Rechtliche Fallstricke beim Umgang mit E-Mail und Kundendaten

Datenschutz bei geschäftlichen E-Mails

| Redakteur: Peter Schmitz

Wenn Unternehmen beim Umgang mit Kundendaten und E-Mails den Datenschutz vernachlässigen, dann hat das immer öfter unangenehme rechtliche Konsequenzen, wie drei aktuelle Fälle beweisen.
Wenn Unternehmen beim Umgang mit Kundendaten und E-Mails den Datenschutz vernachlässigen, dann hat das immer öfter unangenehme rechtliche Konsequenzen, wie drei aktuelle Fälle beweisen. (Bild: VBM)

Unternehmen müssen im Umgang mit personenbezogenen Daten besondere Sorgfalt walten lassen. Dies gilt auch für gewerbliche E-Mails. Bei Fehlern können hier schnell empfindliche Bußgelder fällig werden.

Personenbezogene Daten dürfen nicht ohne Weiteres an Dritte weiter gegeben werden. Dies gilt auch für gewerbliche E-Mails. Unternehmen müssen zum Beispiel darauf achten, in ihrem E-Mail-Verkehr keine Kundendaten so offenzulegen, dass andere Kunden diese erhalten, sonst kann das leicht Bußgelder von bis zu 50.000 Euro zur Folge haben.

Der Umgang mit E-Mail-Konten von Mitarbeitern kann ebenfalls zu rechtlichen Problemen führen – wenn das Konto auch private Daten enthält, darf das Unternehmen damit nicht nach Belieben verfahren. Die D.A.S. Rechtsschutzversicherung stellt drei Urteile zum Thema "Datenschutz bei E-Mails“ vor.

Fall 1: Bußgeld wegen eines offen lesbaren E-Mail-Verteilers

Die Mitarbeiterin eines Handelsunternehmens hatte an Kunden eine E-Mail geschickt, die in ausgedrucktem Zustand zehn Seiten lang war. Davon umfassten neuneinhalb Seiten die E-Mail-Adressen der Empfänger und eine halbe Seite informierte die Leser darüber, dass ihr Anliegen zeitnah bearbeitet werde.

Einige Kunden waren nicht begeistert – denn man konnte aus der E-Mail-Adresse ihren Namen erkennen. Es kam zu Beschwerden beim Bayerischen Landesamt für Datenschutz, das ein Bußgeld verhängte.

Grund: Es handle sich bei den E-Mail-Adressen um personenbezogene Daten. Diese dürften an Dritte nur mit Einwilligung oder gesetzlicher Grundlage weiter gegeben werden. Das Bußgeld sei angesichts der erheblichen Anzahl der Adressen verhängt worden. Unsichtbar seien die Adressen nur bei Eintragung in das „BCC“-Feld (BCC=“Blind Carbon Copy“). Bei Eintragung in das „An“-Feld oder das „CC“-Feld könne jeder die anderen Empfängeradressen sehen – und dies sei unzulässig.

Das BayLDA kündigte an, in ähnlichen Fällen weitere Bußgelder zu verhängen – nicht nur gegen den zuständigen Mitarbeiter, sondern wegen mangelhafter Unterweisung auch gegen die jeweilige Unternehmensleitung.

Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht

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