Wichtig zu wissen! Mehr Flexibilität mit Anthropic Claude in Microsoft Copilot

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Microsoft erweitert den Microsoft 365 Copilot um Modelle von Anthropic. Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4.1 stehen künftig im Researcher und in Copilot Studio bereit. Unternehmen erhalten mehr Flexibilität bei der Modellauswahl, müssen jedoch Datenschutz, Konsistenz und Governance neu bewerten.

Microsoft ermöglicht die Erstellung von Agenten in Microsoft 365 in Zukunft auf Basis von GPT-Modellen und jetzt auch von Claude. (Bild:  Joos - Microsoft)
Microsoft ermöglicht die Erstellung von Agenten in Microsoft 365 in Zukunft auf Basis von GPT-Modellen und jetzt auch von Claude.
(Bild: Joos - Microsoft)

Neben den aktuellen OpenAI-Modellen stehen künftig auch Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4.1 in Microsoft 365 Copilot zur Verfügung. Beide Modelle lassen sich im Researcher-Agent und in Copilot Studio einsetzen. Damit verfolgt Microsoft eine Strategie, verschiedene Anbieter innerhalb der eigenen Plattform nutzbar zu machen, um KI-gestützte Arbeitsprozesse breiter abzusichern und flexibler zu gestalten.

Integration in den Researcher-Agent

Im Researcher können Anwender zwischen OpenAI- und Anthropic-Modellen wählen. Der Agent führt mehrstufige Analysen aus, greift auf Datenquellen wie E-Mails, Chats, Dokumente und Besprechungsnotizen zu und erstellt daraus strukturierte Auswertungen oder Textentwürfe.

Claude Opus 4.1 ist für komplexe Schlussfolgerungen optimiert und soll inhaltlich dichte Aufgaben wie Marktanalysen oder Trendberichte übernehmen. Die Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Modellen erlaubt eine gezieltere Steuerung der Ergebnisse, erhöht aber zugleich die Komplexität bei der Modellbewertung und erfordert eine klare Governance für Datenzugriffe.

Nutzung in Copilot Studio

In Copilot Studio stehen die Anthropic-Modelle als zusätzliche Auswahloption zur Verfügung. Administratoren und Entwickler können damit eigene Unternehmensagenten erstellen, Workflows automatisieren und Multiagent-Systeme aufbauen. Das Zusammenspiel von Modellen aus dem Azure Model Catalog mit Claude und GPT-basierten Varianten erlaubt flexible Kombinationen für spezialisierte Aufgaben.

Technisch gesehen entsteht damit ein heterogenes KI-Ökosystem, das neue Möglichkeiten eröffnet, aber auch Risiken in der Konsistenz der Ergebnisse und im Fehlermanagement birgt.

Technische und organisatorische Implikationen

Die Anthropic-Modelle sind nicht in Microsoft-verwalteten Umgebungen gehostet. Sie unterliegen den Nutzungsbedingungen von Anthropic, was Datenschutz- und Compliance-Fragen aufwirft. Unternehmen müssen prüfen, welche Daten an externe Systeme übertragen werden und ob die Nutzung mit internen Richtlinien vereinbar ist. Auch die Verantwortung für Ausgabenqualität und Nachvollziehbarkeit liegt stärker beim Anwender, da unterschiedliche Modelle unterschiedlich interpretieren und bewerten.

Chancen und Grenzen der Modellvielfalt

Die Erweiterung stärkt die technologische Offenheit von Microsoft 365 Copilot und ermöglicht feinere Abstimmungen zwischen Sprachverständnis, Schlussfolgerungstiefe und Ausgabestil. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen bei der Integration in bestehende Prozesse.

Unterschiede im Antwortverhalten zwischen GPT- und Claude-Modellen können zu uneinheitlichen Ergebnissen führen, wenn Agenten parallel agieren. Zudem erhöhen sich Wartungs- und Testaufwände, sobald mehrere Modellfamilien gleichzeitig in einer Arbeitsumgebung eingesetzt werden.

Perspektive

Die Aufnahme der Anthropic-Modelle markiert einen Schritt hin zu einem modularen KI-Ökosystem innerhalb von Microsoft 365. Ob sich die Vielfalt der Modelle langfristig als Vorteil erweist, hängt davon ab, wie stabil und nachvollziehbar sich deren Ergebnisse in Unternehmenskontexte einfügen lassen. Technisch eröffnet die Kombination neue Optionen für domänenspezifische Automatisierung, erfordert aber klare Regeln für Datenflüsse, Modellbewertung und Qualitätssicherung.

(ID:50649015)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung