Security Awareness Cybersecurity: Deutschland auf Platz 1

Autor: Melanie Staudacher

In Sachen Cybersecurity hat Deutschland weltweit die Nase vorn. Das ergab eine globale Studie des Herstellers Nord VPN. Zwar wissen die Deutschen, wie sie sich online zu verhalten haben, die Praxis lässt in einigen Fällen jedoch leider noch zu wünschen übrig.

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Nord VPN hat weltweit über 48.000 Menschen zu ihrem Online-Verhalten befragt. Unter den deutschen Befragten ist die Security Awareness am höchsten.
Nord VPN hat weltweit über 48.000 Menschen zu ihrem Online-Verhalten befragt. Unter den deutschen Befragten ist die Security Awareness am höchsten.
(Bild: scandinaviastock - stock.adobe.com)

Zwar zählt Deutschland nicht mehr zu den Top 3 der innovativsten Länder, hat in Sachen Cyber-Sicherheit jedoch die Nase vorn. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie von Nord VPN. Darin wurden 48.063 Menschen aus 192 Ländern zu ihren Online-Datenschutzfähigkeiten und -kenntnissen befragt.

Innovation treibt Fortschritt auf der ganzen Welt an. Welches die innovativsten Länder sind, versucht u.a. der Innovationsindex von Bloomberg abzubilden (Symbolbild).

Bloomberg-Innovationsindex 2021

Innovationsindex: Warum Deutschland den Innovations-Thron räumen musste

Was die Deutschen bereits wissen

So schnitt Deutschland im internationalen Vergleich ab.
So schnitt Deutschland im internationalen Vergleich ab.
(Bild: NordVPN)

Mit insgesamt 71,2 von 100 möglichen Punkten liegt Deutschland dabei auf Platz 1. Bei den Grundlagen des Online-Datenschutzwissens erzielten die Deutschen 78 von 100 Punkten. Zwar wissen die meisten, dass ein sicheres Passwort eher so aussieht „kgZ{J.P0WO#r“ als so „QwertY1234“. Dennoch gaben 6,5 Prozent an, dass sie immer noch schwache Passwörter verwenden. Des Weiteren sind 82,4 Prozent darüber im Bilde, dass dasselbe Passwort nicht für mehrere Konten verwendet werden sollte. Außerdem wissen sie, wie sich Malware verbreitet und welche Informationen Internetdienstanbieter aufzeichnen. Auch bei der Testfrage, wie sie sich in Situationen verhalten würden, die mit digitalen Risiken verbunden sind, haben sich die Deutschen mit 90,2 von 100 Punkten gut geschlagen.

Bei den digitalen Gewohnheiten fielen die Deutschen allerdings etwas zurück und erreichten nur wenig mehr als die Hälfte der Punkte (53,2 von 100). Am meisten haperte es am Umgang mit den Datenschutzbestimmungen: 36,4 Prozent akzeptieren diese, ohne sie zu lesen. „Wie wir uns trotz unseres Wissens online verhalten, macht unsere digitalen Gewohnheiten aus. Obwohl die Mehrheit weiß, wie sie sich verhalten sollte, bedeutet das nicht, dass im Alltag ein hohes Maß an Online-Hygiene herrscht. Hier folgen die deutschen Testteilnehmer leider dem globalen Trend. Dinge wie Wachsamkeit bei der Verwaltung von App-Benachrichtigungen, verwendete Sicherheitstools und Informationen, die wir in den sozialen Medien teilen, sind die Schwachstellen“, erklärt Daniel Markuson, Experte für digitalen Datenschutz bei Nord VPN.

Gloables Ranking – die Top 10

Im Großen und Ganzen hat die Welt den Test auf dem Gebiet des Online-Datenschutzwissens Nord VPN zufolge mit einem recht zufriedenstellenden Ergebnis bestanden. Die Gesamtpunktzahl im internationalen Datenschutztest beträgt 65,2 von 100 Punkten. Doch obwohl Menschen weltweit wissen, wie man Online-Bedrohungen zu bewerten hat und wie man darauf reagiert (84,2 von 100) und theoretisch über Online-Sicherheit Bescheid wissen (72,2 von 100), haben sie schlechte Cyber-Sicherheitsgewohnheiten. Sie befolgen nicht die Regeln, die sie kennen. Auf diesem Gebiet liegt die weltweite Punktzahl bei 47,1 von 100.

Platzierung Land Gesamtergebnis Digitale Gewohnheiten Bewusstsein für Datenschutz Risikotoleranz
1 Deutschland 71.2 53.2 78 90.2
2 Niederlande 69.5 51.9 75.8 88.6
3 Schweiz 68.9 51.5 75.8 86.9
4 USA 68.5 49.7 76.5 87.3
5 Belgien 68.0 50.5 74.7 86.6
6 Frankreich 67.7 48.8 75.1 87.4
7 Dänemark 67.6 49.6 73.3 88.0
8 Norwegen 67.0 49.2 72.2 87.7
9 Spanien 67.0 49.6 72.7 86.6
10 Schweden 66.2 47.5 73.5 85.8

Daniel Markuson fügt hinzu, dass man für echte Online-Privatsphäre nicht nur wissen muss, wie man auf Bedrohungen reagiert, sondern auch, wie man diese Bedrohungen von Anfang an verhindert, indem man mit Bedacht handelt. Wenn man den Browserverlauf löscht, trägt das zum Beispiel nicht zu mehr Datenschutz bei, wie die halbe Welt denkt. Dies funktioniere nur mit richtigen Verhaltensweisen und umfassenden Cybersicherheitstools wie VPNs und Antiviren-Software.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH