Seit Jahresbeginn 16 Milliarden Zugangsdaten aus mehreren Datenlecks aufgetaucht

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Das Automatisierte Sammeln von sensiblen Daten durch Infostealer nimmt zu. Aus diesem Grund haben es sich die Analysten von Cybernews zur Aufgabe gemacht, solche Datenlecks aufzuspüren. Mittlerweile haben die Forscher rund 16 Milliarden ungeschützte Zugangsdaten gefunden.

Die Analysten von Cybernews suchen im Netz nach offengelegten Daten. Seit Jahresbeginn seien sie in der Lage gewesen, 30 ungeschützt Pakete zu identifizieren, die gemeinsam 16 Milliarden Einträge enthalten sollen.(Bild:  Nmedia - stock.adobe.com)
Die Analysten von Cybernews suchen im Netz nach offengelegten Daten. Seit Jahresbeginn seien sie in der Lage gewesen, 30 ungeschützt Pakete zu identifizieren, die gemeinsam 16 Milliarden Einträge enthalten sollen.
(Bild: Nmedia - stock.adobe.com)

Nur wenige Tage, nachdem die Sicherheitsforscher von Cybernews das wohl größte Datenleck Chinas aufgedeckt haben, folgte nun eine weitere Meldung dieser Art: Die Forscher wollen ungeschützte Datenpakete gefunden haben, die mehrere Milliarden von Zugangsdaten enthalten haben sollen.

Infostealer stehlen milliardenweise Daten

Seit Jahresbeginn habe das Cybernews-Team systematisch nach offengelegten Daten im Internet gesucht. Bislang habe es 30 solcher Datenpakete gefunden. Dabei reiche der Umfang von einigen Millionen bis hin zu über 3,5 Milliarden Einträgen pro Datensatz. So sollen mittlerweile 16 Milliarden ungeschützte Einträge gefunden worden sein. Von diesen Datensätzen sei bis auf einen keiner bisher öffentlich bekannt gewesen. Die Ausnahme sei eine Datenbank, die 184 Millionen Datensätze mit Anmeldeinformationen enthalten habe. Diese sei den Cybernews-Forschern zufolge jedoch hinsichtlich ihrer Größe derzeit nicht einmal unter den Top 20. Jede Woche würden neue riesige Datensätze im Netz auftauchen, was darauf hindeute, dass Infostealer-Malware sich mit rasanter Geschwindigkeit ausbreiten würden.

Bei den gefundenen Datensätzen handle es sich neben Cookies, Tokens und Metadaten auch um Login-Informationen zu großen Online-Diensten wie Apple, Facebook, Google und Telegram. Es seien aber auch staatliche Plattformen und Unmengen weitere Dienste von den Datenlecks betroffen. Mit den erbeuteten Daten sind Cyberangreifer in der Lage, Phishing-Angriffe durchzuführen, Nutzerkonten zu übernehmen und weitere Daten zu stehlen und zu verschlüsseln.

Einige Datensätze seien allgemein „logins“ oder „credentials“ benannt worden. Andere hätten allerdings Hinweise auf den betroffenen Dienst oder ihren Ursprung geliefert. So hätten die Analysten einen Datensatz mit über 455 Millionen Einträgen der russichen Föderation zuordnen können. Ein weiteres Paket habe den Namen „Telegram“ gehabt und über 60 Millionen Datensätze enthalten. Aufgrund der schieren Menge an Datensätze, bei der sich gewiss auch Daten doppeln, ist Cybernews eigenen Angaben zufolge nicht in der Lage zu benennen, wie viele Personen von den Datenlecks betroffen sind. Auch, wer hinter den Leaks stecke, sei nicht bekannt.

Schutz vor Infostealern

Um sich vor Datendiebstahl durch Infostealer zu schützen, können Unternehmen folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Zero Trust-Strategie konsequent umsetzen
  • Verhaltenserkennung statt nur Signaturen
  • Passwortschutz und Zugangskontrolle
  • Kontrolle des ausgehenden Datenverkehrs
  • Regelmäßiges Hardening und Patch-Management
  • Awareness-Schulungen
  • Kontenüberwachung und Credential Exposure Checks
  • Incident Response vorbereiten

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