Agile Identitätssicherheit Agilität als Schutz vor Cyberbedrohungen

Ein Gastbeitrag von Maxime Hambersin 5 min Lesedauer

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KI-basierte Deepfakes und zunehmender Cyberbetrug fordern Unternehmen heraus.Mit Liveness-Erkennung, KYC-Prozessen und digitaler Identitäts­techno­logie können Unternehmen gezielt Verbraucher und Geschäftsdaten schützen. Lesen Sie, wie KI, Automatisierung und neue EU-Vorgaben digital agilere Betrugsprävention ermöglichen und das Vertrauen stärken.

KI, digitale Erlebnisse und digitale Identität müssen ineinandergreifen, um Betrug und andere Cyberbedrohungen zu verhindern.(Bild:  kentoh - stock.adobe.com)
KI, digitale Erlebnisse und digitale Identität müssen ineinandergreifen, um Betrug und andere Cyberbedrohungen zu verhindern.
(Bild: kentoh - stock.adobe.com)

Unternehmen in Deutschland setzen zunehmend auf den Einsatz neuer Tools zur Identitäts­überprüfung sowie zur Bekämpfung der häufigsten Cyberbedrohung: Betrug. Erstmals übersteigen die Ausgaben für Cybersicherheit laut Angaben des Digitalverbandes Bitkom sogar die Grenze von 10 Milliarden Euro: Auf der anderen Seite beläuft sich der wirtschaftliche Gesamtschaden durch Cyber-Verbrechen inzwischen auf 178,6 Milliarden Euro. Während sich KI-Deepfakes immer weiterverbreiten, wird KI auch erfolgreich eingesetzt, um diese und andere hochentwickelte Technologien zu erkennen, die Verbraucher, Bankguthaben und Geschäftsabläufe gefährden. Da sich die Technologie stetig weiterentwickelt, haben Unternehmen Zugang zu immer besseren Lösungen zur Identitätsverifizierung und Datensicherheit, um agil auf neue Bedrohungen zu reagieren.

Cyberbetrug zählt also zu den dringendsten Problemen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind. Kompromittierte Identitäten können – unabhängig vom Budget – ohne digitale Agilität weder verhindert noch schnell gelöst werden.

Agilität, KI und die Auswirkungen auf die Identität

Obwohl die Zahl der Deepfakes zunimmt, gibt es fortschrittliche digitale Verifizierungs­lösungen, um Identitätsdiebstahl mithilfe von Identitätsprüfung und Authentifizierung zu verhindern. Funktionen wie KI-gestützte, biometrische Liveness-Erkennung, Überprüfung der meisten Ausweisdokumente, wissensbasierte Authentifizierung und elektronische Identitätsverifikation machen es sehr schwer, sich als jemand anderes auszugeben. Bei der Liveness-Erkennung führen Benutzer beispielsweise eine Aufgabe vor der Kamera aus, um sowohl ihre Menschlichkeit als auch ihre physische Anwesenheit vor dem Bildschirm zu beweisen, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Deepfake unbemerkt bleibt, drastisch verringert wird.

Angesichts der Risiken digitaler Kriminalität und um den Bürgern digitale Services zu bieten, hat die EU fortschrittliche Maßnahmen zur digitalen Identität eingeführt. Die Europäische Verordnung gibt seit 2024 jedem EU-Bürger und Bewohner das Recht auf eine digitale Identität, die in der gesamten EU anerkannt wird. Dies bietet eine einfache und sichere Möglichkeit zu kontrollieren, wie viele Informationen mit Organisationen und Diensten geteilt werden.

Da Länder ihre eigenen Vorschriften zum Verbraucherschutz entwickeln, müssen Unter­nehmen bei grenzüberschreitenden Geschäften robuste Standards und proaktive Praktiken übernehmen, um die verschiedenen regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Benutzer­verifizierung mit modernen Funktionen wie einer Liveness-Erkennung unterstützt hohe Standards, die in allen Märkten akzeptabel sind, und ermöglicht eine agile Reaktion bei der Kunden­verwaltung in jeder regulatorischen Umgebung.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Lösungen zur Identitätsverifizierung agil genug sind, jeden Datenpunkt sicher zu zertifizieren und nur die notwendigen Datenpunkte für den jeweiligen Anwendungsfall freizugeben. Das primäre Ziel besteht darin, Vertrauen in digitale Dienste zu schaffen, also: persönliche Informationen zu schützen und Daten transparent zu verarbeiten.

Vertrauen, Datenschutz und digitale Transformation

Die Auswirkungen von Betrug auf Wirtschaft und Verbraucher sind so groß, dass Unternehmen dringend ihre Abwehrmechanismen weiterentwickeln müssen, um Verbraucher-Identitäten, persönliche Daten und gleichzeitig ihre Gewinne in einem sich wandelnden digitalen Umfeld zu schützen.

