Phishing und Betrug

Akutes Risiko durch CEO Fraud

| Redakteur: Peter Schmitz

Unternehmen sind derzeit akut dem Risiko ausgesetzt, Opfer eines CEO-Fraud zu werden. Davor warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Unternehmen sind derzeit akut dem Risiko ausgesetzt, Opfer eines CEO-Fraud zu werden. Davor warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). (Bild: Pixabay / CC0)

Mittels der Betrugsmasche "CEO Fraud" versuchen kriminelle Täter derzeit, Entscheidungsträger in Unternehmen so zu manipulieren, dass diese vermeintlich im Auftrag des Top-Managements Überweisungen von hohen Geldbeträgen veranlassen. Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen die organisierte Kriminalität ist es den Behörden gelungen, in den Besitz einer Liste mit rund 5.000 potenziellen Zielpersonen zu gelangen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert die Betroffenen über die akute Gefährdung und weist auf die Risiken des CEO Fraud hin.

Beim CEO Fraud werden vorrangig Mitarbeiter aus der Buchhaltung oder dem Rechnungswesen adressiert, die berechtigt sind, Finanztransaktionen für das Unternehmen durchzuführen. Diese Mitarbeiter werden vermeintlich vom Vorstand, Geschäftsführer oder einer sonstigen Führungskraft des eigenen Unternehmens telefonisch oder per E-Mail angewiesen, eine größere Summe von einem Geschäftskonto auf ein fremdes Konto zu überweisen. Dabei wird das Opfer oft unter Zeitdruck gesetzt und zur Verschwiegenheit angewiesen, da es sich vorgeblich um ein geheimes oder vertrauliches Projekt handelt. Laut Bundeskriminalamt (BKA) sind durch CEO Fraud allein in den letzten Monaten Schäden in Millionenhöhe entstanden.

Die Kontaktdaten der Zielpersonen und der vorgetäuschten Absender werden häufig durch öffentlich verfügbare Informationen auf der Webseite des Unternehmens, in Online-Karriereportalen, in Sozialen Netzwerken, in Handelsregistereinträgen oder auch durch direkte Anrufe im Unternehmen gewonnen. Die Angreifer nutzen diese Informationen, um den Inhalt der E-Mail sowie den Stil der Kommunikation im Unternehmen glaubwürdig nachzuahmen und den Empfänger dazu zu verleiten, die Geldbeträge zu überweisen.

"CEO Fraud ist ein einträgliches Geschäftsmodell für die organisierte Kriminalität, auf das wir als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde schon seit Jahren hinweisen. Auch in diesem akuten Fall sollten Betroffene in Unternehmen, die bereits eine gefälschte Mail erhalten und daraufhin ggf. Schritte zur Zahlung eingeleitet haben, diese Vorgänge wenn möglich stornieren und unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstatten. Darüber hinaus sollten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu Zahlungsvorgängen berechtigt sind, auf diese kriminelle Methode hingewiesen und sensibilisiert werden, dass entsprechende Betrugsversuche in näherer Zukunft eingehen könnten," erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Das BSI empfiehlt als Gegenmaßnahmen die öffentliche Angabe von Kontaktdaten des Unternehmens auf allgemeine Kontaktadressen zu beschränken und Mitarbeiter für dieses und andere Risiken der Digitalisierung zu sensibilisieren und im sicheren Umgang mit Informationstechnik regelmäßig zu schulen. Bei ungewöhnlichen Zahlungsanweisungen sollten vor Veranlassung der Zahlung Kontrollmechanismen greifen wie zum Beispiel die Verifizierung der Absenderadresse und Überprüfung der Plausibilität des Inhalts der E-Mail, die Verifizierung der Zahlungsaufforderung durch Rückruf oder schriftliche Rückfrage beim vermeintlichen Auftraggeber und die Information der Geschäftsleitung oder des Vorgesetzten. Für Rückfragen von Betroffenen steht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter der Rufnummer 0800 – 2741000 zur Verfügung.

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