MagentaTV 324 Millionen Einträge von Telekom-Kunden geleakt

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Dickes Datenleck bei MagentaTV: 324 Millionen Log-Einträge mit IP- und MAC-Adressen, Kunden-IDs und Session-Daten waren monatelang offen im Netz. Kunden sollten nun wachsam vor Phishing und anderen Cyber­an­griffen sein.

Eine ungeschützte Datenbank des MagentaTV-Streamingdienstes mit 324 Millionen Log-Einträgen stand monatelang offen im Netz und enthielt sensible Metadaten – betroffen sein könnten bis zu 4,4 Millionen Kunden.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Eine ungeschützte Datenbank des MagentaTV-Streamingdienstes mit 324 Millionen Log-Einträgen stand monatelang offen im Netz und enthielt sensible Metadaten – betroffen sein könnten bis zu 4,4 Millionen Kunden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Dem Newsportal Cybernews zufolge gab es bei MagentaTV, der Streaming-Plattform der Deut­schen Telekom, ein gigantisches Datenleck. Die Forensiker hätten Hinweise darauf ge­funden, dass unter anderem IP- und MAC-Adressen der Kunden mehrere Monate lang offen im Netz waren. Dieses Datenleck hätten sie am 18. Juni 2025 über eine ungeschützte Elasticsearch-Instanz entdeckt. Gehostet worden sei diese von Serverside.ai.

Laut den Untersuchungsergebnissen von Cybernews sei es möglich, dass die ungeschützt Instanz schon seit Anfang Februar öffentlich zugänglich gewesen sei. Serverside.ai gehört zum deutschen Unternehmen Nowtilus, das seit 2022 mehrheitlich zum französischen Adtech-Unternehmen Equativ gehört und auf serverseitige dynamische Werbeeinspielung in Videostreams spezialisiert ist. Nachdem die Analysten den Sicherheitsvorfall an das Unternehmen gemeldet hatte, habe dieses die offene Instanz am 22. Juli 2025 offline genommen. Eine Stellungnahme der Telekom gibt es bisher nicht.

Risiko für Telekom-Kunden

Ein Großteil der gefundenen Informationen sei als nicht sensibel eingestuft worden. Dennoch bergen einige Daten die Gefahr für Cyberangriffe. Denn einige der geleakten Logs hätten die HTTP-Header von MagentaTV-Kunden enthalten. Dies sind die Metadaten, die bei jeder Anfrage und Antwort zwischen Client und Server übertragen werden. Im Falle des Datenlecks bei der Telekom habe die offengelegte Instanz über 324 Millionen Log-Einträge mit insgesamt 729 Gigabyte an Daten enthalten. Pro Tag hätte die Instanz zwischen vier und 18 neue Log-Einträge erhalten. Darunter seien auch Nutzerdaten wie IP-Adressen, MAC-Adressen, Session-IDs, Kunden-IDs und User Agents gewesen.

Gelangen diese Informationen in die falschen Hände, besteht die Gefahr von Cyberangriffen, zum Beispiel in Form von Session Hijacking. Mithilfe gültiger Session-IDs können sich Angreifer unter bestimmten Bedingungen ohne Passworteingabe unautorisierten Zugriff auf Benut­zer­konten verschaffen. Außerdem können Cyberkriminelle durch die Kombination von IP- und MAC-Adressen mit Kunden-IDs personalisierte Angriffe oder gezielte Phishing-Kampagnen starten. Obwohl für den Missbrauch der Daten ein erhöhter Aufwand nötig sei, sollten MagentaTV-Kunden wachsam bleiben.

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