SheLeadsTech Conference von Isaca Mein Reality-Check: Cybersecurity ist keine Männerdomäne mehr

Ein Kommentar von Melanie Staudacher 4 min Lesedauer

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Bei der SheLeadsTech-Konferenz in München trafen sich Frauen aus IT, Cybersecurity und Governance. Mein Fazit: lockerer Rahmen, fachlich stark, Austausch auf Augenhöhe und ein klares Zeichen gegen das Klischee.

Anfang Oktober kamen Mitglieder der SheLeadsTech-Chapter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in München zusammen.(Bild:  SheLeadsTech Germany)
Anfang Oktober kamen Mitglieder der SheLeadsTech-Chapter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in München zusammen.
(Bild: SheLeadsTech Germany)

Am 6. Oktober 2026 fand in München die SheLeadsTech Conference der DACH-Region statt. Die Chapter Deutschland, Österreich und Schweiz des Berufsverbands Isaca hatten gemeinsam eingeladen, sich im Vorfeld der Isaca Europe Conference, die vom 7. bis 9. Oktober stattfand, auszutauschen. Eine Konferenz mit 120 Frauen aus drei Ländern, die auf höchstem Niveau über aktuelle Cyberbedrohungen sprechen. Das hat Eindruck bei mir hinterlassen.

Inhaltlich ging es um Geopolitik und Cyberrisiken, weibliche Führung in Technologie und Strafverfolgung, vertrauenswürdige KI, digitale Souveränität und die Grenzen klassischer Audit-Aussagen. Unter den Sprecherinnen waren Sandra Lüthi (Swiss Cantonal Police), Dr. Swantje Westpfahl (CEO, VICCON), Jo Stewart-Rattray (BRM Technology), Melissa Swartz (Isaca Global) und Kseniia Guillement (Schönbrunn TASC).

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Das steckt hinter SheLeadsTech

SheLeadsTech ist ein weltweites Programm des Weiterbildungsanbieters Isaca. Das Ziel der Initiative ist es, Frauen im Bereich Digital Trust zu unterstützen, von IT und Cybersecurity bis zu Governance, Risk und Audit. Unter dem Dreiklang „Engage, Empower, Elevate“ bauen mittlerweile mehr als 230 ISACA-Chapter lokale Communitys auf. In Deutschland bilden laut Veranstalter rund 20 aktive Mitglieder den Kern. Das Angebot reicht von Workshops und Mentoring über Leadership-Trainings bis zu Peer Learning.

Der Bedarf ist belegt. Der „Global Gender Gap Report 2026“ des Weltwirtschaftsforums beschreibt ein Muster namens „Drop to the Top“. Das bedeutet, dass der Frauenanteil mit jeder Karrierestufe sinkt: Auf Einstiegsebene liegt er dem Report nach weltweit bei 46 Prozent, in der Chefetage nur noch bei 23 Prozent. Als Ursache nennt der Bericht strukturelle Hürden und nicht zu wenige Berufseinsteigerinnen. Bei Chief Information Security Officers sind es laut Report 13 Prozent. In Deutschland liegt der Frauenanteil unter IT-Fachkräften laut der Bitkom-Studie „Frauen in IT- und Digitalberufen“ von 2026 bei 18 Prozent.

Frauen sind sichtbar in der Branche – wenn wir hinsehen

Als Redakteurin, die zwar über das Fach berichtet, jedoch nicht direkt im Feld arbeitet, war es ein Reality-Check. Täglich schreibe ich über Berichte von Sicherheitsforschern und -analysten, spreche mit Geschäftsführern, informiere mich über Persönlichkeiten – meistens sind dies Männer. Doch so auf ein Geschlecht fokussiert muss die Berichterstattung definitiv nicht sein. Es gibt viele Expertinnen im Bereich der Cybersicherheit. Sie sind nur leider allzu oft nicht sichtbar genug. So antwortete Vortragende Sandra Lüthi auf die Frage, wie Unternehmen es schaffen könnten, mehr weibliche Mitarbeitende für ihr Security-Geschäft anzuheuern, dass es ihrer Meinung nach essenziell sei, sich selbst als Vorbild einzubringen. Im privaten Umfeld in die Diskussion zu gehen, wenn lediglich von männlichen Sicherheitsexperten gesprochen wird, sich selbst als Speakerin auf Events einbringen oder auch Mentorin für Einsteigerinnen sein. Sichtbar sein und Sichtbarkeit für Frauen in der IT schaffen. Ein Appell, den bereits viele Frauen als Empfehlung gegeben haben.

Mein Fazit der SheLeadsTech Conference: locker, aber fachlich stark. Die Atmosphäre war entspannt, die Stimmung war gelassen und die Gespräche auf Augenhöhe und wertschätzend. Das Besondere auf Events, die Frauen in der IT fördern, ist für mich, dass das Netzwerken mit „Gleichgesinnten“ nie im Gegensatz zu den fachlichen Inhalten steht. Im Gegenteil: Die Vorträge in München waren hervorragend. Aktuell und relevant, mit klaren Empfehlungen der Expertinnen und Diskussionsrunden, die wirklichen Mehrwert brachten.

Für mich ist wieder einmal klar geworden, dass Jobs wie Sicherheitsbeauftragte, SOC-Leiterin, CISO und Datenschutzbeauftragte nicht einem bestimmten Geschlecht vorbehalten sind. Es gibt Frauen in der Branche, wir sollten ihnen einfach noch mehr ihrer verdienten Aufmerksamkeit schenken.

Weitere Initiativen für Frauen

SheLeadsTech ist nicht die einzige tolle Initiative, die Frauen in der IT- und IT-Security-Branche unterstützen will. Ein bekanntes Beispiel ist Women4Cyber, eine europäische Initiative für mehr Frauen in der Cybersecurity. Weitere Angebote sind unter anderem:

Doch die Angebote konkurrieren keineswegs miteinander, sondern unterstützen sich gegenseitig. Denn: Je mehr Angebote es gibt, desto sichtbarer werden Expertinnen, und desto leichter finden Frauen Mentorinnen und Kontakte. So findet zum Beispiel am 11. November ein Community Meet-Up von Women4Cyber, SheLeadsTech, The Female AI Clubd und HER Cyber Society in Augsburg statt.

Die Women4Cyber laden zudem am 28. Oktober im Rahmen der it-sa zu einem Netzwerkfrühstück ein und im Dezember wird wieder das Online-Event „Cyber Pulse“ stattfinden. Und Women in Tech werden sowohl beider ITCS in München wie auch in Frankfurt vertreten sein. Das WomenTech Network bietet regelmäßig lokale Stammtische an und auch The Female AI Club hat noch in diesem Jahr einige Webinare und Meet-Ups auf der Agenda.

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Ein besonderes Highlight ist bereits zum neunten Mal die Verleihung der WIN-Awards beim FIT-Kongress. Dieser findet am 26. November in Berlin statt und ehrt Frauen aus der Tech-Branche in verschiedenen Kategorien. Der Award-Gala geht ein spannender Konferenztag voraus mit Keynotes, Roundtables und Workshops.

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