Kritische Sicherheitslücken Hacker schmuggeln bösartigen Code in S/4HANA und Commerce Cloud

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Zwei kritische SAP-Schwachstellen gefährden sensible Daten. Eine SQL-Injection trifft S/4HANA Enterprise Search und in Commerce Cloud er­möglicht eine fehlerhafte Spring-Security-Konfiguration serverseitige Codeausführung.

In S/4HANA Enterprise Search können bösartige SQL-Anweisungen injiziert werden. In SAP Commerce Cloud können Angreifer bösartige Konfigurations-Uploads nutzen, um beliebigen serverseitigen Code auszuführen.(© cendhika - stock.adobe.com)
In S/4HANA Enterprise Search können bösartige SQL-Anweisungen injiziert werden. In SAP Commerce Cloud können Angreifer bösartige Konfigurations-Uploads nutzen, um beliebigen serverseitigen Code auszuführen.
(© cendhika - stock.adobe.com)

15 neue Sicherheitshinweise hat SAP bei seinem Patchday im May 2026 veröffentlicht. Zwei Sicherheitslücken, für die nun Patches bereitsstehen, sind kritisch und haben einen CVSS-Score von 9.6. Die Schwachstellen betreffen zum einen Enterprise Search, die in S/4HANA eingebaute Suchplattform, sowie SAP Commerce Cloud.

SQL-Injection in S/4HANA

EUVD-2026-29371 / CVE-2026-34260 (EPSS-Score* 0.00) ist eine SQL-Injection-Schwach­stelle und betrifft S/4HANA, genauer gesagt Enterprise Search for ABAP. Dabei handelt es sich um die in SAP S/4HANA integrierte Suchplattform, die auf der High‑Performance Analytic Appliance (HANA) basiert. Sie erlaubt ein schnelles, berechtigungs­gerechtes Auffinden von Geschäftsobjekten wie Geschäftspartnern, Aufträgen und Materialien innerhalb eines S/4HANA‑Mandanten.

Authentifizierte Angreifer können bösartige SQL-Anweisungen über benutzergesteuerte Eingaben einschleusen. Infolge fügt die Anwendung diese bösartigen Benutzereingaben direkt in SQL-Abfragen ein, welche anschließend ohne angemessene Validierung oder Bereinigung an die zugrundeliegende Datenbank übermittelt werden. Bei erfolgreicher Ausnutzung kann ein Angreifer unbefugten Zugriff auf sensible Datenbankinformationen erlangen und die An­wendung potenziell zum Absturz bringen.

Betroffen davon sind folgende Versionen von S/4HANA (SAP Enterprise Search for ABAP):

  • SAP_BASIS 758
  • SAP_BASIS 753
  • SAP_BASIS 816
  • SAP_BASIS 755
  • SAP_BASIS 754
  • SAP_BASIS 757
  • SAP_BASIS 756
  • SAP_BASIS 751
  • SAP_BASIS 752

Bösartige Konfigurationen und Code-Injection

EUVD-2026-29372 / CVE-2026-34263 (EPSS-Score 0.00) beschreibt eine fehlerhafte Kon­fi­gu­ration von Spring Security, die in SAP Commerce Cloud das Durchführen von bösartigen Kon­fi­gurations-Uploads sowie Code-Injection ermöglicht. Dafür müssen die Angreifer nicht au­then­ti­fiziert sein und können beliebigen serverseitigen Code ausführen. Davon betroffen sind Commerce cloud configuration COM_CLOUD 2211, 2211-JDK21 und HY_COM 2205.

Die Patches für beide Schwachstellen finden SAP-Kunden hier.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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