Updates erforderlich CISA warnt vor aktiv ausgenutzten Linux-Kernel-Fehlern

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Ein Out-of-Bounds Write, eine Race Condition und eine fehlerhafte TLS-Verarbeitung machen Linux-Systeme derzeit angreifbar. Die drei Sicherheitslücken haben einen hohen bis kritischen Risikoscore und werden bereits aktiv ausgenutzt.

Betreiber von Linux-Systemen sollten umgehend ihre Kernel-Versionen prüfen und die verfügbaren Sicherheitsupdates ihrer Distribution einspielen, da drei Schwachstellen derzeit in Angriffen ausgenutzt werden.(Bild: ©  Adrenaloby - stock.adobe.com / KI-generiert)
Betreiber von Linux-Systemen sollten umgehend ihre Kernel-Versionen prüfen und die verfügbaren Sicherheitsupdates ihrer Distribution einspielen, da drei Schwachstellen derzeit in Angriffen ausgenutzt werden.
(Bild: © Adrenaloby - stock.adobe.com / KI-generiert)

Gleich drei Sicherheitslücken im Linux Kernel wurden am 18. September 2026 als aktiv ausgenutzt gemeldet. Zwei davon stammen noch aus der vergangenen Jahr:

Kritischer TLS-Fehler

EUVD-2025-31542 / CVE-2025-39682 betrifft die Verarbeitung von TLS-Daten im Kernel und beschreibt eine unzureichende Prüfung ungewöhnlicher oder fehlerhafter Bedingungen. Bei einem Sonderfall wurde ein leerer Datensatz aus der internen Empfangswarteschlange „rx_list“ nicht korrekt berücksichtigt. Dadurch konnte die weitere Verarbeitung nachfolgender TLS-Datensätze die vorgesehenen Regeln für Nachrichtentypen, Zero-Copy-Verarbeitung und Warteschlangen falsch anwenden. Gefixt sind die Entwicklungszweige 6.1.149, 6.6.103, 6.12.44, 6.16.4 und 6.17.

Out-of-Bounds Write in ebtables

EUVD-2026-39217 / CVE-2026-53266 betrifft das ebtables-SNAT-Ziel im Netfilter-Framework des Linux-Kernels. Ebtables verarbeitet Ethernet-Frames und kann mit dem SNAT-Ziel unter anderem die Absender-MAC-Adresse eines ARP-Pakets ändern. In einem bestimmten Aufbau des Kernel-Puffers prüfte der Code jedoch nicht ausreichend, ob der für die Änderung benötigte Speicherbereich tatsächlich beschreibbar war. Dadurch konnte die neue MAC-Adresse in einen dafür nicht vorgesehenen Speicherbereich geschrieben werden, ein klassischer Out-of-Bounds Write. Gelöst wurde das Problem unter anderem in den Kernel-Zweigen 5.10.259, 5.15.210, 6.1.176, 6.6.143, 6.12.94, 6.18.36, 7.0.13 und 7.1.

Race Condition in AF_ALG

EUVD-2025-34068/ CVE-2025-39964 betrifft die AF_ALG-Schnittstelle des Linux-Kernels, über die Anwendungen kryptografische Funktionen des Kernel-Krypto-Subsystems nutzen können. Die Schwachstelle ist eine Race Condition: Werden gleichzeitig mehrere Schreibvorgänge an denselben AF_ALG-Socket gesendet, können die Daten unvorhersehbar ineinandergreifen und den internen Zustand des Sockets beschädigen. Der Linux-Kernel verhindert solche parallelen Schreibzugriffe inzwischen durch eine exklusive Schreibsperre. Die korrigierten Versionen sind 5.10.245, 5.15.194, 6.1.154, 6.6.108, 6.12.49, 6.16.9 und 6.17.

Die CISA hat alle drei Schwachstellen am 18. September in ihren KEV-Katalog aufgenommen und US-Behörden bis zum 21. September Zeit gegeben, sie zu beheben.

Die Linux-Kernel-Fehler können in unterschiedlichen Distributionen, Produkten und kundenspezifischen Systemen enthalten sein. Einheitliche Versionsangaben für alle betroffenen Systeme gibt es daher nicht. Neben den Upstream-Kernel-Patches sind die Sicherheitsmitteilungen von Distributionen und Appliance-Herstellern maßgeblich. Betreiber betroffener Systeme sollten deshalb zunächst prüfen, welche Kernel-Version ihre Linux-Distribution oder Appliance verwendet, und die Sicherheitsupdates des jeweiligen Anbieters installieren.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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