Steigende Gefahr aus der Wolke? Angriffsmethoden werden immer raffinierter

Ein Gastkommentar von Jerome Evans* 3 min Lesedauer

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Cloud Computing hat sich in den letzten Jahren als zentrales Element der digitalen Transformation etabliert, bringt jedoch auch große Sicherheitsrisiken mit sich. Zunehmende Cyberangriffe fordern die Sicherheitsstrategien von Unternehmen heraus.

Cloud-Infrastrukturen werden zunehmend zum Ziel von Hackern, die es auf sensible Daten und Systeme abgesehen haben.(Bild:  motortion - stock.adobe.com)
Cloud-Infrastrukturen werden zunehmend zum Ziel von Hackern, die es auf sensible Daten und Systeme abgesehen haben.
(Bild: motortion - stock.adobe.com)

Cloud-Computing hat sich in den letzten Jahren als zentrales Element der digitalen Transformation etabliert. Unternehmen jeder Größe nutzen Cloud-Dienste, um ihre IT-Infrastruktur flexibler und effizienter zu gestalten. Diese Entwicklung bringt jedoch auch erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich, die das Thema Cybersecurity in den Vordergrund rücken. Mit der Ausweitung der Digitalisierung auf neue Bereiche wächst die Anzahl potenzieller Krimineller und damit die Komplexität der immer raffinierteren Angriffsmethoden.

Vor allem Cyberangriffe auf Cloud-Infrastrukturen nehmen kontinuierlich zu, da diese zunehmend das Ziel von Hackern darstellen, die es auf sensible Daten und Systeme abgesehen haben. Diese Angriffe umfassen dabei verschiedenste Bedrohungen wie Datendiebstahl, Ransomware-Angriffe, Phishing-Kampagnen sowie Schwachstellen in der Cloud-Infrastruktur selbst. Besonders erschreckend: Viele Unternehmen haben bereits erhebliche finanzielle Schäden erlitten, die durch den Ausfall kritischer Dienste oder den Verlust sensibler Daten verursacht wurden.

Zunehmende Komplexität

Cloud-Dienste bieten zwar eine hohe Flexibilität und Skalierbarkeit, doch diese Vorteile gehen mit Herausforderungen in Bezug auf die Absicherung der Infrastruktur einher. Eine der größten Schwachstellen liegt in der gemeinsamen Verantwortlichkeit von Cloud-Anbietern und Nutzern. Während Anbieter meist für die Sicherheit der physischen Infrastruktur und der Plattform verantwortlich sind, obliegt es den Unternehmen, ihre Anwendungen, Daten und Zugriffsrechte innerhalb der Cloud ausreichend abzusichern.

Oftmals herrscht jedoch ein Missverständnis darüber, wo genau die Zuständigkeiten liegen, was anschließend zu Sicherheitslücken führt. Dies gilt besonders für kleinere Unternehmen, die nicht über die nötigen personellen oder finanziellen Ressourcen verfügen, um umfassende Sicherheitsstrategien umzusetzen.

Als eine weitere Herausforderung entpuppt sich die zunehmende Komplexität moderner Cloud-Architekturen: Viele Unternehmen nutzen hybride oder Multicloud-Strategien, um ihre Arbeitslasten flexibel zu verteilen und von den besten Angeboten unterschiedlicher Anbieter zu profitieren. Diese heterogene Struktur kann jedoch die Angriffsfläche deutlich vergrößern. Fehlkonfigurationen in der Cloud-Infrastruktur stellen dabei eine der häufigsten Ursachen für Sicherheitsvorfälle dar. Denn wenn etwa Zugriffsrechte falsch eingestellt oder Daten nicht ausreichend verschlüsselt werden, kann dies Hackern Tür und Tor öffnen.

Dringender Nachholbedarf

Nach wie vor stellt der Faktor Mensch eine der größten Schwachstellen in der Cybersicherheit dar. So sind Mitarbeiter häufig das Ziel von Phishing-Angriffen, die dazu führen können, dass Angreifer Zugang zu Cloud-Systemen erhalten. Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen erweisen sich daher als unerlässlich, um das Bewusstsein der Belegschaft für die Gefahren im digitalen Raum zu schärfen und die Angriffsvektoren zu minimieren.

Viele Unternehmen in Deutschland haben die Dringlichkeit der Cybersicherheit bereits erkannt und Maßnahmen ergriffen, um ihre Cloud-Systeme zu schützen. So setzen viele auf Verschlüsselungstechnologien, Multi-Faktor-Authentifizierung und fortlaufende Sicherheitsüberprüfungen. Dennoch gibt es hier noch großen Nachholbedarf, insbesondere bei der proaktiven Erkennung von Bedrohungen. Viele Betriebe verlassen sich immer noch auf reaktive Maßnahmen und erkennen Angriffe oft erst, wenn der Schaden bereits eingetreten ist.

Es lässt sich also festhalten, dass Cloud-Angriffe eine ernsthafte Bedrohung für Unternehmen darstellen und die Sicherung der Cloud-Infrastruktur daher oberste Priorität haben sollte. Um sich gegen diese Bedrohungen zu wappnen, müssen Unternehmen deshalb nicht nur in technische Sicherheitslösungen, sondern auch in die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Anbieter beschäftigen beispielsweise hoch spezialisierte Expertinnen und Experten, um ihre Dienste zu schützen und immer auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung zu halten. Denn es steht fest: Die Cloud bietet zweifelsohne enorme Chancen, doch nur wer sie sicher nutzt, kann langfristig von ihren Vorteilen profitieren.


* Der Autor Jerome Evans ist Geschäftsführer der Firstcolo GmbH.

Bildquelle: Firstcolo GmbH

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