Bitdefender „Hacked Off“-Studie

Führungskräfte weichen Security-Richtlinien auf

| Redakteur: Peter Schmitz

44 Prozent der deutschen IT-Security-Experten gehen davon aus, dass leitende Angestellte in ihrem eigenen Unternehmen Cybersicherheits-Richtlinien aufweichen oder ignorieren und so das Unternehmen in Gefahr bringen.
44 Prozent der deutschen IT-Security-Experten gehen davon aus, dass leitende Angestellte in ihrem eigenen Unternehmen Cybersicherheits-Richtlinien aufweichen oder ignorieren und so das Unternehmen in Gefahr bringen. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Bitdefender hat die Ergebnisse seiner internationalen „Hacked Off“-Umfrage von mehr als 6.000 IT-Security-Experten in acht Ländern bekannt gegeben, darunter auch 515 Befragte aus Deutschland. Die Studie analysiert den Druck, dem IT-Fachkräfte ausgesetzt sind und zeigt, wie sich dieser Druck auf die Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen auswirkt.

Eines der brisantesten Ergebnisse der „Hacked Off“-Studie von Bitdefender ist, dass 44 Prozent der deutschen IT-Security-Experten davon ausgehen, dass leitende Angestellte in ihrem eigenen Unternehmen Cybersicherheits-Richtlinien aufweichen oder ignorieren und so das Unternehmen in Gefahr bringen. Zudem zeigen die Antworten, dass 51 Prozent Befragten sich Sorgen um die Fähigkeit ihrer Organisation machen, global angelegten Cyberangriffen wie etwa WannaCry standzuhalten. Diese Besorgnis ist auch nicht ohne Anlass: Über die Hälfte deutscher Unternehmen (54 Prozent) wurden in den Jahren 2017 bis 2019 erfolgreich gehackt. Darüber hinaus halten es über ein Viertel der IT-Security-Profis (26 Prozent) für wahrscheinlich, dass, obwohl bislang kein Cyberangriff bekannt ist, doch insgeheim derzeit ein solcher Angriff läuft, ohne dass die Firma davon Kenntnis hat.

Zu wenig Ressourcen, viel Druck und schlaflose Nächte

Die deutschen Fachleute sind sich der Risiken für ihre Organisation sehr bewusst: Ein Drittel (34 Prozent) gab an, dass ihnen die Sorge um die Cybersicherheit nachts den Schlaf raubt. Darüber hinaus leiden viele IT-Security-Experten an „Breach Fatigue“, also Ermüdungserscheinungen, weil sie zu vielen potenziellen Datenverstößen nachzugehen haben. Durchschnittlich die Hälfte der Warnungen von EDR-Systemen sind Fehlalarme. 38 Prozent der Fachleute sagen, dass ihr Team sowohl unter zu vielen Warnungen als auch unter der Arbeit mit zu vielen unterschiedlichen Software-Agenten für die IT-Sicherheit leidet („Alert Fatigue“ und „Agent Fatigue“). 69 Prozent von ihnen glauben, dass ihre Organisation wegen mangelnder finanzieller und personeller Ressourcen stärker durch Cyberangriffe bedroht ist.

Die Security muss effektiver werden

Fast jeder dritte deutsche IT-Sicherheitsprofi (32 Prozent) gibt an, dass es im Falle eines ausgefeilten Cyberangriff eine Woche oder länger dauern würde, die Lage zu erkennen. Auch die Identifizierung von Datenvorfällen scheint ein Problem zu sein: Nur vier Prozent der Befragten vermuten, dass sie mit ihren derzeitigen Security-Werkzeugen jede fortschrittliche Attacke erkennen und isolieren können. Wenn es darum geht, in effektivere Methoden zu investieren, stehen die Analyse des Netzwerkverkehrs (Network Traffic Analysis) mit 43 Prozent und Antimalware mit 42 Prozent an erster Stelle. Die Frage, ob EDR hilft, zukünftige Angriffe zu verhindern, bejahen über zwei Drittel (68 Prozent).

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