Fernunterricht in der Corona-Pandemie Mangelhafte Cybersicherheit beim Distance Learning

Autor: Ira Zahorsky

Wegen der Corona-Pandemie mussten sich Bildungseinrichtungen auch auf Fernunterricht einstellen. Doch sie sind schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet, wie eine Umfrage von Malwarebytes ergab.

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Der Fernunterricht während der Corona-Pandemie öffnet Cyber-Kriminellen neue Türen.
Der Fernunterricht während der Corona-Pandemie öffnet Cyber-Kriminellen neue Türen.
(Bild: ake1150 – stock.adobe.com)

500 Schüler und Studierende sowie 75 IT-Entscheidungsträger in Bildungseinrichtungen in den USA haben die Sicherheitsforscher von Malwarebytes zu den Sicherheitsvorkehrungen beim Fernunterricht befragt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Mehr als die Hälfte (50,7 %) der IT-Verantwortlichen gab an, dass weder Schüler, Studierende, Mitarbeiter noch Dozenten vor Beginn des neuen Schuljahres an einem Cybersicherheitstraining teilnehmen mussten. Immerhin knapp die Hälfte (46,7 %) der IT-Entscheidungsträger gab zu, dass ihre Bildungseinrichtungen „keine zusätzlichen Anforderungen“, wie beispielsweise ein Cybersicherheitstraining und die Installation von Antivirus-Tools, an die Schüler, Lehrkräfte oder Mitarbeiter, die sich mit dem Schulnetzwerk verbunden haben, stellten.

Sicherheitsvorkehrungen lohnen sich

70,7 Prozent der Schulen setzen neue Software ein, die für den Fernunterricht benötigt wird, wie zum Beispiel Zoom und Google Classroom. Knapp 30 Prozent aller Befragten gaben an, dass Lehrer oder Schüler einen Zoombombing-Angriff erlebt haben. Bei den Bildungseinrichtungen, die Vorkehrungen in puncto Cybersicherheit getroffen hatten, waren es gute zehn Prozent weniger (18,2 %). Überhaupt hat es sich für die Institutionen gelohnt, sich vor der Umstellung auf Distance Learning mit dem Thema Cybersicherheit zu beschäftigen. Von den Befragten, die vorab ein entsprechendes Konzept entwickelt hatten, erlitt keiner einen Angriff und keiner sagte einen Tag des Fernunterrichts wegen einer Cyberattacke ab. Allerdings gaben insgesamt nur 2,7 Prozent der Befragten IT-Entscheidungsträger zu, attackiert worden zu sein. Bei den Schülern und Studierenden war die Zahl der Beeinträchtigungen mit 46,2 Prozent deutlich größer, was auch einen starken Einfluss auf das Vertrauen in die Schule oder Bildungseinrichtung hat.

Schlechte technische Ausstattung

Bei der Vorbereitung auf das neue Schuljahr gaben 30,7 Prozent der Schulen zu, dass sie nicht in der Lage seien, allen Lehrern, Verwaltungsangestellten und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, aus der Ferne zu arbeiten, während 45,3 Prozent der Schulen nicht alle Geräte zur Verfügung stellen konnten, um eine gleichwertige Bildungsqualität für alle Schüler und Studenten zu erreichen. Im Studienbereich sieht es nur wenig besser aus: 28 Prozent der IT-Verantwortlichen gaben an, dass in ihren Einrichtungen Laptops, Computer oder Tablets für Lehrende fehlen. 40 Prozent der Befragten vermissen diese Werkzeuge für Eltern und Schüler.

„Schüler und Studierende haben während der Pandemie mit digitalem Unterricht, fehlender Motivation und einem starken Gefühl der Isolation zu kämpfen. Cybersicherheit sollte ihre geringste Sorge sein, und daher ist es beunruhigend festzustellen, dass fast die Hälfte der Bildungseinrichtungen einen Mangel an Prävention aufweist “, so Marcin Kleczynski, CEO bei Malwarebytes. „Es ist wichtig, dass Schulen – und alle Organisationen – Cybersicherheit nicht länger als zweitrangigen Gedanken betrachten; der Schutz unserer Schüler, Studierenden und ihrer Daten sollte für Pädagogen oberste Priorität haben.“

Der vollständige Bericht „Lessons in Cybersecurity: How education coped in the shift to distance learning“ kann als englischsprachiges pdf heruntergeladen werden.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS