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eco-Diskussionspapier zu DNS over HTTPS Branche uneins über DNS-Verschlüsselung

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der eco – Verband der Internetwirtschaft (eco) hat ein Diskussionspapier zur Verschlüsselung von DNS-Anfragen (DNS-over-HTTPS) vorgestellt. Das Dokument thematisiert technische Aspekte und den Dissens in der Branche.

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Vereint im Diskurs: Cloudfare hat am Dokument mitgewirkt, distanziert sich jedoch explizit von einigen Argumenten darin.
Vereint im Diskurs: Cloudfare hat am Dokument mitgewirkt, distanziert sich jedoch explizit von einigen Argumenten darin.
(Bild: © picoStudio - stock.adobe.com)

Mit einem jetzt vorgestellten Dokument liefert der eco ein Diskussionspapier im wortwörtlichen Sinne: Gleich im Vorwort gestehen die Autoren ein: Einen umfassenden Konsens zu allen Aspekten von DNS over HTTPS (DoH) haben sie nicht erreicht; jedoch sind im Verband auch 1.100 Mitgliedsunternehmen organisiert. Zu denen zählt der Anbieter Cloudfare – der hat am Papier mitgewirkt, distanziert jedoch zugleich explizit von einigen darin vertretenen Argumenten.

Der Dissenz entzündet sich dabei offenbar an der Frage, ob die DNS-Kommunikation generell oder nur unter bestimmten Voraussetzungen verschlüsselt werden sollte. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des eco Klaus Landefeld erläutert:

Einerseits biete DoH „Nutzern die Möglichkeit, ihre Aktivitäten und ihre Kommunikation in einer nicht vertrauenswürdigen Umgebung, wie einem öffentlichen WiFi-Hotspot, zu schützen.“ Andererseits könne es in vertrauenswürdigen Netzwerkumgebungen, wie einem Unternehmensnetzwerk, problematisch sein, den DNS-Verkehr an einen externen DNS-Provider zu senden.

Einigkeit herrscht immerhin in einem Punkt: Verschlüsselte DNS Dienste sollten künftig in größerem Umfang eingesetzt werden, um die Sicherheit und Privatsphäre von Internetnutzern besser als bisher zu schützen. Konkret geht es etwa darum, Man-in-the-Middle-Angriffen vorzubeugen. Zudem könne DoH verhindern, dass Dritte des Surfverhalten von Nutzern tracken.

Details zu Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes liefert das erwähnte Diskussionspapier auf insgesamt 26 Seiten. Mit denen richtet sich der eco auch an nicht-technische Leser und will zugleich Handlungsempfehlungen geben, um DoH datenschutzkonform sowie nutzerfreundlich einzusetzen.

Der Download des englischsprachigen „Discussion Paper - DNS over HTTPS (DoH)“ ist kostenlos; der eco erwartet allerdings eine Registrierung.

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