Daten-Müllsammlern einen Schritt voraus sein und Sicherheitslöcher stopfen

BITKOM-Leitfaden zur sicheren Altgeräte-Entsorgung für Firmen

06.06.2008 | Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Physikalische Gewalt ist ein sicheres Mittel, um Datenträger unbrauchbar zu machen.
Physikalische Gewalt ist ein sicheres Mittel, um Datenträger unbrauchbar zu machen.

Gelöschte Daten sind rekonstruierbar. Für Datenretter ist das die Geschäftsgrundlage, für Firmen eine Sicherheitslücke. Auf Altgeräten oder Leasingrücknahmen befinden sich oft geschäftskritische Daten, die von den Folgebesitzern leicht rekonstruiert werden können. Der BITKOM hat darum einen Leitfaden herausgebracht, der diese Lücke schließen soll.

Nur wenige Unternehmen sind sich bewusst, dass sie geschäftliche und private Daten kostenlos mit gebrauchten Festplatten ausliefern. Werden ausgemusterte Laufwerke verkauft, tut sich oft eine immense Sicherheitslücke auf: Nur wenige Unternehmen kümmern sich darum, Daten wirklich unbrauchbar zu machen. BITKOM-Präsidiumsmitglied Professor Dieter Kempf: „Insbesondere in Unternehmen sind häufig keine genauen Prozesse definiert, wie mit ausrangierten Datenträgern umgegangen werden soll.“

Nicht nur ausrangierte Rechner und Speichermedien sind ergiebig für Datensammler. Auch Leasing- oder Leihgeräte werden oft unzureichend „gesäubert“, bevor sie zurück gegeben werden. Bei der Vernichtung von Daten muss aber besondere Vorsicht gelten. Darauf weist der BITKOM in einem aktualisierten Leitfaden zum sicheren Datenlöschen hin.

Auf der Festplatte werden Eisenpartikel magnetisiert. Nur wenn die Magnetkraft dieser Eisenpartikel geändert wird, können Daten überhaupt gelöscht werden. Das ist nur durch mehrfaches Überschreiben oder physische Zerstörung möglich.

Einfaches Formatieren oder Löschen reicht nicht aus, da lediglich der örtliche Verweis aus dem Inhaltsverzeichnis des Datenträgers, nicht aber der Datensatz selbst überschrieben wird. Was für die Datenrettung nach ungewollten Löschvorgängen obligat ist, kann genauso negative Auswirkungen haben: Vermeintlich gelöschte Daten können später mit herkömmlicher Datenrettungssoftware wiederhergestellt werden.

Ein BITKOM-Mitarbeiter hat gebrauchte Festplatten ersteigert und wiederherstellbare Altdaten gesucht. Seine Analyse zeigt: Nur rund jede vierte Festplatte war vollständig gelöscht. Die übrigen enthielten sensible geschäftliche und private Daten aller Art wie firmeninterne Unterlagen, Zugangsdaten und Kundeninformationen inklusive privater E-Mails und Bilder.

Daraufhin hat der Interessenverband einen Leitfaden herausgebracht. Beim BITKOM ist man sich sicher, dass es mittlerweile für jeden Anwender ein passendes Tool zur sicheren Datenlöschung gibt. Auf der folgenden Seite haben wir die wichtigsten Tipps des Interessenverbandes für Sie zusammengefasst.

Seite 2: Checkliste zur sicheren Datenlöschung

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