Empfehlungen für Sicherheitsverantwortliche Diese Maßnahmen sollten CISOs bis Ende 2026 anstoßen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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KI-Agenten, Deepfakes und Quantenrisiken verändern die Anforderungen an die Unternehmenssicherheit. Gartner empfiehlt CISOs fünf Maßnahmen für das vierte Quartal und darüber hinaus.

Gartner empfiehlt CISOs, KI-Governance, Identitätsprüfung und die Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptografie stärker in die Sicherheitsstrategie einzubinden.(Bild:  Envato Elements)
Gartner empfiehlt CISOs, KI-Governance, Identitätsprüfung und die Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptografie stärker in die Sicherheitsstrategie einzubinden.
(Bild: Envato Elements)

Sicherheitsverantwortliche sollten technologische Veränderungen stärker in die Entscheidungsprozesse der Geschäftsleitung einbringen. Das fordert Gartner in einer Mitteilung von Ende September 2026. Die Analysten nennen fünf Handlungsfelder, die CISOs bis Ende des Jahres angehen sollten. Die Umsetzung reicht dabei teilweise darüber hinaus.

Hintergrund für diese Empfehlungen sind KI-gestützte Angriffe, offene Fragen zur Sicherheit von KI-Systemen und Risiken durch Quantencomputer. CISOs sollten deshalb nicht nur auf Vorfälle reagieren, sondern Sicherheitsanforderungen frühzeitig in Unternehmensentscheidungen verankern.

1. Verantwortung für KI-Sicherheit festigen

Gartner empfiehlt CISOs, ihre Rolle bei der Sicherheit von KI-Anwendungen klar zu definieren. Entscheidend sei nicht allein die Sicherheit eines Modells, sondern auch die Absicherung der Infrastruktur und das Zusammenspiel mit der umgebenden Software, Werkzeugen und Ausführungslogik.

Sicherheitsverantwortliche sollten sowohl die interne Governance als auch die technische Umsetzung mitgestalten und andere Mitglieder der Geschäftsleitung bei der Bewertung von KI-Risiken unterstützen.

2. KI-Agenten als Insider-Risiko behandeln

Für autonome KI-Systeme sollten Berechtigungen anhand ihrer möglichen Aktionen festgelegt werden und nicht anhand der vermeintlichen Intelligenz des Modells. Bereits die Fähigkeit, Unternehmensprozesse zu beeinflussen, könne erhebliche Cyberrisiken erzeugen.

In einer Gartner-Umfrage von 297 Cybersecurity-Führungskräften im zweiten Quartal 2026 hatten 54 Prozent der Organisationen entweder keinen definierten Ansatz zur Begrenzung von KI-Agentenzugriffen oder orientierten sich an bestehenden menschlichen Zugriffsrechten.

Für autonome Multiagentensysteme empfiehlt Gartner zudem sogenannte Guardian Agents. Diese sollen agentenbasierte Abläufe überwachen und die Reichweite möglicher Schäden begrenzen.

3. Wiedererkennen nicht als Identitätsnachweis akzeptieren

Angesichts zunehmender Deepfake-Vorfälle sollten Unternehmen Prozesse überarbeiten, bei denen eine bekannte Stimme oder ein vertrautes Erscheinungsbild als ausreichende Grundlage für Entscheidungen und Freigaben gilt. Gartner plädiert für einen mehrschichtigen Ansatz: Technologien zur Deepfake-Erkennung sollten durch Kontextinformationen, zusätzliche Authentisierung und Prüfungen zur Herkunft von Inhalten ergänzt werden.

4. Budget für präventive Sicherheitsfähigkeiten einplanen

KI reduziert den Zeitaufwand und die erforderlichen Fähigkeiten, um Schwachstellen aufzuspüren und auszunutzen. In einer Gartner-Umfrage von mehr als 300 Verantwortlichen für Unternehmensrisiken im zweiten Quartal 2026 zählten 76 Prozent der befragten CISOs die KI-gestützte Entdeckung von Cyber-Schwachstellen zu ihren zehn wichtigsten neuen Risiken.

Doch Erkennung und Reaktion allein reichen aus Sicht des Analystenhauses nicht mehr aus. CISOs sollten deshalb auch Schutzmaßnahmen budgetieren, die Angriffe im Vorfeld erschweren. Gartner nennt unter anderem dynamisch veränderte Systemumgebungen, das Verbergen interner technischer Details sowie Ködersysteme, die Angreiferaktivitäten sichtbar machen. Ergänzend sollen vorausschauende Bedrohungsanalysen helfen, mögliche Angriffswege frühzeitig zu erkennen.

5. Post-Quanten-Kryptografie erproben

CISOs sollten außerdem erste Pilotprojekte für die Migration auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC) starten. Laut einer Gartner-Umfrage hatten 51 Prozent der befragten CISOs noch keine PQC-bezogenen Aktivitäten begonnen. Unternehmen, die bis 2027 nicht mit der Erprobung beginnen, müssen bei der vollständigen Migration mit mindestens 200 Prozent höheren Kosten rechnen. Dabei handelt es sich um eine Prognose, nicht um bereits gemessene Migrationskosten.

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Gartner betont, dass die Vorbereitung über einen technischen Austausch kryptografischer Verfahren hinausgeht und Änderungen am Sicherheitsbetriebsmodell erfordert. Als Risiken nennt das Unternehmen unter anderem das heutige Sammeln verschlüsselter Daten zur späteren Entschlüsselung mit Quantencomputern.

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