Angeblich 750 GB an Daten gestohlen Mutmaßlicher Cyberangriff auf Rheinmetall

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Bei einer Cyberattacke auf Rheinmetall will die Ransomware-Gruppe Babuk2 750 Gigabyte an Daten gestohlen haben, darunter auch E-Mail-Zugriffsdaten. Auf Nachfrage erfuhr Security-Insider jedoch von Rheinmetall, dass keine aktuellen Daten abgeflossen seien.

Babuk2 behauptet, interne Systeme von Rheinmetall kompromittiert und Daten gestohlen zu haben.(Bild:  Arthur Kattowitz - stock.adobe.com)
Babuk2 behauptet, interne Systeme von Rheinmetall kompromittiert und Daten gestohlen zu haben.
(Bild: Arthur Kattowitz - stock.adobe.com)

Am 4. April 2025 habe die Cyber-Insights-Plattform von Venarix angeschlagen: Rheinmetall sei Opfer eines Cyberangriffs geworden. Indem sie sich unauthorisierten Zugriff verschafft hätten, seien die Akteure der Ransomware-Gruppe Babuk2 in der Lage gewesen, die Systeme des Rüstungsherstellers kompromittieren zu können. Die Hacker behaupten einem Screenshot ihrer Data-Leak-Seite zufolge, 750 Gigabyte an Daten sowie E-Mail-Credentials gestohlen zu haben.

Statement von Rheinmetall zum Cyberangriff

Auf ihrer Leak-Seite veröffentlichte Babuk2 einen Downloadlink mit Beispieldateien, die die Gruppe gestohlen haben will, um zu beweisen, dass der Cyberangriff tatsächlich erfolgt ist. Diese würden nicht aus dem aktuellen Jahr stammen. Sofern sich Rheimetall bei den Kriminellen für Lösegeldverhandlungen melde, würden sie die neuesten Informationen der gestohlenen Datensätze bereitstellen. Die gestohlenen Daten würden 1.400 Dateien umfassen, darunter Militärverträge, E-Mails, Geschäftstransaktionen von Rheinmetall sowie Details und Bilder einiger Produkte des Herstellers.

Gegenüber Security-Insider erläutert Rheinmetall, dass die gestohlenen Daten nicht sensibel seien, allerdings aus einem tatsächlichen Fall stammen würden, der aber bereits fünf Jahre her und abgeschlossen sei. Aktuelle Daten seien – entgegen der Behauptung von Babuk2 – nicht abgeflossen. Die IT-Infrastruktur von Rheinmetall sei von dem Vorfall nicht betroffen und die eingesetzten Sicherheitsmaßnahmen nach wie vor wirkungsvoll.

Frühere Cyberangriffe auf Rheinmetall

Es ist nicht das erste Mal, dass der deutsche Rüstungshersteller Opfer einer Cyberattacke wurde – oder dies zumindest behauptet wurde. Bereits im September 2019 und im April 2023 gab es Vorfälle. Bei Letzterem steckte die Ransomware-Gruppe Blackbasta hinter dem Datendiebstahl. Vier Jahre zuvor wurde die Produktion von Rheimetall an Standorten in Brasilien, Mexiko und den USA beeinträchtigt.

Organisationen, die zu den kritischen Infrastrukturen gehören – wie Rheinmetall –, sind attraktive Ziele für Cyberkriminelle. Neben dem Diebstahl von Daten lässt sich dort nämlich noch weiterer Schaden anrichten, der gewaltige Folgen für die Zivilbevölkerung haben kann.

Die Ransomware-Gruppe Babuk

Den Analysten von Nsfocus, einem Spezialisten für den Schutz vor DDoS-Attacken, zufolge, wurde Babuk erstmals im Januar 2012 entdeckt. Die Gruppe ziele vor allem auf Regierungsbehörden und große und zahlungsfähige KRITIS-Organisationen in Europa und Nordamerika ab. Vor allem würden die Akteure Windows-, ESXi- und NAS-Geräte angreifen. Nachdem der Druck durch US-Strafverfolgungsbehörden zunahm, habe Babuk Ende April 2021 bekannt gegeben, ihre Aktivitäten einzustellen und veröffentlichte sogar einen Teil ihre Quellcodes. Doch schon kurz darauf sei die Ankündigung wieder gelöscht wurden. Stattdessen habe die Gruppe verkündet, sich ausschließlich auf Datendiebstahl und Erpressung zu konzentrieren und mit den gestohlenen Informationen Datenhandel zu betreiben. Dafür entwickelten die Hacker ihren ursprünglichen Code weiter und nannten sich fortan Babuk2.

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