KI-Unterstützung für den Datenschutz Wie KI-Tools den Aufwand im Datenschutz senken können

Von Dipl.-Phys. Oliver Schonschek 3 min Lesedauer

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Wenn es um KI und Datenschutz geht, stehen meist die KI-Risiken im Vordergrund. Dabei können KI-basierte Tools auch dem Datenschutz helfen und die beklagten Aufwände im Datenschutz senken, auch wenn man die KI-Risiken dabei nicht vergessen darf. Wir nennen Beispiele für KI-Tools, die Aufgaben zur Umsetzung der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) übernehmen oder vereinfachen.

Es gibt eine ganze Reihe von Datenschutz-Aufgaben, bei denen generative KI helfen kann.(Bild:  Александр Марченко - stock.adobe.com)
Es gibt eine ganze Reihe von Datenschutz-Aufgaben, bei denen generative KI helfen kann.
(Bild: Александр Марченко - stock.adobe.com)

Die deutschen Unternehmen müssen noch größere Anstrengungen unternehmen, um den Datenschutz umzusetzen, berichtete der Digitalverband Bitkom im Oktober 2024. In rund zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen hat demnach der Aufwand für den Datenschutz zugenommen, bei 36 Prozent ist er gleichgeblieben und nirgendwo zurückgegangen. 9 von 10 Unternehmen (94 Prozent) bezeichnen den aktuellen Datenschutz-Aufwand als hoch.

Wenn es um die Reduzierung von Aufwänden geht, ist der Gedanke an Künstliche Intelligenz nicht fern. Bisher wird KI aber eher in anderen Bereichen als im Datenschutz genutzt oder eingeplant. Eine andere Bitkom-Umfrage ergab: 62 Prozent der Unternehmen, die derzeit den Einsatz generativer KI planen, wollen sie künftig im Kundenkontakt verwenden, 39 Prozent in Marketing und Kommunikation. Dahinter folgt auf Platz 3 das allgemeine Wissensmanagement (26 Prozent), gefolgt vom Einsatz bei Produktionsabläufen (19 Prozent), im Management (16 Prozent) sowie in der IT-Abteilung (13 Prozent). Schlusslicht bleibt die Rechts- und die Steuerabteilung mit nur zwei Prozent.

Dabei kann KI auch in rechtlichen Themenbereichen eine Hilfe sein, auch im Datenschutz. Als größte Vorteile von KI bezeichnen jene Unternehmen, die bereits generell eine generative KI einsetzen, schnellere und präzisere Problemanalysen (70 Prozent) sowie beschleunigte Prozesse (63 Prozent). Für 62 Prozent liefert generative KI Expertenwissen, das sonst nicht im Unternehmen verfügbar ist. Aber Problemanalysen, schnellere Prozesse und Expertise sind auch im Datenschutz gefragt.

Wo KI-Tools Datenschutz-Aufgaben übernehmen

Die folgenden Beispiele zeigen, dass es durchaus schon KI-basierte Werkzeuge gibt, die dem Datenschutz helfen können. Genau wie der Datenschutz der KI letztlich hilft, kann auch KI eine Hilfe für den Datenschutz sein.

Es versteht sich, dass auch und gerade bei einer KI-Nutzung im Datenschutz an mögliche Datenrisiken durch KI gedacht werden muss, genau wie bei dem KI-Einsatz in der Cybersicherheit.

Ein Beispiel für die Unterstützung im Datenschutz durch KI-Tools ist Google Checks. Google beschreibt Checks als Compliance-Plattform für App-Entwickler, die Entwicklungsteams die Einhaltung von Datenschutz- und anderen gesetzlichen Vorschriften erleichtert. Dazu erklärt Google: „Suchen Sie nach KI-gestützten Compliance-Lösungen wie Checks, die Ihnen helfen, sich ändernde Anforderungen zu bewältigen, die Transparenz in Ihren Teams zu erhöhen und es Ihnen zu ermöglichen, einfacher und effizienter auf Änderungen zu reagieren“. Es könne schwierig sein, genau zu wissen, welche Daten man sammelt und verwendet, daher würden KI-Lösungen helfen, die einen klaren Einblick in das Datenmanagement bieten, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. KI könne ein Vorteil und kein Hindernis sein, wenn es darum geht, problemlos konform zu bleiben, so Google.

Zu schützende Daten und Inhalte suchen auch KI-basierte Lösungen, die der „digitalen Schwärzung“ und Maskierung personenbezogener und anderer vertraulicher Daten dienen. So bietet zum Beispiel Redactable eine KI-Unterstützung zur Suche und Ersetzung personenbezogener Daten in Dokumenten an. Entscheidend ist natürlich bei der KI-basierten Durchsuchung der Dokumente, dass die Daten dabei geschützt bleiben. Zudem muss man daran denken, dass KI-Tools Fehler machen, also womöglich nicht alle zu schützenden Daten auch wirklich gefunden, entfernt oder maskiert werden.

KI-Tools können aber auch rechtliche Texte für Rechtsexperten und für Datenschutzbeauftragte zusammenfassen und Handlungsempfehlungen daraus ableiten, wie dies zum Beispiel Legal Twin anbietet.

Weitere Beispiele sind ClickUp Brain für die Erstellung von Datenschutzerklärungen, Privado für „Privacy by Design“ in der Entwicklung und Nymiz für die Anonymisierung von Daten.

Für welche Datenschutz-Aufgaben KI besonders geeignet ist

Datenschutz-Aufgaben, bei denen generative KI helfen kann, sind insbesondere die Erstellung und Analyse von Datenschutz-Dokumenten, eine optimierte, interne Kommunikation der rechtlichen Vorgaben und die Unterstützung bei der Suche nach rechtlichen Quellen wie Gerichtsentscheidungen.

Noch werden KI-Tools im Datenschutz nur in wenigen Fällen eingesetzt, was auch mit den Datenschutz-Bedenken bei KI verbunden sein kann. Doch Marktforschende sind sich sicher, dass hier eine Änderung ansteht. KPMG warnt zum Beispiel aber auch: „Da KI immer stärker in die Prozesse juristischer Funktionen integriert wird, müssen juristische Teams verstehen, wie und wann sie „humans in the loop“ halten können, um die erforderlichen Fähigkeiten zum Schutz vor den damit verbundenen Risiken aufrechtzuerhalten.“

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Auch im Datenschutz gilt also, dass die menschliche Expertise auch in Zukunft gefragt bleibt und entscheidend ist. Die KI wird also nicht zum Datenschutzbeauftragten.

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