Token-Manipulation in Kubernetes-Management Red-Hat-Schwachstelle gefährdet Cluster-Token in RHACM

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Eine kritische Schwachstelle in Red Hats Advanced Cluster Management ermöglicht es authentifizierten Nutzern, sensitive Cluster-Token abzuleiten und Security-Richtlinien zu umgehen. Ein Patch ist allerdings noch nicht verfügbar.

Ein authentifizierter Angreifer kann den GitOpsCluster-Controller manipulieren, um sensitive Bearer-Tokens von verwalteten Spoke-Clustern abzufangen und so Sicherheitsrichtlinien zu umgehen.(Bild:  Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Ein authentifizierter Angreifer kann den GitOpsCluster-Controller manipulieren, um sensitive Bearer-Tokens von verwalteten Spoke-Clustern abzufangen und so Sicherheitsrichtlinien zu umgehen.
(Bild: Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Red Hat hat die kritische Sicherheitslücke EUVD-2026-57058 / CVE-2026-70398 (CVSS-Score 9.6, EPSS-Score* noch nicht vergeben) in seiner Advanced-Cluster-Management-Lösung (RHACM) bekannt gegeben. Die Schwachstelle befindet sich in der Komponente „multicloud-integrations“ und betrifft die Verwaltung von Kubernetes-Clustern in hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen. RHACM wird von Unternehmen eingesetzt, um mehrere Kubernetes-Cluster zentral zu verwalten und zu orchestrieren.

Manipulation des GitOpsCluster Controllers

Die Sicherheitslücke ermöglicht es einem authentifizierten Benutzer, dem Tenant, den GitOpsCluster-Controller zu manipulieren. Ein Angreifer mit gültigen Anmeldedaten kann darüber sensitive Bearer-Tokens von verwalteten Spoke-Clustern abfangen und in eine Namespace umleiten, die er selbst kontrolliert. Diese Tokens bieten Zugriff auf kritische Cluster-Funktionen und Konfigurationen. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk-erreichbares Szenario mit niedriger Komplexität und hohem Impact auf Vertraulichkeit und Integrität.

Und die Auswirkungen gehen über die direkt betroffene RHACM-Installation hinaus. Durch die Ableitung von Cluster-Tokens können Angreifer auch ArgoCD AppProject Security Policies umgehen. ArgoCD ist ein weit verbreitetes GitOps-Tool zur Verwaltung von Kubernetes-Deployments. Ein Angreifer könnte so nicht nur auf Cluster-Daten zugreifen, sondern auch unbefugte Änderungen an Cluster-Konfigurationen durchführen und damit potenzielle Lateral-Movement-Aktivitäten in der gesamten Infrastruktur ermöglichen.

Keine Patches verfügbar

Betroffen ist Red Hat Advanced Cluster Management for Kubernetes 2.x (Komponente: rhacm2/multicloud-integrations-rhel9). Red Hat hat keine spezifischen Patch-Versionen veröffentlicht. Red Hats Sicherheitshinweis nach sollten alle vorherigen Versionen des betroffenen Pakets innerhalb des Minor-Update-Streams als anfällig angesehen werden. Derzeit ist kein Fix verfügbar. Der Hersteller gibt an, dass Mitigations-Optionen entweder nicht verfügbar oder nicht ausreichend sind, um die hauseigenen Sicherheitskriterien hinsichtlich Be­nut­zer­freund­lich­keit, Einsetzbarkeit und Stabilität zu erfüllen.

Betroffene Organisationen sollten bis zur Verfügbarkeit eines Patches vorsorglich den Zugriff auf die GitOpsCluster-Controller-Komponente auf Benutzer mit minimalen erforderlichen Berechtigungen beschränken. Eine vollständige Überprüfung der Cluster-Token-Verwaltung und der ArgoCD-Konfigurationen wird empfohlen, um unbefugte Token-Ableitungen oder Policy-Umgehungen zu erkennen.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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