Elektrofahrzeuge in intelligente Stromnetze (Smart Grids) zu integrieren, stellt einen wichtigen Fortschritt im Energiemanagement dar, birgt aber auch Herausforderungen. Besonders die Cybersicherheit gewinnt weiter an Bedeutung, da es im Ökosystem der Elektromobilität viele Komponenten gibt, die Cyberkriminellen Zugang zum intelligenten Stromnetz verschaffen könnten.
Cyberangriffe bedrohen Smart Grids und Elektrofahrzeuge. Eine einheitliche, zeitgemäße Cybersicherheit ist entscheidend für vernetzte Energieinfrastrukturen.
(Bild: iStock.com/3alexd)
Intelligente Stromnetze stellen eine grundlegende Weiterentwicklung herkömmlicher Stromnetze dar und nutzen fortschrittliche Technologien, um Effizienz, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit zu verbessern.
Anders als herkömmliche Netze können intelligente Netze eine multidirektionale Kommunikation zwischen Energieerzeugern, Verbrauchern und Netzbetreibern herstellen. So können die Energieflüsse in Echtzeit überwacht, gesteuert und optimiert werden. Außerdem erleichtern sie die fortschrittliche Messinfrastruktur (AMI), die Automatisierung der Verteilung, die Integration erneuerbarer Energien und die Widerstandsfähigkeit des Netzes. Allerdings bieten intelligente Netze, aufgrund ihrer Vielzahl an Komponenten auch eine größere Angriffsfläche und erfordern ein neues Cybersicherheitsmanagement.
Von der Betriebsunterbrechung bis zur Cyberkriegsführung mit politischem Hintergrund
Intelligente Stromnetze sind mit zahlreichen potenziellen Cyber-Bedrohungen, wie Malware-Angriffen oder Denial-of-Service-Angriffen konfrontiert. Durch diese könnten nicht nur Daten wie Zahlungsdaten gestohlen werden, sie können auch die Datenintegrität gefährden und sogar den gesamten Netzbetrieb beeinträchtigen. Daher sind intelligente Stromnetze nicht nur ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle, sondern auch potenzielle Ziele in einem Cyber-Krieg.
Zusätzlich stellen Schwachstellen in Komponenten oder Software von Drittanbietern, die in der Smart-Grid-Infrastruktur verwendet werden, Risiken dar und könnten die Sicherheit und Integrität des Systems gefährden.
Schwachstellen beseitigen und Compliance sicherstellen
Aufgrund ihrer vernetzten Natur bieten intelligente Stromnetze eine größere Angriffsfläche, so dass es entscheidend ist, die Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren und zu beseitigen. Mit einer Vielzahl von Komponenten, die miteinander interagieren, erhöht sich die Angriffsfläche erheblich. Ein bedeutendes Risiko besteht darin, dass intelligente Stromnetze nicht isoliert sind, sondern mit anderen Netzen verbunden sind.
Ein Angriff auf einen einzelnen Haushalt, der ein intelligentes Stromnetz nutzt, könnte weitreichende Auswirkungen haben und die Stromversorgung ganzer Stadteile oder Gemeinden gefährden. Besonders relevant ist dies für Gemeinden, die überwiegend auf erneuerbare Energien aus intelligenten Netzen angewiesen sind.
Risiken in vernetzten Elektromobilitätssystemen erkennen – zum frühestmöglichen Zeitpunkt
Die Integration von Elektrofahrzeugen in intelligente Stromnetze erhöht die Anfälligkeit eines bereits fragilen Systems. Schwachstellen können sich auf die Ladeinfrastruktur, Energiespeichersysteme und die Interaktionen zwischen Fahrzeugen und dem Netz erstrecken. Die Bedrohungen für die Cybersicherheit reichen über die Beeinträchtigung der Systemfunktionalität hinaus und umfassen auch die Sicherheit persönlicher Daten, was die Landschaft noch komplexer macht.
Derzeit fehlt es an einem einheitlichen gesetzlichen Ansatz für Cybersicherheitsmaßnahmen in Bezug auf die Energieinfrastruktur. Daher ist es wichtig, dass Hersteller mit Experten zusammenarbeiten, um die Funktionalität ihrer Produkte zu gewährleisten und die Sicherheit des gesamten Ökosystems zu schützen. Ziel der Hersteller ist es, Cybersecurity-Bedrohungen bereits während des Designprozesses ihrer Produkte zu erkennen, um mögliche Probleme zu verhindern. Experten können dabei helfen, Risiken zu identifizieren und Entwicklungsarbeiten sowie Überprüfungen während des gesamten Prozesses durchzuführen.
