Cybercrime Report von LexisNexis Risk Solutions Jung und Alt in Visier der Cyberkriminellen

Redakteur: Peter Schmitz

LexisNexis Risk Solutions hat heute seinen halbjährlichen Cybercrime Report für den Zeitraum von Juli bis Dezember 2020 veröffentlicht. Der Report zeigt detailliert auf, wie sich die Bedrohungslandschaft im Netz entwickelt hat und welche neuen Möglichkeiten sich für Cyberkriminelle auf der ganzen Welt aufgetan haben, insbesondere bei der Ansprache neuer Online-Nutzer.

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Insbesondere junge Erwachsene und Personen älter als 75 fallen stark unter die Bedrohungsopfer von cyberkriminellen Attacken.
Insbesondere junge Erwachsene und Personen älter als 75 fallen stark unter die Bedrohungsopfer von cyberkriminellen Attacken.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Cybercrime Report von LexisNexis Risk Solutions zeigt, dass die Altersgruppe unter 25 Jahren am anfälligsten für Betrugsangriffe ist, während die älteste Altersgruppe am zweitgefährdetsten ist und am meisten Geld verliert. Das starke Risiko an beiden Enden des Altersspektrums unterstreicht, wie wichtig es für Unternehmen ist, sowohl neue als auch gefährdete Kunden bei Online-Transaktionen im Jahr 2021 zu schützen. Der Bericht bietet auch einen Jahresrückblick, der hervorhebt, dass 2020 insgesamt ein Rückgang der von Menschen initiierten Angriffe zu verzeichnen war, während die Bot-Angriffe zunahmen.

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Das Jahr 2020 im Rückblick

Da automatisierte Bot-Angriffe Betrügern eine preisgünstige, schnelle und effektive Methode für einen ersten Angriff bieten, bleiben bösartige Angriffsvektoren trotz der reduzierten Angriffsraten, die in Unternehmen verzeichnet wurden, bestehen. Die Studie analysierte 24,6 Milliarden Transaktionen von Juli bis Dezember 2020 und stellte fest, dass massenhaft automatisierte Bots, die zum Testen von Identitätsnachweisen verwendet werden, weiterhin weit verbreitet sind. Das Digital Identity Network verzeichnete Bot-Angriffe in allen globalen Regionen verteilt in einer Vielzahl von Branchen. Auch die Erstellung neuer Konten weist weiterhin hohe Angriffsraten auf und stellt einen wichtigen Einstiegspunkt für Betrüger dar, die aus Datenverletzungen gewonnene Anmeldedaten zu Geld machen wollen.

Rasantes Wachstum digitaler Transaktionen lässt menschenverursachte Angriffe sinken, während Bot-Attacken zunehmen: Die Zahl der Angriffe, die durch Menschen initiiert worden sind, sank im Jahr 2020 um rund 184 Millionen, während die Zahl der Bot-Attacken um 100 Millionen anstieg. In beiden Fällen stammte die größte Anzahl von Betrugsangriffen aus den Vereinigten Staaten, wobei Länder wie Kanada, Großbritannien und Deutschland ebenfalls in die Top-Ten-Länder für jede Angriffsmethode passen. Besonders aufstrebende Volkswirtschaften trugen zunehmend zur Anzahl der Betrugsangriffe bei, wobei die von Menschen initiierten Angriffe aus Guatemala, Bahrain und Simbabwe stammten und eine größere Anzahl von Bot-Angriffen von der Man Insel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Nigeria ausging.

Siebenundsechzig Prozent aller Transaktionen erfolgten über mobile Kanäle, wobei ein Großteil des Transaktionswachstums von vertrauenswürdigen Kunden stammte.

Cybercrime über Generationen hinweg: Da viele Neukunden zum ersten Mal online sind, stellte sich heraus, dass die jüngste Altersgruppe der Online-Nutzer im Sechsmonatszeitraum am anfälligsten für Betrugsangriffe war. Die Analyse ergab, dass es in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen einen Zuwachs von 10 Prozent an Neukunden gab.