Egal wie sicher Identitäts- und Sicherheitslösungen auch sind: Die Akzeptanz durch den Verbraucher hängt von der individuellen Wahrnehmung, von Vertrauen und der Benutzer­erfahrung ab. Anbieter müssen zudem einen effizienten Ablauf für digitale Services und Transaktionen schaffen und verstehen, dass KI- und manuelle Verifizierung jeweils Kompromisse in Bezug auf Sicherheit und Benutzererlebnis erfordern. Auch hier ist ein Maß an Agilität gefragt, das durch eine ausgereifte digitale Infrastruktur erreicht wird.

Überwachung von Schattendaten

KI trägt zur Verbesserung der Cybersicherheit und Geschäftsabläufe bei. Es gibt ausgereifte und weit verbreitete KI-Tools zur Überwachung und Identifizierung von Schattendaten, unange­messenen Zugriffsanfragen, sowie zur Warnung vor verdächtigen Aktivitäten und zur Automatisierung von Reaktionen auf Vorfälle und ihre Bearbeitung. KI bietet einen Mehrwert bei der Mustererkennung und Priorisierung von Bedrohungen und Aktivitäten mittels regelbasiertem Programmieren. Das spart Zeit, überwacht die Einhaltung von Vorschriften und gewährleistet so eine höhere Genauigkeit.

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Diese Risikoanalysen und Risiko­minderungs­funktionen schützen Organisationen massiv vor Sicherheitsverletzungen, Phishing, Malware und anderen Aktivitäten. Die Geschwindigkeit und Agilität, die KI bei der Betriebsführung bringt, kann Betrugskosten reduzieren und Benutz­ererlebnisse vereinfachen, indem viele Arten der Analyse zur Bestätigung von Aktionen verwendet werden: zum Beispiel die Bestätigung der Identität eines Benutzers und die Berechtigung zum Zugriff auf seine Unternehmens- oder Kontoinformationen.

Die Notwendigkeit einer robusten Integration digitaler Identität

Das Fehlen einer robusten Integration digitaler Identität ist ein fehlendes Glied auf dem Weg zu mehr betrieblicher Reife in Unternehmen. Denn durch sie sind Unternehmen in der Lage, schnelle, durchgängige digitale Dienstleistungen für Kunden anzubieten, die plattformübergreifend funktionieren. Traditionelle Schritte zur Identitätsverifizierung sind langsam und erfordern von den Nutzern oft Offline-Maßnahmen, wie das Versenden von Dokumenten.

Bei vollständiger Digitalisierung hat ein Unternehmen mehr Kontrolle über die eigene Sicherheit und kann KI-gestützte Arbeitsabläufe wie Anti-Money Laundering (AML)- und Know Your Client (KYC)-Prozessen optimieren. Darüber hinaus wirken intelligente Tools wie die Liveness Detection sogar gegen Betrug mit AI-generierten Bildern: sie vergleichen als Teil der biometrischen Verifizierung Fotos auf Ausweisdokumenten mit Video-Selfies. So besteht kein Zweifel an der Identität der Nutzer und der Echtheit der Dokumente.

Cyberkriminalität und Betrug agil bekämpfen

Sicherheits- und Betrugsabwehrmaßnahmen sind entscheidend, müssen jedoch kein „notwendiges Übel“ sein. Das digitale Erlebnis ist ganzheitlich, die richtigen KI-Tools stärken das Unternehmen in mehreren Bereichen. Agilere Lösungen bieten eine bessere Geschäftsabwicklung, was wiederum Kunden zufriedenstellt. Auch die unternehmenseigenen Daten in der Geschäftsanalyse können so besser genutzt werden. Kunden beizubringen, wie sie diese Dienste optimal nutzen und sich und ihre Systeme schützen, ist entscheidend. KI-Lösungen können allen Beteiligten als zusätzliche Risikomanagement- und Automatisierungsebene helfen, um Kundenprozesse zu beschleunigen.

KI, digitale Erlebnisse und digitale Identität müssen ineinandergreifen, um Betrug und andere Cyberbedrohungen zu verhindern und schaffen damit ein ganzheitliches, agiles Unternehmen.

Über den Autor: Maxime Hambersin, mit Sitz in Paris, Frankreich, ist seit Juli 2019 als Senior Director of Product Management International bei DocuSign tätig, wo er seine Expertise in den Bereichen Cyber-Sicherheit, Identität und Vertrauenswürdigkeit einbringt. Zuvor war Maxime mehrere Jahre als Managing Director Financial Services bei Accenture tätig.

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