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Sicherheit nicht allein dem Nutzer überlassen
Verantwortliche im Bankenbereich und auch andere Webseiten-Betreiber denken häufig noch, dass der Schutz allein vom Nutzer ausgehen sollte: jeder Anwender müsse eine Virenerkennung auf seinem Rechner installiert haben. Laut Google Research erkennt Antivirus-Software aber nur einen Teil der Schadcodes.
Die Ansichtsweise sollte daher grundlegend überdacht werden; auch Webseiten-Betreiber müssen sich aktiv gegen solche clientbasierenden Angriffe schützen. Ein geeigneter Schutz kann über unterschiedliche Wege erfolgen. Eine intelligente Anwendungsentwicklung (dies umfasst sowohl Design als auch die eigentliche Programmierung) kann Angriffe bereits reduzieren.
Ein weiteres geeignetes Instrument ist es, den Datenverkehr zu analysieren, um potenzielle Anomalien innerhalb eines Transfers zu identifizieren. Auch mit Software-Client-basierten Systemen lässt sich das Risiko minimieren – allerdings muss das Unternehmen den Anwender dazu bringen, den Client vorher zu installieren.
Bei einem Client-losen Ansatz muss der Nutzer hingegen Software-Installation durchführen. Das System sollte dabei in Echtzeit erkennen, ob das Gerät eines Users infiziert ist oder ein User-Account gehackt wurde. Entsprechende Lösungen achten auch auf menschliches Verhalten bei der Durchführung von Transaktionen, um automatisierte Transaktionen zu vermeiden.
Solche Lösungen sind darüber hinaus dazu in der Lage, schützenswerte Daten wie z.B. Username, Passwort oder die Kontonummer auf Anwendungsebene zu verschlüsseln. So werden sie für einen potenziellen Datendieb nutzlos. Ein weiterer Vorteil der Verschlüsselung auf Anwendungsebene liegt darin, dass die Informationen wie z.B. eine Kontonummer von Schadsoftware innerhalb des Browsers nicht geändert werden können. Auch Phishing wird in Echtzeit erkannt und meldet Angriffsversuche entsprechend an die IT-Abteilung.
Bei allen nötigen Schutzmechanismen, die von Seiten eines Webseiten-Betreibers ergriffen werden, sollte aber auch immer darauf geachtet werden, dass diese die Nutzererfahrung nicht beeinflussen. Sobald ein Kunde die Anwendung nicht mehr wie gewohnt vorfindet oder die Bedienung als schwierig empfindet, wird er einen Dienst meiden und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht wiederkehren.
* Alfredo Vistola arbeitet als Security Solution Architect bei F5 Networks.
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