Die älteste Altersgruppe - 75 Jahre und älter - verzeichnete die zweithöchste Angriffsrate. Diese Gruppe ist im Allgemeinen weniger vertraut mit den neuesten digitalen Technologien und ist möglicherweise anfälliger für Betrugs- und Phishing-Versuche. Während Millennials und die Generation Z am anfälligsten für Betrugsangriffe sind, steigt der durchschnittliche Betrugsverlust pro Kunde mit zunehmendem Alter an, was wahrscheinlich durch das höhere verfügbare Einkommen in späteren Lebensjahren beeinflusst wird.

Das Paradoxon, warum Betrüger sich dafür entscheiden, die jüngere Altersgruppe in proportional höherem Umfang ins Visier zu nehmen, erklärt sich möglicherweise dadurch, dass höhere Erfolgsquoten geringere monetäre Gewinne ausgleichen können.

Branchenübergreifende Cybercrime-Landschaft: Das Digital Identity Network stellte einen Anstieg des globalen Transaktionsvolumens im zweiten Halbjahr 2020 um 29 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2019 fest. Dieses Wachstum fand in den Bereichen Finanzdienstleistungen (29 Prozent), E-Commerce (38 Prozent) und in der Medienbranche (9 Prozent) statt.

Der Finanzdienstleistungssektor verzeichnete insgesamt niedrige Angriffsraten, angetrieben durch ein hohes Volumen an wiederholten Login-Transaktionen von vertrauenswürdigen Kunden. Der Zahlungsverkehr ist hierbei die Ausnahme, der eine höhere Angriffsrate als jede andere Branche aufwies und somit Betrüger ein leichtes Pflaster macht, schnell an Geld zu kommen.

Der E-Commerce-Bereich verzeichnete im Vergleich zu anderen Branchen das größte Wachstum des Bot-Volumens. Die Angriffsrate von 2,7 Prozent für E-Commerce-Zahlungen per mobiler App ist höher als in jeder anderen Branche. Dies stellt einen offensichtlichen Risikopunkt für diese Unternehmen dar.

Die Erstellung neuer Konten für Medienunternehmen wurden mit einer höheren Rate als in jeder anderen Branche angegriffen, wobei Betrüger häufig Medienunternehmen wie Streaming-Dienste, Spiel- und Glücksspielseiten und Apps nutzen, um gestohlene Identitätsdaten zu testen.

"Cyberkriminelle sind in erster Linie Durchstarter und in zweiter Linie Meister der Tarnung. Sie sind immer auf der Suche nach einem neuen Ziel, egal ob es sich dabei um neue Kreditlinien, neue Online-Unternehmen oder neue digitale Verbraucher handelt", sagt Rebekah Moody, Direktorin für Betrug und Identität bei LexisNexis Risk Solutions. "Während digitale Unternehmen hart daran arbeiten, neue und bestehende Kunden besser zu versorgen, müssen sie potenzielle Risiken fallweise identifizieren und lindern, um Verbraucher davor zu schützen, Opfer von Betrug zu werden.

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Über den Report: Der Cybercrime Report analysiert Transaktionsdaten aus dem LexisNexis Digital Identity Network, einer Sammlung globaler, geteilter Informationen, die aus Milliarden von Verbraucherinteraktionen gewonnen werden, darunter Logins, Zahlungen und Anträge auf neue Konten. Das Digital Identity Network verarbeitete im Jahr 2020 47,1 Milliarden Transaktionen, ein Anstieg von fast 12 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr. Die im Digital Identity Network beobachtete Betrugsangriffsrate sank im Durchschnitt über alle digitalen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr, obwohl Medienunternehmen einen Anstieg der Gesamtangriffsrate bei der Kontoeröffnung verzeichneten.

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