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Kommentar zur „Antivirus is dead!”-Aussage Ist Antivirus wirklich tot?

| Autor / Redakteur: Peter Stelzhammer / Peter Schmitz

„Antivirus ist tot!“, behauptet Brian Dye, Symantecs Senior-Vizepräsident für Informationssicherheit gegenüber dem Wall Street Journal und sorgt damit für viel Verwirrung und Diskussionen. Peter Stelzhammer, Mitgründer des unabhängigen Testlabors AV-Comparatives kommentiert die Aussage exklusiv für Security-Insider.

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"Antivirus ist tot" bezieht sich wohl eher auf signaturbasierte Virenerkennung. Antivirus-Software, die ausschließlich damit arbeitet, hat in der Tat längst ausgedient. Allerdings ist das schon seit Jahren so, hier erzählt uns Symantec nichts Neues.
"Antivirus ist tot" bezieht sich wohl eher auf signaturbasierte Virenerkennung. Antivirus-Software, die ausschließlich damit arbeitet, hat in der Tat längst ausgedient. Allerdings ist das schon seit Jahren so, hier erzählt uns Symantec nichts Neues.
(Bild: AndreasJ - Fotolia.com)

In einem Interview vom 4. Mai im Wall Street Journal erklärte der Senior Vizepräsident von Symantec, dass die Antiviren-Technologie „tot" sei. „Wir betrachten Antivirus nicht mehr als einen Moneymaker.” Seiner Meinung nach haben die gegenwärtigen Taktiken keine Zukunft mehr und neue Technologien, an denen sie arbeiten, seien notwendig.

Was bedeutet die Aussage von Brian Dye für Computernutzer? Können jetzt alle Windows-Anwender getrost ihre Security-Programme deinstallieren und sich im Netz sicher fühlen?

Oder ist die Aussage genauso ernst zunehmen wie der Ausspruch von Bill Gates aus dem Jahr 2004, dass Spam in zwei Jahren ausgestorben sein werden wird? Allein in den Honeypots von AV-Comparatives sammelten sich dieses Jahr, also gut zehn Jahre nach der Prognose von Bill Gates, täglich über 2 Millionen Spam-Mails und über 300.000 Malware-Samples.

Meint er wirklich Antivirus ist tot? Wohl eher signaturbasierte Erkennung ist tot!

Tatsache ist, dass sich hinter dem Begriff „Antivirus-Software“ eigentlich ein komplexes Produkt einer Security-Suite verbirgt, in der die gute alte, langerprobte signaturbasierte Virenerkennung mit verschiedenen neueren Techniken, wie z.B. Heuristiken, Sandboxing, Cloud-Analyse, Whitelisting, URL-Blocker, zusätzliche Firewall, Phishing-Schutz etc. zusammenarbeitet.

Die Aussage von Symantecs Vizepräsident bezieht sich wohl eher ausschließlich auf die signaturbasierte Virenerkennung. Antivirus-Software, die ausschließlich auf signaturbasierte Verfahren der Schadcodeerkennung setzt, hat in der Tat längst ausgedient und gibt es in dieser Form eigentlich kaum mehr. Allerdings ist das schon seit Jahren so, hier hat uns Symantec nicht wirklich etwas Neues gesagt, das ist eher alter Wein in neuen Schläuchen.

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