Windows Diagnostic Data Viewer

Mehr Transparenz für Windows 10

| Autor: Klaus Länger

Mit dem Windows Diagnostic Data Viewer bekommen Windows-10-Anwender ein Tool, mit dem sie kontrollieren können, welche Diagnosedaten das Betriebssystem an Microsoft überträgt.
Mit dem Windows Diagnostic Data Viewer bekommen Windows-10-Anwender ein Tool, mit dem sie kontrollieren können, welche Diagnosedaten das Betriebssystem an Microsoft überträgt. (Bild: Vogel IT-Medien)

Die für die Anwender nicht transparente Übermittlung von Diagnosedaten an Microsoft war bisher ein gravierender Kritikpunkt an Windows 10. In Zukunft kann man mit dem Diagnostic Data Viewer die übertragenen Rohdaten selbst kontrollieren. Zunächst ist die Funktion in den Insider-Versionen von Windows 10 verfügbar.

Microsoft nimmt den Europäischen Datenschutztag am 28. Januar 2018 zum Anlass, mit der Insider-Version 17083 von Windows 10 ein Funktion öffentlich zu machen, mit der Anwender sehen können, welche Informationen die Telemetrie-Funktion des Betriebssystems an Microsoft überträgt. Die gesammelten Daten sollen laut dem Betriebssystemhersteller bei der Fehlerbehebung und Weiterentwicklung des Betriebssystems helfen. Komplett abschalten lässt sich die Datenübermittlung in der Home- und Pro-Version von Windows 10 auch in Zukunft nicht, aber die Einsicht in die übertragenen Daten soll den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. In den Enterprise- und Education-Ausgaben des Betriebssystems, kann die Telemetrie-Übermittlung deaktiviert werden. Allerdings müssen dann Updates über die Windows Server Update Services auf einem lokalen Server ausgespielt werden, da Windows Update ohne Telemetrie nicht arbeitet.

Für alle Windows-10-Anwender wird die Funktion im nächsten großen Update kommen, das derzeit unter dem Codenamen „Redstone 4” entwickelt wird. Es soll im Frühjahr 2018 ausgerollt werden. Zudem sollen auch die mit dem Microsoft-Konto verknüpften Daten im Microsoft-Datenschutz-Dashboard übersichtlicher und detaillierter dargestellt werden.

Windows Diagnostic Data Viewer

In der aktuellen Insider-Version von Windows 10 existiert nun neben der Option für den Umfang der Datenübermittlung eine neue Einstellung für die Diagnosedatenanzeige. Die Anzeige selbst übernimmt der Windows Diagnostic Data Viewer, eine App, die über den Windows Store heruntergeladen wird. Der Viewer stellt laut Microsoft alle Diagnosedaten aus den folgenden Kategorien dar:

  • Allgemeine Daten wie Name und Version des Betriebssystems, Geräte-ID, Geräteklasse oder die Auswahl der Diagnosestufe
  • Konfigurationen und Eigenschaften etwa für Peripheriegeräte und Netzwerkverbindungen
  • Produkt- und Servicedaten zu Gerätestatus, Leistung und Zuverlässigkeit sowie zum Konsum von Audio- und Videodateien
  • Daten zur Nutzung von Produkten und Dienstleistungen inklusive Informationen über die Nutzung des Geräts, des Betriebssystems und einzelner Dienste
  • Software-Setup und Inventarisierung inklusive installierte Anwendungen und Installationshistorie sowie Informationen über Geräte-Updates.

Zur Erfassung der Audio- und Videodateien betont Microsoft ausdrücklich, dass die Funktion nicht dazu genutzt werde, die Seh- oder Hörgewohnheiten der Benutzer zu erfassen. Die gesammelten Rohdaten stellt der Viewer im JSON-Format dar. Sie können auch in eine CSV-Datei exportiert werden.

Zusätzlich gibt es Filterfunktionen für eine übersichtlichere Darstellung.

Was wird gesammelt?

Die Insider-Versionen sammeln und übertragen grundsätzlich den vollständigen Satz an Diagnosedaten. Sie umfassen zusätzlich zu den immer übermittelten Basisinformationen eine Fülle an Performance-Daten, Fehlermeldungen, die Historie des Edge-Browsers sowie Daten für die Verbesserung von Sprach- und Handschrifterkennung. Diese Daten sollen den Entwicklern beim Bugfixing und der Programmierung neuer Windows-Funktionen helfen. Dabei werden nicht permanent Informationen von allen Rechnern übertragen, sondern immer nur aktuell benötigte Daten zu bestimmten Problemfeldern von einer begrenzten Gruppe von Geräten.

Bei den herkömmlichen Windows-Versionen Home und Pro haben die Anwender die Möglichkeit, die Sammlung und Übermittlung auf Basisdaten zu beschränken. Was hier übertragen wird, kann man bereits jetzt sehen, wenn man im Viewer den entsprechenden Schalter umlegt. Im Wesentlichen werden Informationen zur Hardware des Rechners, den installierten Windows-Updates, Gerätetreibern und den aus dem Store installierten Apps übertragen. Sie sollen vor allem zur Fehleranalyse dienen.

Eine sehr ausführliche Übersicht darüber, welche Daten beim Basic-Level übertragen werden, gibt Microsoft unter der URL https://docs.microsoft.com/en-us/windows/configuration/basic-level-windows-diagnostic-events-and-fields. In den Diagnose-und-Feedback-Einstellungen der aktuellen Insider-Version gibt es den Eintrag „Diagnosedaten löschen”. Er hat derzeit aber keine Funktion. Ob oder wann diese Funktion in Windows 10 Einzug halten wird, ist derzeit unklar.

Erweitertes Datenschutz-Dashboard

Zusätzlich zu den nicht personalisierten Telemetrie-Daten überträgt Windows 10 auch so genannte funktionale Daten an Microsoft-Server, sofern der Anwender das wünscht. Dazu zählen etwa die Browser- und die Suchhistorie – wenn man die Übermittlung in den Cortana-Berechtigungen aktiviert hat –, die Standortaktivität und die für Cortana verfügbaren Informationen. Im Microsoft-Datenschutz-Dashboard, das zur Kontrolle und zum Löschen dieser Daten dient, gibt es nun eine zusätzliche Seite mit einem Aktivitätsverlauf. In den kommenden Monaten soll noch die Option hinzukommen, Mediennutzungsdaten sowie Produkt- und Serviceaktivitäten im Ereignis-Protokoll anzuzeigen und zu verwalten. Zusätzlich sollen die Anwender die Möglichkeit erhalten, bestimmte Elemente selektiv zu löschen und die Daten aus dem Dashboard zu exportieren.

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