Zum einen werden sich die Kassettenkapazitäten durch die GMR-Technologie in den nächsten Jahren sprunghaft nach oben entwickeln und grosse Bandkapazitäten zur Verfügung stellen.

Zum anderen benötigt eine Bandkassette, wenn sie einmal beschrieben ist, keinen Strom. Auch die Haltbarkeit von Bandkassetten hat sich in den letzten Jahren nachweislich auf 30 Jahre und mehr weiterentwickelt, ohne dass grosse Impulsverluste auftreten.

Tape ist also ein ideales Medium im zukünftigen Archivierungsumfeld, wo riesige Kapazitäten in den nächsten Jahren gefordert werden. Ausschliesslich Tape hat als Technologie das Zeug dazu und ich persönlich sehe der nächsten Tape-Renaissance mit großer Gelassenheit entgegen. Für mich ist Tape nicht totzukriegen.

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