Neuer Remote Access Trojaner für Android Android-Malware BingMod kann Überweisungen tätigen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Die Malware BingMod kann bei ungesicherten Android-Geräten Zugriff über SMS erhalten und von da aus auch Zugriff auf das Online-Banking erhalten. Dazu sammelt die Malware Anmeldedaten von Anwendern. Nach dem Diebstahl von Geld auf Konten löscht BingoMod das komplette Gerät, um seine Spuren zu verwischen.

Der Remote Access Trojaner BingoMod kann Android-Smartphones infizieren, auf Bankkonten zugreifen und Überweisungen tätigen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Der Remote Access Trojaner BingoMod kann Android-Smartphones infizieren, auf Bankkonten zugreifen und Überweisungen tätigen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

BingoMod kann unvorbereitete Android-Nutzer über SMS angreifen, so dass die Malware nach der Installation auf dem Gerät Anmeldedaten für verschiedene Webdienste oder Apps sammeln kann. Das Portal Bleepingcomputer beruft sich dabei auf Sicherheitsforscher von Cleafy. Das Sicherheitsunternehmen hat die Malware genauer untersucht.

Das steckt hinter BingMod

Das Hauptziel von BingoMod besteht laut Cleafy darin, Geldüberweisungen von kompromittierten Geräten mittels Kontoübernahme (Account Takeover, ATO) durchzuführen. Hierbei wird die bekannte Technik des On Device Fraud (ODF) verwendet, um Sicherheitsmaßnahmen von Banken zu umgehen, die zur Identitätsverifizierung und Authentifizierung der Benutzer eingesetzt werden. Nach der Installation auf dem Gerät nutzt BingoMod verschiedene Berechtigungen, darunter auch die Accessibility Services, um unbemerkt sensible Informationen wie Anmeldedaten, SMS-Nachrichten und Kontostände zu stehlen. Zusätzlich kann die Malware Overlay-Angriffe ausführen und das Gerät aus der Ferne mittels VNC-ähnlicher Funktionalität steuern.

Nach erfolgreicher Durchführung eines Betrugs wird das infizierte Gerät in der Regel gelöscht, um Spuren der BingoMod-Aktivitäten zu verwischen und forensische Untersuchungen zu erschweren. Bemerkenswert ist auch, dass BingoMod gezielt Geräte anspricht, die in den Sprachen Englisch, Rumänisch und Italienisch konfiguriert sind. Zum Zeitpunkt der Analyse befand sich die Malware noch in der Entwicklungsphase, wobei die Entwickler verschiedene Verschleierungs­techniken testen, um die Erkennungsrate durch Antivirenlösungen zu senken. Die Analyse des Codes deutet darauf hin, dass die Entwickler möglicherweise Rumänisch sprechen.

BingoMod ist ein Remote-Access-Trojaner

BingoMod gehört zur Familie der Remote-Access-Trojanern (RAT) für mobile Geräte und nutzt seine Fernzugriffsfähigkeiten, um ATO direkt vom infizierten Gerät aus durchzuführen, ähnlich wie es bei anderen Banking-Trojanern wie Medusa, Copybara und Teabot zu beobachten ist. Diese Technik ermöglicht Angreifern eine größere Zielgruppe zu erreichen und verschiedene Verhaltensanalysemaßnahmen der Banken zu umgehen.

Im Vergleich zu komplexeren Bedrohungen wie Sharkbot, der ein automatisiertes Transfersystem zur Betrugsdurchführung nutzt, weist BingoMod weniger fortschrittliche Fähigkeiten auf und erfordert manuelle Eingriffe, was die Skalierbarkeit der Angriffe begrenzt. Trotz dieser Einschränkungen stellt BingoMod eine signifikante Bedrohung für Endbenutzer und Finanzinstitute dar, da erhebliche wirtschaftliche Verluste und Störungen der Datensicherheit drohen.

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