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Warum sich ERM (noch) nicht durchsetzen konnte
Die Zielsetzung muss sein, dass man gespeicherte Informationen ebenso schützt wie Dokumente, die per E-Mail, File Transfer oder auf anderen Weg übertragen werden und solche, die sich gerade in Benutzung befinden. Das kann nur ERM leisten.
Der Bedarf dafür ist in angesichts der heutigen Compliance-Anforderungen und der heutigen Bedrohungen für die Informationssicherheit größer denn je. Eigentlich gibt es auch einige Lösungsanbieter – Microsoft und Adobe sind die prominentesten Beispiele, es gibt aber noch einige mehr. Die Frage ist also: Warum boomt dieser Markt noch nicht?
Hier sind mehrere Punkte zu nennen. ERM ist noch nicht populär – viele mögliche Nutzer von ERM sind sich des Potenzials von ERM nicht bewusst. Die Geschichte von ERM ist aber vor allem auch davon gekennzeichnet, dass jede der Lösungen nur einen kleinen Ausschnitt der Anforderungen abgedeckt hat.
Während Adobe gut im Schutz von PDF-Dateien war und ist, hat Microsoft das Hauptaugenmerk zunächst auf Microsoft Office-Dokumente gerichtet. Die Realität ist aber, dass Unternehmen unterschiedlichste Dateitypen schützen müssen, bis hin zu aus SAP exportierten Daten.
Auftrieb noch in diesem Jahr?
Hinzu kommt, dass ERM bisher nicht einfach in der Nutzung war, vor allem nicht, wenn auch Nutzer außerhalb des Unternehmens eingebunden werden sollten. Genau das ist aber eine der zentralen Anforderungen, weil man Informationen gerade beim Verlassen des Unternehmens besonders gut kontrollieren möchte.
Inzwischen mehren sich aber die Anzeichen, dass sich einiges bewegt am Markt. Im Laufe dieses Jahres sind noch einige interessante Ankündigungen in diesem Bereich zu erwarten.
Zeit also, das Thema wieder auf die Agenda zu setzen und zu überlegen, wie wichtig es für das eigene Unternehmen ist und welche konkreten Anforderungen bestehen. Sobald die Neuigkeiten dann spruchreif sind, werde ich auch in dieser Kolumne darüber schreiben.
Über den Autor
Martin Kuppinger ist Gründer des Analystenunternehmens Kuppinger Cole, das sich mit digitalen Identitäten, Identity und Access Management, GRC (Governance, Risk Management, Compliance) und Cloud Computing beschäftigt.
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