Visionen für die Zukunft der vernetzten Elektromobilität
In Zukunft wird voraussichtlich ein stärker standardisierter Ansatz für Cybersicherheit eingeführt werden, der durch gemeinsame Praktiken und Kooperationen sichert, dass die Cybersicherheit nicht allein von den Entscheidungen einzelner Hersteller abhängt. Trotz des aktuellen Mangels an Cybersicherheitsnormen und -standards für E-Ladestationen finden bereits viele Diskussionen statt, um sicherzustellen, dass Cybersicherheit bei diesen Einrichtungen berücksichtigt wird.
Die Kommunikation zwischen intelligenten Netzen und Elektrofahrzeug-Ladestationen ist entscheidend für effizientes Energiemanagement und um die Netzstabilität zu gewährleisten. Sichere Authentifizierung, Verschlüsselung und Datenintegrität sind unerlässlich, damit die Kommunikationskanäle des intelligenten Stromnetzes vor Cyberbedrohungen geschützt werden und den Ladebetrieb von Elektrofahrzeugen zuverlässig und sicher zu gestalten. In einer zunehmend vernetzten Zukunft ist dies von besonderer Bedeutung, da unser tägliches Ökosystem dadurch anfälliger für Angriffe wird.
Stand: 08.12.2025
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Intelligente Stromnetze und E-Fahrzeuge: Datenschutz in Gefahr
Elektrofahrzeuge (EVs) in intelligente Stromnetze zu integrieren, verbessert die Möglichkeiten des Energiemanagements, vor allem durch die Kommunikation zwischen EV-Ladestationen und intelligenten Stromnetzen. Dies erleichtert ein effizientes Energiemanagement und trägt zur Stabilität und Zuverlässigkeit des Netzes bei.
Dadurch, dass intelligente Netze immer mehr verbreitet sind, steigt auch das Risiko von Cyberangriffen auf diese. Aktuell entwickeln Experten und Politiker neue Normen und Vorschriften, um Schwachstellen in der Cybersicherheit von dezentralen Energiequellen zu beheben, die für den Betrieb intelligenter Netze unerlässlich sind.
Hinsichtlich des Datenschutzes hängt das Risiko von der Art der ausgetauschten Informationen ab. Während Smart Grids Versorgungsinformationen und Stromverbrauchsdaten übermitteln können, ist die Menge der ausgetauschten persönlichen Daten in der Regel minimal. In EV-Ladeszenarien, die Zahlungs- und Finanzdaten beinhalten, können jedoch erhöhte Cybersicherheitsrisiken bestehen.
Fazit: Nur Sicherheit gewährleistet das volle Potential
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es ein geringeres Risiko darstellt, ein intelligentes Stromnetz in privaten Haushalten zu verwenden, um Elektrofahrzeuge aufzuladen, als öffentliche Ladestationen. Diese stellen in der Regel ein geringeres Risiko für die Cybersicherheit persönlicher Daten dar. Dennoch erfordert die kontinuierliche Weiterentwicklung der intelligenten Stromnetze und deren Integration mit Elektrofahrzeugen, dass Unternehmen wachsam bleiben und bewährte Cybersicherheitsverfahren einhalten, um potenzielle Bedrohungen zu minimieren.
Die Aufklärung der Verbraucher über Cybersicherheitsrisiken und bewährte Praktiken ist von größter Bedeutung. Während Branchenverbände an Ressourcen arbeiten, bleibt noch viel zu tun, um genaue Informationen zu verbreiten und Verbraucher in die Lage zu versetzen, fundierte Entscheidungen über vernetzte Elektromobilitätsprodukte zu treffen.
Insgesamt ist der Schutz der Integration von intelligenten Netzen und Elektromobilität von entscheidender Bedeutung, um die Vorteile von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu realisieren. Durch proaktive Maßnahmen und die Zusammenarbeit der Interessengruppen bei der Bewältigung der Herausforderungen der Cybersicherheit können wir die Zuverlässigkeit und Sicherheit unserer Energieinfrastruktur gewährleisten und das volle Potenzial der Integration intelligenter Netze ausschöpfen.
Über den Autor: Michael Becker ist als Global Business Director bei der CSA Group für die Bereiche Energiespeicher, EV-Ladegeräte und Wechselrichter zuständig. Er war eine wichtige technische und geschäftliche Ressource bei CSA und hat das neue CSA EVSE- und Wechselrichter-Labor entwickelt, um alle relevanten Prüfanforderungen zu erfüllen. Michael hat sowohl Zertifizierungs- als auch Branchenerfahrung in der Leitung neuer Produktentwicklungsinitiativen für Batterie- und Ladesysteme. Er hat auch an der Entwicklung von Standards für erneuerbare Energien mitgewirkt.