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Social Media Studie zeigt Sicherheitsängste beim Web 2.0 Angst vor Sicherheitsrisiken bei Facebook, Twitter und Co bremst Unternehmen

| Redakteur: Peter Schmitz

Bis zu 50 Prozent aller Verantwortlichen in Unternehmen zweifeln an der Sicherheit von Web-2.0-Anwendungen wie Facebook, Twitter und Co, und 60 Prozent befürchten einen Imageschaden durch den Missbrauch von Social Media. Das ergab eine vom Sicherheitsanbieter McAfee in Auftrag gegebene, internationale Studie. Sechs von zehn Unternehmen haben aufgrund von Sicherheitsvorfällen bereits finanzielle Verluste erlitten, durchschnittlich in Höhe von 2 Millionen US-Dollar, wobei sich der Gesamtschaden auf mehr als 1,1 Milliarden Dollar beläuft.

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Nach einer internationalen Studie stoppen Sicherheitsbedenken Social Media in Unternehmen trotz erwartetem Umsatzplus durch Web 2.0.
Nach einer internationalen Studie stoppen Sicherheitsbedenken Social Media in Unternehmen trotz erwartetem Umsatzplus durch Web 2.0.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Studie mit dem Titel „Web 2.0 – Ein komplexer Balance-Akt. Die erste weltweite Studie zur Nutzung und den Risiken von Web 2.0 sowie empfohlenen Vorgehensweisen“ wurde im Auftrag des Sicherheitsexperten McAfee von Mitarbeitern aus dem Umfeld des Center for Education and Research in Information Assurance and Security (CERIAS) an der Purdue University (USA) durchgeführt. Es wurden dafür in 17 Ländern über 1000 Entscheider in Unternehmen befragt.

Die Studie untersucht die Motivation hinter der Nutzung von Web 2.0 und Social Media in Unternehmen und beurteilt die sich daraus ergebenden Risiken und Chancen. Zusammenfassend kommt sie zu dem Schluss, dass Unternehmer zwar das Potential des Social Web erkennen, sich aber noch im Unklaren sind, ob und wie sie ihren Mitarbeitern am Arbeitsplatz Zugang zu den entsprechenden Anwendungen gewähren sollen.

Die Studie stellte dabei fest, dass die Web-2.0-Nutzung von Land zu Land variiert. Führend bei der Nutzung von Web-2.0-Tools im Unternehmen waren Brasilien, Spanien und Indien; die Schlusslichter bildeten Kanada, Australien, die USA und das Vereinigte Königreich. Die Hauptmotivation zur Nutzung des Web 2.0 ist dabei die Erwarrtung einer Umsatzsteigerung. Drei von vier der befragten Unternehmen nannten die Erschließung neuer Einnahmequellen als Grund für den Einsatz von Web-2.0-Tools. 40 Prozent der Befragten gaben an, dass solche Anwendungen die Produktivität steigern und neue Möglichkeiten des strategischen Marketings eröffnen.

Sicherheitsrisiken bremsen Social Media Aktionen

Die größten Bedenken bestehen bei allen befragten Unternehmensvertretern hinsichtlich der Sicherheit. Die Hälfte der Studienteilnehmer bezeichnete die Sicherheit als das größte Problem im Zusammenhang mit dem Web 2.0. Für ein Drittel der Befragten waren die damit verbundenen Risiken der Grund dafür, dass Web-2.0-Anwendungen im Unternehmen nicht stärker genutzt wurden. Als die vier wichtigsten Gefahren der Web-2.0-Nutzung durch die Mitarbeiter wurden genannt: Einschleppen von Malware (35 Prozent), Virenbefall (15 Prozent), Kontrollverlust über Informationen (11 Prozent) und Einschleppen von Spyware (10 Prozent).

Rufschädigung stellt die größte Gefahr dar

60 Prozent der Befragten sahen die größte Gefahr einer unangebrachten Verwendung von Social-Media-Tools in der Schädigung von Ruf und Markenimage, im Abwandern von Kunden oder Verlust von Vertrauen. Ein Drittel gab an, dass durch „Workarounds“ im Zusammenhang mit Social Media am Arbeitsplatz unerwartete Kosten anfielen. 14 Prozent berichteten von Gerichtsverfahren oder juristischen Streitigkeiten, die durch Mitarbeiter verursacht wurden, die vertrauliche Informationen veröffentlicht hatten, wobei mehr als 60 Prozent dieser Lecks im Zusammenhang mit Social Media stehen.

Viele Unternehmen blockieren Social Media statt Richtlinien zu erlassen. 13 Prozent der befragten Unternehmen weltweit verhindern die Nutzung von Social Media generell. 81 Prozent blockieren mindestens ein Web-2.0-Tool aus Sorge um ihre Sicherheit. Dennoch verfügt fast ein Drittel der Befragten über keine Social-Media-Richtlinie. Ein Viertel der Unternehmen überwacht die Web-2.0-Nutzung durch die Mitarbeiter. Zwei Drittel haben entsprechende Vorschriften erlassen, wovon die Mehrzahl (71 Prozent) deren Einhaltung mit technischer Hilfe überwacht.

Führungskräfte und Branchenexperten, die an der Untersuchung teilnahmen, waren sich einig, dass die Web-2.0-Nutzung im Unternehmen ein Balanceakt ist. So gilt es, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen, die Mitarbeiter angemessen zu schulen und Cyberattacken durch leistungsfähige Technik abzuwehren. Die McAfee-Studie „Web 2.0 - A Complex Balancing Act: The First Global Study on Web 2.0 Usage, Risks and Best Practices“ (pdf) kann bei McAfee kostenlos heruntergeladen werden.

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