Bye bye Passwort-Authentifizierung und -Authentisierung

Biometrie, Token, Smartcards und digitale Zertifikate im Überblick

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Token

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In Verbindung mit einem Benutzernamen und einem Kennwort stellen Token ein weit verbreitetes, starkes Authentisierungsverfahren dar. Dazu gibt es Token in verschiedensten Bauarten und mit unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten, zum Beispiel USB-Token, Zufallszahlgeneratoren in Form eines Schlüsselanhängers, die Einmalkennwörter erzeugen, oder auch Software-Token, die die Funktion eines Hardware-Tokens im Computer emulieren.

Vorteile

USB-Token sind die am vielseitigsten einsetzbaren und kostengünstigsten Token. Ein USB-Anschluss ist bei heutigen PCs Standard, sodass – im Unterschied zu Smartcards – kein zusätzliches Lesegerät notwendig ist.

Anders als bei Zufallszahlgeneratoren wie SecurID von RSA Security weisen USB-Token zusätzlich Speicherplatz für Zertifikate und andere Berechtigungsnachweise auf, sodass sie mehr Nutzungsmöglichkeiten bieten. USB-Token gibt es von einer Reihe von Herstellern wie RSA Security, Aladdin Knowledge Systems, ActivIdentity (früher ActivCard), Authenex und SafeNet.

Nachteile

Die Implementierung einer Token-Lösung ist allerdings nicht ganz einfach. Die Hersteller von Token haben ihre Client-Software meist in mehrere Komponenten aufgeteilt: zum Beispiel eine zur Speicherung der Anmeldedaten für das Netzwerk, eine weitere für Websites, eine dritte für VPN-Anmeldedaten. Das heißt, dass all diese unterschiedlichen Softwarekomponenten auf ihre Kompatibilität zu den im Unternehmen verwendeten Desktop-Systemen getestet werden müssen. Und die Analyse und Aktualisierung von drei oder mehr Komponenten ist einfach aufwändiger als die einer einzigen Software.

Zudem kann ein zusätzliches Gerät in der Jacken- oder Aktentasche leichter verloren gehen. Diesen Nachteil weisen Software-Token zwar nicht auf, allerdings können sie auch nur an dem Computer genutzt werden, auf dem sie gespeichert sind.

Problematisch an vielen Token ist die Tatsache, dass die Software möglicherweise Informationen wie Benutzernamen oder sogar Kennwörter auf die Festplatte überträgt. Darüber hinaus kann die Software – insbesondere wenn es sich um Java-Software handelt – zum Absturz gebracht werden, wenn man sie gleichzeitig mehrere Aufgaben ausführen lässt.

Anwendungsgebiete

USB-Token werden häufig entweder unternehmensweit für die Anmeldung im Netzwerk oder auch nur für Remote-Zugriffe über ein VPN oder für Citrix-Systeme eingesetzt.

Smartcards

Eine Smartcard sieht wie eine Kreditkarte aus, ist aber „intelligenter“: Sie enthält einen kleinen Mikrocontroller auf einem elektronisch lösch- und programmierbaren Speicherchip mit Nur-Lese-Speicher. Zum Auslesen der Informationen vom Chip ist ein Lesegerät notwendig, das mit dem PC verbunden bzw. eingebaut ist. Neuere Smartcards verfügen über einen mathematischen Koprozessor, der Ver- und Entschlüsselung erlaubt.

Vorteile

Inzwischen sind die Preise für Smartcards und die Lesegeräte deutlich gesunken (ursprünglich kostete eine Smartcard bis zu 80 Euro, hinzu kamen die Kosten für Software und Lesegerät). Die Funktionalität entspricht der von USB-Token.

Nachteile

Smartcards sind erheblich empfindlicher als Token und lassen sich nicht einfach so in der Hosen- oder Jackentasche transportieren wie ein Token. Zudem erfordern sie ein spezielles Lesegerät im PC – USB-Token dagegen können an die allermeisten PCs einfach angesteckt werden.

Anwendungsgebiete

Smartcards lassen sich gut als Kombilösung für den Netzwerk- und den physischen Zugang (als Türöffner) nutzen. Die Kosten für solche multifunktionalen Karten sind allerdings vergleichsweise hoch, sodass sie oft nur in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt werden.

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