UNC5792 und UNC4221 Russische Geheimdienste zielen auf Signal Backup Keys

Von Melanie Staudacher 1 min Lesedauer

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Russische Geheimdienste greifen gezielt Signal Backup Recovery Keys an, um dauerhaften Zugriff auf Konten zu erlangen. Regierungsmitarbeiter und Journalisten sind besonders gefährdet, schnelles Handeln bei Ver­dachts­fällen ist wichtig.

Hackergruppen, die in Verbindung mit russischen Geheimdiensten und Streitkräften stehen, greifen über Signal-Phishing-Kampangne gezielt Personen mit hohem nachrichtendienstlichem Interesse an.(Bild:  frei lizenziert / Pexels)
Hackergruppen, die in Verbindung mit russischen Geheimdiensten und Streitkräften stehen, greifen über Signal-Phishing-Kampangne gezielt Personen mit hohem nachrichtendienstlichem Interesse an.
(Bild: frei lizenziert / Pexels)

Das FBI und die CISA haben Ende Juni 2026 vor einer laufenden Phishing-Kampagne gegen Nutzer von Messenger-Diensten gewarnt, insbesondere Signal. Die Aktivitäten werden laut Behörden mehreren russischen Nachrichtendienst-Gruppen zugeordnet, darunter „UNC5792“ und „UNC4221“.

Verschärfte Angriffe

Dabei steht der sogenannte Backup Recovery Key von Signal im Fokus. Dieser ermöglicht den Zugriff auf gespeicherte Chat-Backups und damit auf vollständige Nachrichtenverläufe. Bei ihren Aktionen geben sich die Angreifer als Support aus und bringen ihre Opfer dazu, den Schlüssel preiszugeben. Während Kampagnen im März, bei denen bereits Tausende Konten kompromittiert wurden, noch auf Verifizierungscodes oder verknüpfte Geräte abzielten, erlaubt der Zugriff auf den Recovery Key eine weitergehende und dauerhafte Kompromittierung von Konten. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Signal werde dabei nicht gebrochen, sondern durch die Übernahme legitimer Zugänge umgangen. Nach Angaben der Behörden richtet sich die Kampagne gezielt gegen Personen mit hohem nachrichtendienstlichem Interesse, darunter Regierungsmitarbeiter, Militärangehörige, Journalisten und Akteure im Umfeld der Ukraine.

Unternehmen und Nutzer sollten Backup Recovery Keys, Verifizierungscodes und PINs niemals weitergeben. Bei Verdacht auf Kompromittierung sollte umgehend ein neuer Recovery Key erzeugt werden. Zudem sollten verdächtige Nachrichten, Links und angebliche Support-Anfragen kritisch geprüft sowie Konten und Gruppenchats regelmäßig kontrolliert werden.

Belohnung für Hinweise

Während UNC5792 in Verbindung mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB steht, handelt UNC4221 im Auftrag der russischen Streitkräfte. Schon Anfang 2025 hat die Google Threat Intelligence Group Aktivitäten beider Gruppen beobachtet, bei denen Signal-Funktionen missbraucht wurden.

Neben der Warnmeldung hat das US-Außenministerium über das Programm Rewards for Justice eine Belohnung von bis zu zehn Millionen US-Dollar für Hinweise ausgeschrieben, die zur Festnahme von UNC5792 führen können.

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