Wiper-Angriff durch den Iran Tausende Stryker-Mitarbeiter konnten nach Cyberangriff nicht arbeiten

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Nach einem massiven Cyberangriff auf das US-Medizintechnologie-Un­ter­neh­men Stryker, wurden 5.000 Mitarbeiter nach Hause geschickt. Ob auch deutsche Standorte betroffen waren, ist unklar. Verursacht hat den Netz­werk­aus­fall die iranische Hackergruppe „Handala“.

Das Ziel des Wiper-Angriffs, der mutmaßlichen durch die iranische Hackergruppe „Handala“ ausgeübt wurde, war ein Vergeltungsschlag für einen Raketenangriff auf eine iranische Schule. Die Hacker löschten mehr als 200.000 Systeme von Stryker.(Bild:  Westlight - stock.adobe.com)
Das Ziel des Wiper-Angriffs, der mutmaßlichen durch die iranische Hackergruppe „Handala“ ausgeübt wurde, war ein Vergeltungsschlag für einen Raketenangriff auf eine iranische Schule. Die Hacker löschten mehr als 200.000 Systeme von Stryker.
(Bild: Westlight - stock.adobe.com)

Am 11. März hat das US-Unternehmen Stryker eine weltweite Netzwerkstörung erlebt, dessen Ursache ein Cyberangriff war. Ein Notfallplan sei sofort aktiviert und eine Untersuchung mit externen Sicherheitsexperten eingeleitet worden. Dennoch konnten 5.000 Mitarbeitende nicht mehr arbeiten und wurden nach Hause geschickt. Hauptsächlich der Standort in Cork in Irland sei betroffen gewesen, teilte die Schwäbische mit. Dazu, ob auch die deutschen Stryker-Stand­orte in Tuttlingen und Mühlheim an der Donau betroffen seien, habe ein Firmensprecher auf Nachfrage keine Auskunft gegeben.

Derzeit befinde sich das Unternehmen noch im Wiederherstellungsprozess. Dabei sollen Sys­teme priorisiert werden, die Kunden, Bestellungen und Versand direkt betreffen. Wie das Wall Street Journal berichtete, hätten Mitarbeiter und externe Dienstleister beim Einloggen das Logo einer Hackergruppe gesehen. Stryker habe die Beschäftigten angewiesen, ihre Firmen­gerä­te nicht mehr einzuschalten und sie von Netzwerken zu trennen. Ein Mitarbeiter eines großen Universitätsklinikums in den USA habe gegenüber „Krebs on Security“ gesagt, dass er keine chirurgischen Verbrauchsmaterialien habe bestellen könne, die er normalerweise über Stryker beziehe.

In Cork sei die interne Kommunikation größtenteils über private Messenger-Dienste erfolgt, da andere Systeme ausgefallen seien. Verantwortlich für den Angriff zeichnete sich die Hacker­grup­pe „Handala“. Sie behauptete, mehr als 200.000 Systeme sowie rund 50 Terabyte an Daten von Stryker gelöscht beziehungsweise gestohlen zu haben. „Alle gewonnenen Daten befinden sich nun in den Händen der freien Weltbevölkerung und können zum wahren Fort­schritt der Menschheit und zur Aufdeckung von Ungerechtigkeit und Korruption eingesetzt werden“, heißt es in einer Erklärung von Handala, die Krebson Security veröffentlichte. Dem­nach habe die Gruppe angegeben, dass der Wiper-Angriff eine Vergeltungsmaßnahme für einen Ra­ke­ten­an­griff vom 28. Februar 2026 gewesen sei, bei dem eine iranische Schule ge­trof­fen und min­des­tens 175 Men­schen getötet wurden.

Sicherheitsexperten von Palo Alto Networks haben Handala untersucht und vermuten, dass die Gruppe Verbindungen zum iranischen Staat hat. In den vergangenen Wochen sei es durch ihre Hand vermehrt zu Wiper-An­grif­fen auf israelische Systeme gekommen.

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