1,2 Milliaden Datensätze im Darknet Milliarden-großes Datenleck bei Facebook

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Cyberkriminelle bieten 1,2 Milliarden Nutzerdatensätze von Facebook im Darknet an. Sie behaupten, die Daten würden aus einem völlig neuen Vorfall stammen. Facebook streitet den Vorwurf ab, doch ein Analystenteam hat sich die Datensätze genauer angesehen.

Zu den jüngst im Darknet aufgetauchten Facebook-Daten gehören Namen, E-Mail-Adressen und Standorte der Nutzer. Meta behauptet jedoch, dass die Informationen aus einem Sicherheitsvorfall stammen würden, der bereits Jahre zurückliege.(Bild:  KI-generiert)
Zu den jüngst im Darknet aufgetauchten Facebook-Daten gehören Namen, E-Mail-Adressen und Standorte der Nutzer. Meta behauptet jedoch, dass die Informationen aus einem Sicherheitsvorfall stammen würden, der bereits Jahre zurückliege.
(Bild: KI-generiert)

Auf einer beliebten Darknet-Plattform bietet ein Cyberkrimineller 1,2 Milliarden Nutzerdatensätze zum Verkauf an, von denen er behauptet, sie bei Facebook gestohlen zu haben. Wie Cybernews berichtet, habe er dafür eine Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) des Social-Media-Dienstes von Meta missbraucht.

Meta streitet neuen Datenabfluss ab

Wie der Hacker in dem Darknet-Forum behauptet habe, würde es sich bei den Datensätzen nicht um eine Zusammenstellung alter Informationen handeln, sondern um einen völlig neuen Datensatz. Sollte dies wahr sein, würde es sich bei dem Datendiebstahl um eines der größten Datenlecks handeln, die es bei Facebook jemals gab. Der Mutterkonzern Meta dementierte diese Aussagen allerdings. So habe Cybernews die Rückmeldung erhalten, dieser Fall sei kein neuer. Schon vor Jahren sei er öffentlich gemacht worden und seither Schritte unternommen, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. Die Redaktion von Cybernews habe außerdem einen Blog-Beitrag aus dem Jahr 2021 von Meta zugeschickt bekommen, in dem es darum geht, wie der Anbieter Scraping bekämpft.

Erpressungsversuche, bei denen Cyberkriminelle versuchen Unternehmen mit Daten, die aus alten Sicherheitsvorfällen stammen, zu erpressen, gibt es immer wieder. Im April bestätigte zum Beispiel Check Point einen Cyberangriff, betonte aber, dass die Kundendaten, die im Darknet zum Verkauf angeboten wurden, von einem Datenabfluss stammten, der bereits aufgeklärt sei.

Data Scraping ist Alltag bei Facebook

Analysten von Cybernews hätten jedoch feststellen können, dass die Facebook-Daten tatsächlich neu seien. Dafür sei eine Stichprobe von 100.000 Datensätzen untersucht worden. Dem Team zufolge sind die Daten legitim. Darunter:

  • Benutzer-IDs
  • Namen
  • E-Mail-Adressen
  • Benutzernamen
  • Telefonnummern
  • Standorte
  • Geburtstage
  • Geschlechter

Auch, wenn die Behauptungen des Cyberkriminellen noch nicht final bestätigt sind, raten die Analysten zur Vorsicht. Mit einem so großen Datensätze können Cyberkriminelle schließlich eine Menge Schaden anrichten, von Phishing bis hin zu Identitätsbetrug.

Das Scrapen von Facebook-Daten ist keine Seltenheit. Sowohl Cyberkriminelle sammeln Informationen über Nutzer, wie deren Telefonnummern, Standorte und E-Mail-Adressen. Bereits 2021 hatten Unbekannte Daten von rund 533 Millionen Facebook-Nutzern im Darknet veröffentlicht. Mittlerweile können Betroffene sich einer Sammelklage anschließen, um mögliche Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Doch auch Meta selbst scrapt Daten seiner Nutzer, zuletzt um damit die KI Meta AI zu trainieren. Dafür erntete der Konzern nicht nur heftige Kritik, sondern auch eine Abmahnung durch Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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