Update: Mitarbeitende werden sensibilisiert Cyberattacke auf Berlins Justizsenatorin Badenberg

Aktualisiert am 11.09.2025 Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Berliner Justizsenatorin wurde Opfer eines Phishing-Angriffs. Dabei flossen sensible Daten ab, die Politikerin zeigte sich beunruhigt. Im Justizressort werden nun weitere Maßnahmen getroffen.

Dr. Felor Badenberg, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin. (Bild:  © Hans-Christian Plambeck)
Dr. Felor Badenberg, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin.
(Bild: © Hans-Christian Plambeck)

Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) ist im August Opfer einer Cyberattacke geworden. Dabei hat es sich um Phishing gehandelt: Laut „Spiegel“ sollen sich die Angreifer in E-Mails fälschlicherweise als ranghoher Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgegeben haben. Offenbar habe ein Mitarbeiter der Senatsverwaltung auf einen Link in einer Mail geklickt, die an Badenberg gerichtet war. Dadurch soll ein Computer mit Schadsoftware infiziert worden sein.

Persönliche Daten abgeflossen

Dadurch sei es zu einem gezielten Angriff auf einen Arbeitsplatzrechner im Leitungsbereich des Hauses gekommen, teilte die Senatsverwaltung für Justiz mit. Dabei seien auch personenbezogene Daten entwendet worden. Dazu zählten E-Mails von und an Personen, die mit dem Leitungsstab der Senatsverwaltung seit dem 1. Februar 2023 in Kontakt standen. Nach Informationen des „Spiegel“ haben die Hacker unter anderem den digitalen Kalender von Badenberg erbeutet, in dem ihre Termine und Gesprächspartner vermerkt sind. Das betreffe auch private Daten, berichtete das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Daten aus Straf- und Ermittlungsverfahren, zu Gefangenen oder Personalunterlagen sind nicht abgeflossen. Das hat die CDU-Politikerin rund drei Wochen nach Bekanntwerden des Angriffs im Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses betont. Solche Informationen seien über den betroffenen Rechner nicht zugänglich gewesen. „Bisher wurden auch keine weiteren Fälle von schädlichem Datenverkehr festgestellt“, sagte eine Sprecherin im August. „Auch externe IT-Systeme waren damals nicht betroffen.“ Die Senatsverwaltung war vollumfänglich arbeitsfähig gewesen.

Wie es hieß, wurden Ermittlungen zu Art, Umfang und Hintergründen der Tat eingeleitet. Beteiligt sind das Landeskriminalamt und diverse andere Stellen. Auch die Berliner Datenschutzbeauftragte und das Bundesamt für Verfassungsschutz wurden informiert. Der betroffene Rechner sowie mögliche Korrespondenzgeräte seien unmittelbar vom Netz getrennt worden.

Beschäftigte sensibilisiert

Laut Senatorin wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nochmals sensibilisiert für derartige Gefahren. Zudem solle es Veranstaltungen geben, um darüber zu informieren, wie Angreifer gezielt täuschten oder beeinflussten, um an vertrauliche Informationen zu kommen.

Nach den Angaben gab es einen gezielten Angriff auf einen Arbeitsplatzrechner im Leitungsbereich der Senatsjustizverwaltung. Das Landeskriminalamt (LKA) hatte laut Badenberg am 11. August nach der forensischen Untersuchung auf dem betroffenen Rechner Schadsoftware gefunden und festgestellt.

Iranische Hacker am Werk?

Nach Angaben der Senatsverwaltung wird vermutet, dass iranische Hacker hinter dem Angriff stecken könnten. Badenberg, die iranische Wurzeln hat, geht von einem staatlichen Hintergrund aus: „Der gezielte, offenbar professionell vorbereitete und mutmaßlich von einem ausländischen Geheimdienst initiierte Angriff zeigt, mit welchen Mitteln versucht wird, kritische Stimmen einzuschüchtern“, sagte sie dem „Spiegel“.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins deuten erste Ermittlungserkenntnisse auf eine Hackergruppe hin, die im Auftrag der iranischen Regierung agieren soll. In Fachkreisen wird sie „Charming Kitten“ („bezauberndes Kätzchen“) genannt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe vor zwei Jahren vor konkreten Ausspähversuchen der Gruppe in Deutschland gewarnt.

Badenberg beunruhigt

„Der Zugriff auf persönliche Daten und Kalenderinformationen zeigt, wie ernst die Bedrohung durch Cyberangriffe ist“, sagte Badenberg dem „Spiegel“. „Und er beunruhigt mich besonders im Hinblick auf die Sicherheit meiner Familie.“

Badenberg ist in Teheran geboren und kam als Kind nach Deutschland. Senatorin in Berlin ist sie seit April 2023. Zuvor war sie seit 2006 beim Bundesamt für Verfassungsschutz in verschiedenen Positionen tätig, darunter von 2022 bis 2023 als Vizepräsidentin.

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