3 GB sensible Daten gestohlen Lapsus$ beansprucht Angriff auf AstraZeneca für sich

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Ein mutmaßlicher Cyberangriff setzt den milliardenschweren Pharma­kon­zern AstraZeneca unter Druck. Hacker der Gruppe Lapsus$ bieten Daten zum Verkauf an. Diese stammen wohl zwar aus dem Jahr 2024, scheinen jedoch echt zu sein.

Cyberkriminelle könnten sich mit den von AstraZeneca Zugang zu internen Systemen verschaffen, gezielte Phishing‑ und Supply‑Chain‑Angriffe starten, geistiges Eigentum stehlen oder sabotieren und das Unternehmen erpressen.(Bild: ©  elimicel - stock.adobe.com)
Cyberkriminelle könnten sich mit den von AstraZeneca Zugang zu internen Systemen verschaffen, gezielte Phishing‑ und Supply‑Chain‑Angriffe starten, geistiges Eigentum stehlen oder sabotieren und das Unternehmen erpressen.
(Bild: © elimicel - stock.adobe.com)

Im Darknet behauptet die berüchtigte Hackergruppe Lapsus$, bei einem Cyberangriff auf den Pharmakonzern AstraZeneca zahlreiche sensible Daten gestohlen zu haben. Insgesamt sollen es drei Gigabyte gewesen sein, darunter Informationen wie Zugangsdaten, Tokens, interne Code-Repositories und Mitarbeiterinformationen. Bisher hat AstraZeneca den Vorfall nicht bestätigt.

Warum der Datendiebstahl besonders folgenschwer sein könnte

Socradar hat sich den Beitrag über den mutmaßlichen Cyberangriff im Darkweb genauer an­ge­sehen: „Ein mutmaßlicher Datenverstoß bei AstraZeneca wurde in einem Darknet-Forum beworben und erschien auch auf einer mit Lapsus$ in Verbindung stehenden Datenleck-Web­site. In dem Beitrag heißt es, die Angreifer hätten ein großes Archiv mit internen Daten erlangt, darunter Quellcode, Infrastrukturmaterial und Zugangsdaten.“

Obwohl die gestohlenen Daten keine Passwörter enthalten, gibt es keine Entwarnung. Denn zum einen könnten die Cyberkriminellen die Informationen nutzen, um Phishing-Angriffe zu starten oder gezielt betriebliche Prozesse, Abläufe und interne Strukturen zu analysieren und anzugreifen. Zum anderen verfügt AstraZeneca über bedeutende Vermögenswerte, darunter geistiges Eigentum, sensible Daten und kritische Infrastruktur. Auch ohne dass Patientendaten gestohlen wurden, kann die Offenlegung von Code, Systemen oder Zugangsdaten weitere An­griffe ermöglichen, den Betrieb stören und das Erpressungsrisiko erhöhen.

Sind die veröffentlichten Daten echt?

Laut Socradar würden die Hacker im Darknet bereits angebliche AstraZeneca-Daten zum Ver­kauf anbieten. Cybernews berichtet, dass nicht nur ein Teil des Quellcodes von Astra­Ze­ne­ca gestohlen wurde, sondern der vollständige Code der Webanwendung sowie eine ganze Mit­ar­bei­ter­da­ten­bank. Dazu kämen GitHub-Enterprise-Benutzerdaten, interne API-Schlüssel, AWS-Schlüssel und Servicekonten, eine MongDB-Datenbnk sowie MySQL-Zugangsdaten. Das For­schungs­team von Cybernews habe die von Lapsus$ veröffentlichten Beispieldaten analysiert und stellte daraufhin fest, dass zumindest einige der Behauptungen der Hackergruppe plau­si­bel erscheinen würden. So habe das Team herausgefunden, dass die Datensätze GitHub-Nut­zer­informationen von Mitarbeitern enthalten, die an der internen Software von Astra­Ze­ne­ca arbeiten würden. Der entsprechende Datensatz umfasse angeblich:

  • Namen von GitHub-Workspaces
  • Mitarbeiterrollen innerhalb dieser Workspaces
  • URLs zu spezifischen GitHub-Profilen
  • Vollständige Namen
  • Dienstliche E-Mail-Adressen

Eine weitere Stichprobe habe Mitarbeiterinformationen enthalten, darunter persönliche Daten von Personen, die in verschiedenen mit AstraZeneca verbundenen klinischen For­schungs­un­ter­neh­men tätig seien. Die Datensätze enthalten angeblich:

  • Vollständige Namen
  • Dienstliche E-Mail-Adressen
  • Benutzerkennungen
  • Firmennamen

Die dritte von den Angreifern veröffentlichte Stichprobe schien eine Baumstruktur des internen Quellcodes der Unternehmenssoftware zu enthalten zu haben. Zudem habe eine Datei mit Git­Hub-Aktionsprotokollen Entwickler-E-Mails sowie fest codierte Geheimnisse wie private RSA-Schlüssel und Datenbankzugangsdaten enthalten. Den Cybernews-Forschern zufolge würden die Aktionen, durch die diese Daten erlangt worden seien, aus dem Jahr 2024 stammen. Aktuelle Daten könnten somit von den veröffentlichten abweichen. Falls nicht, könnten Cyberkriminelle mit diesen Informationen eine Menge Schaden anrichten.

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