Bitkom-Umfrage Unternehmen fordern weniger Dokumentationspflichten

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Eine Bitkom-Umfrage zeigt: 90 Prozent der Unternehmen wollen eine DSGVO-Reform. Sie fordern weniger Dokumentationspflichten und eine einheitlichere Datenschutzaufsicht.

Dokumentationspflichten verursachen laut Bitkom-Umfrage den größten Aufwand bei der Umsetzung des Datenschutzes in Unternehmen.(Bild:  KI-generiert)
Dokumentationspflichten verursachen laut Bitkom-Umfrage den größten Aufwand bei der Umsetzung des Datenschutzes in Unternehmen.
(Bild: KI-generiert)

Wo eine Datenschutzreform aus Unternehmenssicht ansetzen sollte, zeigt eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom: Weniger Dokumentation, klarere Vorgaben und eine besser abgestimmte Aufsicht stehen weit oben auf der Wunschliste.

90 Prozent der befragten Unternehmen halten eine gezielte Reform der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für notwendig, darunter 41 Prozent für sehr notwendig. Nur fünf Prozent sehen keinen Reformbedarf. Eine Reform des deutschen Datenschutzaufsichtssystems befürworten 93 Prozent. Abschaffen möchte es laut Befragung keines der Unternehmen.

Dokumentation verursacht den größten Aufwand

92 Prozent der Unternehmen bewerten ihren Datenschutzaufwand als hoch oder sehr hoch. Bei 71 Prozent hat er im vergangenen Jahr weiter zugenommen, bei lediglich zwei Prozent ist er gesunken. Als besonders aufwendig nennen 84 Prozent die Dokumentation von Verarbeitungstätigkeiten. Im Vorjahr waren es 73 Prozent. Es folgen die Klärung rechtlicher Anforderungen mit 68 Prozent, die technische Implementierung mit 65 Prozent und die Erfüllung von Informationspflichten mit 61 Prozent.

Entsprechend wünschen sich 89 Prozent weniger Dokumentationspflichten bei risikoarmen Verarbeitungen. Auch eine einheitliche Auslegung durch Datenschutzbehörden würde nach Einschätzung von 76 Prozent entlasten. Mehr Rechtssicherheit bei der Interessenabwägung nennen 73 Prozent als Vorteil einer Reform.

Die Abschaffung verpflichtender betrieblicher Datenschutzbeauftragter steht dagegen deutlich weiter unten auf der Liste: Nur 35 Prozent erwarten davon eine Entlastung. Die Benennung eines Datenschutzbeauftragten zählt zudem für 25 Prozent zu den besonders aufwendigen Aufgaben – deutlich seltener als Dokumentation oder technische Umsetzung.

Unternehmen wünschen sich eine einheitlichere Aufsicht

Rechtliche Unsicherheit bleibt ein zentrales Problem: 88 Prozent beklagen Unklarheit über die genauen Datenschutzvorgaben. 83 Prozent sagen, die Umsetzung sei wegen laufender rechtlicher Entwicklungen nie vollständig abgeschlossen. Mangelnde Beratung durch Aufsichtsbehörden nennen 61 Prozent.

Von den Unternehmen, die eine Reform der Aufsicht für erforderlich halten, wünschen sich 85 Prozent eine Zentralisierung in Deutschland. 82 Prozent fordern eine bessere Abstimmung zwischen Behörden, 76 Prozent eine zentrale Datenbank aufsichtsbehördlicher Entscheidungen und 70 Prozent einheitliche Meldeprozesse für Datenschutzverstöße.

Die Forderungen beschränken sich nicht auf Erleichterungen: 34 Prozent dieser Gruppe sprechen sich auch für ein konsequentes Vorgehen gegen Verstöße aus.

KI-Projekte verschärfen den Beratungsbedarf

Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz steigt nach Einschätzung vieler Unternehmen die Komplexität. 78 Prozent berichten, dass die Datenschutzprüfung von KI-Projekten immer aufwendiger werde. 56 Prozent räumen ein, bei Datenschutzfragen zu KI häufig überfordert zu sein.

Die Hälfte sieht den KI-Einsatz im eigenen Unternehmen durch den Datenschutz behindert. 79 Prozent halten eine Anpassung des Datenschutzes an das KI-Zeitalter für erforderlich. Eine bessere Abstimmung der DSGVO mit anderen Regulierungen wie dem AI Act wünschen sich 69 Prozent.

Diese Angaben spiegeln die Einschätzungen der Befragten wider. Sie belegen nicht, dass konkrete KI-Vorhaben rechtlich unzulässig wären oder ausschließlich an Datenschutzvorgaben scheitern. Trotz der Kritik berichten 61 Prozent, dass sich die Datensicherheit im eigenen Unternehmen durch die DSGVO verbessert habe. Der Anteil ist allerdings gegenüber 2024 gesunken, als noch 70 Prozent diese Einschätzung teilten.

Methodik

Für die Untersuchung befragte Bitkom Research im Auftrag des Verbands telefonisch 605 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten. Die Erhebung fand in den Kalenderwochen 28 bis 33 des Jahres 2026 statt und ist laut Bitkom repräsentativ. Die Ergebnisse wurden am 24. September vorgestellt und sind im Bitkom-Dataverse verfügbar.

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