Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2024 Bedrohungslage bleibt angespannt, Resilienz steigt

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Um über die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland zu informieren, kamen Bundesinnenministerin Nancy Faeser und BSI-Präsidentin Claudia Plattner zu einer Pressekonferenz zusammen. Die schlechte Nachricht: Cyberattacken nehmen zu. Die gute Nachricht: die Cyberresilienz auch.

Das BSI veröffentlichte heute seinen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2024.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Das BSI veröffentlichte heute seinen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2024.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die Sicherheitslage im Cyberraum ist weiterhin angespannt. Dies ist die Kernaussage der Bundespressekonferenz des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Bundesinnenministeriums. Erfreulich sei jedoch, dass sich Staat, Wirtschaft und Gesellschaft stärker als bisher auf die Bedrohungen einstellen und ihre Resilienz erhöht haben. Dies zeigt der aktuelle Bericht des BSI zur „Lage der IT-Sicherheit in Deutschland“, den Claudia Plattner, Präsidentin des BSI und Bundesinnenministerin Nancy Faeser bei der heutigen Pressekonferenz vorstellten.

Der Bericht beobachtete die Bedrohungslage von Mitte 2023 bis Mitte 2024. In diesem Zeitraum wurden im Durchschnitt 309.000 neue Schadprogramm-Varianten pro Tag erkannt. Dies entspricht einem Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser ist vor allem auf die Zunahme von Schadprogrammen zurückzuführen, die Schwachstellen in 64-Bit-Varianten von Windows ausnutzen. Auch Android-Schadprogramme legten im Berichtszeitraum überdurchschnittlich zu.

Resilienz gegen Ransomware steigt

Nach wie vor ist Ransomware dem BSI zufolge eine große Herausforderung für Unternehmen und Institutionen. Die Zahl der Opfer von Datenleaks nach Ransomware-Angriffen sei weiter gestiegen. Gleichzeitig sei der Anteil der Ransomware-Opfer, die Lösegeld bezahlen, gesunken. Zudem zeigt der Lagebericht des BSI, dass immer mehr Unternehmen transparent mit Cyberangriffen umgehen und die Öffentlichkeit sowie Kunden direkt informieren. Dies trage dazu bei, dass potenzielle Schwachstellen schneller geschlossen und Schäden von anderen Unternehmen abgewendet werden könne.

Cyberspionage und DDoS-Angriffe nehmen zu

Vor dem Hintergrund geopolitischer Konfliktlagen beobachtet das BSI weiterhin professionelle und oftmals staatlich gelenkte Angriffe durch APT-Gruppierungen (Advanced Persistant Threats). So habe Cyberspionage zum Nachteil von Behörden, Parteien, politischen Institutionen und Unternehmen an Bedeutung gewonnen.

Auch DDoS-Angriffe haben dem BSI zufolge an Qualität und Häufigkeit deutlich zugenommen. Der Anteil hochvoluminöser DDoS-Angriffe mit einer Bandbreite von über 10.000 Megabit pro Sekunde lag im ersten Halbjahr 2024 bei monatlich durchschnittlich 13 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie im langjährigen Durchschnitt mit 6,75 Prozent. Die Angreifenden würden zudem die vergleichsweise geringen Schadwirkungen solcher Überlast-Angriffe übertrieben in sozialen Netzwerken darstellen, um allgemeine gesellschaftliche Verunsicherung zu schüren.

Statements von Faeser und Plattner

Bundesinnenministerin Nancy Faeser: „Die Cybersicherheitslage ist weiterhin angespannt. Aber zugleich sehen wir: Die Resilienz gegen Angriffe steigt und es wird mehr in Cybersicherheit investiert. Das ist absolut notwendig. Denn Wirtschaft, Verwaltung und Politik sind von erpresserischen Ransomware-Angriffen, von Cyberkriminalität, von Cybersabotage und von Cyberspionage bedroht. Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl gilt: Wir müssen unsere Demokratie auch im Digitalen schützen. Wir müssen uns gegen Bedrohungen durch Hackerangriffe, Manipulationen und Desinformation besonders wappnen.“

BSI-Präsidentin Claudia Plattner: „Die IT-Bedrohungslage ist weiterhin angespannt und das ist und bleibt besorgniserregend. Insbesondere Ransomware, Spionage und Desinformation bedrohen unseren Wohlstand und gefährden unsere Demokratie. Aber: Wir sind den Bedrohungen nicht schutzlos ausgeliefert! Wir sehen deutlich: Die Schutzmaßnahmen wirken und wir sind in der Lage, den Angriffen effektiv entgegenzutreten. Deshalb dürfen wir jetzt nicht nachlassen, sondern müssen in einer gesamtstaatlichen Anstrengung unsere Resilienz weiter erhöhen. In diesem Zusammenhang ist es von entscheidender Bedeutung, die NIS2-Richtlinie schnellstmöglich in nationales Recht umzusetzen.“

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