CISA listet zwei aktiv ausgenutzte Schwachstellen Langflow und Apex One: Aktive Exploits, neu im KEV-Katalog

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Die US-Behörde CISA nimmt zwei aktiv ausgenutzte Schwachstellen in ihren KEV-Katalog auf. Im Visier stehen die KI-Workflow-Plattform Langflow und der On-Premises-Server von Trend Micro Apex One. Beide Lücken erlauben das Einschleusen von Schadcode, eine davon sogar ohne direkte An­mel­dung des Angreifers.

CISA nimmt aktiv ausgenutzte Schwachstellen in Langflow und Apex One in den KEV-Katalog auf. Eine davon ermöglicht sogar die Schadcode-Ausführung ohne Anmeldung.(Bild: ©  Svitlana - stock.adobe.com)
CISA nimmt aktiv ausgenutzte Schwachstellen in Langflow und Apex One in den KEV-Katalog auf. Eine davon ermöglicht sogar die Schadcode-Ausführung ohne Anmeldung.
(Bild: © Svitlana - stock.adobe.com)

Die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hat am 21.05.2026 zwei Ein­tra­gung­en zu ihrem Known Exploited Vulnerabilities Catalog (KEV) hinzugefügt. Grundlage bildet jeweils ein Nachweis aktiver Ausnutzung. Die Aufnahme erfolgt unter der Binding Operational Directive 22-01, die zivilen US-Bundesbehörden eine Frist zur Behebung setzt. Für beide Einträge endet diese Frist am 04.06.2026. Die Vorgabe gilt formal nur für US-Behörden, lässt sich als Priorisierungslogik aber auf europäische Organisationen übertragen.

Account-Übernahme über fehlerhafte Origin-Prüfung

Der erste Eintrag nennt Langflow, eine quelloffene Plattform zum Bau von KI-Agenten und LLM-Workflows. Die schon 2025 entdeckte, aber erst jetzt aktiv ausgenutzte Schwachstelle CVE-2025-34291 hat einen CVSS-Wert von 9.4 und fällt unter die Kategorie CWE-346, eine fehlerhafte Prüfung der Anfrage-Herkunft. Ursache bildet eine überpermissive CORS-Konfiguration in Kombination mit einem Refresh-Token-Cookie, das mit dem Attribut "SameSite=None" gesetzt ist. Eine präparierte Webseite löst damit im Browser des Opfers authentifizierte Cross-Origin-Anfragen aus.

Die Kette reicht von der Übernahme des Kontos bis zur Ausführung von Schadcode auf dem darunterliegenden System. Anfällig sind Installationen bis Version 1.6.9, die Korrektur liefert Version 1.7.0. Als Sofortmaßnahme empfiehlt sich eine Beschränkung der erlaubten Ursprünge über den Parameter "LANGFLOW_CORS_ORIGINS" sowie der Verzicht auf "SameSite=None" bei Authentifizierungs-Cookies. Öffentliche Proof-of-Concept-Exploits liegen vor.

Schadcode-Verteilung über den Apex-One-Server

Der zweite Eintrag listet den On-Premises-Server von Trend Micro Apex One, die zentrale Verwaltung einer Endpoint-Protection-Plattform. CVE-2026-34926 ist eine relative Directory-Traversal-Schwachstelle nach CWE-23 mit einem CVSS-Wert von 6.7. Ein lokaler Angreifer mit Administratorrechten auf dem Server manipuliert über unzureichend geprüfte Dateipfade eine zentrale Schlüsseltabelle und schleust darüber Schadcode ein.

Der eingebrachte Code gelangt über die regulären Update- und Richtlinien-Mechanismen an die verbundenen Agenten. Aus einer formal mittelschweren Lücke wird so ein Verteilungskanal über die gesamte verwaltete Umgebung. Der Hersteller hat nach eigenen Angaben mindestens einen Ausnutzungsversuch beobachtet. Verwundbar sind Apex One 2019 als On-Premises-Variante mit Server- und Agent-Builds unterhalb 17079. Die Cloud-Variante Apex One as a Service hat der Hersteller serverseitig bereits im April korrigiert, dort steht das Einspielen der Agent-Patches an.

Fazit

Beide Schwachstellen zielen auf Infrastruktur mit zentraler Rolle im Sicherheits- und KI-Umfeld. Langflow steht im Datenfluss von KI-Pipelines, Apex One steuert den Schutz ganzer Geräteflotten. Die Aufnahme in den KEV-Katalog dokumentiert in beiden Fällen reale Angriffe, nicht nur theoretische Risiken. Für Organisationen außerhalb der USA dient der Katalog als belastbare Referenz für die Priorisierung im Schwachstellenmanagement.

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