Microsoft Defender Privacy Protection Das VPN-Feature, das Microsoft loswerden will

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

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Microsoft Defender Privacy Protection ist dezeit noch Teil von Microsoft Defender for Individuals, das wiederum als Teil von Microsoft 365 Personal und Family erhältlich ist. Mit dieser Sicherheitslösung erhalten Nutzer eine zentrale Anwendung zur Überwachung und zum Schutz ihrer Windows-, macOS-, iOS- und Android-Geräte. Ab Ende Februar soll damit Schluss sein.

Microsoft Defender Privacy Protection verschlüsselt den Internetverkehr und verschleiert die IP-Adresse des Nutzers, um die Privatsphäre zu schützen. Microsoft schaltet das Feature zum 28. Februar 2025 ab.(Bild:  rufous - stock.adobe.com)
Microsoft Defender Privacy Protection verschlüsselt den Internetverkehr und verschleiert die IP-Adresse des Nutzers, um die Privatsphäre zu schützen. Microsoft schaltet das Feature zum 28. Februar 2025 ab.
(Bild: rufous - stock.adobe.com)

Microsoft Defender for Individuals wird automatisch beim Buchen von Microsoft 365 Personal oder Family bereitgestellt und bietet zusätzliche Schutzmechanismen, die den bereits in Windows integrierten Defender ergänzen und für mehr Sicherheit auf anderen Geräten von Nutzern sorgen. Die App lässt sich manuell herunterladen und installieren. Microsoft Defender for Individuals in Microsoft 365 Family/Personal erweitert die Funktionen des Microsoft Defender in Windows 10/11. Es ist nicht notwendig mehrere Apps zu verwalten, um maximalen Schutz zu erhalten. Für den Start ist die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto notwendig. Microsoft Defender Privacy Protection ist nicht in den Microsoft 365 Business-Plänen enthalten. Die Sicherheitsfunktionen stehen ausschließlich Nutzern von Microsoft 365 Personal und Family zur Verfügung. Die Anmeldung an dem Dienst kann daher nicht mit einer Entra ID erfolgen, sondern nur mit einem Microsoft-Konto.


Microsoft hat „Defender Privacy Protection“ erst im September 2023 vorgestellt. In einer Überraschenden Entscheidung hat das Unternehmen jetzt in einem Support-Dokument das Ende des VPN-Features zum 28. Februar 2025 angekündigt. Microsoft schreibt dazu: „Wir bewerten regelmäßig die Nutzung und Wirksamkeit unserer Funktionen. Daher entfernen wir die Funktion zum Schutz der Privatsphäre und werden in neue Bereiche investieren, die besser auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt sind.“


Funktionen von Microsoft Defender Privacy Protection

Die Privacy Protection-Funktion von Microsoft Defender verschlüsselt den Internetverkehr und verschleiert die IP-Adresse des Nutzers, um die Privatsphäre zu schützen. Dadurch wird das Surfen im Internet sicherer, insbesondere in öffentlichen oder unsicheren Netzwerken, in denen Daten und Identität potenziell kompromittiert werden könnten. Weitere Sicherheitsfunktionen sind

  • Automatische Bedrohungserkennung: Analysiert kontinuierlich die Netzwerkaktivität, um potenzielle Angriffe zu identifizieren.
  • Benachrichtigungen und Empfehlungen: Informiert die Benutzer, wenn unsichere Netzwerke erkannt werden, und gibt Anweisungen zur Risikominimierung.
  • Geräteüberwachung: Bietet einen zentralen Überblick über alle angeschlossenen Geräte.

Der Dienst bietet ein monatliches Datenlimit von 50 GB pro Nutzer. Bei Erreichen des Limits wird die Verbindungsgeschwindigkeit auf 256 Kbps reduziert, der Schutz bleibt jedoch aktiv. Nutzer können ihr verbleibendes Datenvolumen jederzeit über die Microsoft Defender App überprüfen.

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VPN in Microsoft Defender aktivieren

Microsoft Defender Privacy Protection unterstützt Windows, macOS, Android und iOS. Nutzer können die Funktion mit nur einem Klick aktivieren, wobei automatisch der beste Server ausgewählt wird. Im Gegensatz zu klassischen VPN-Diensten ist es bei Microsoft Defender nicht möglich, eine bestimmte Region oder ein Land auszuwählen. Der Fokus liegt auf der Sicherheit in unsicheren Netzwerken und nicht auf der Umgehung geografischer Einschränkungen.

Eine wichtige Einschränkung ist, dass Microsoft nicht empfiehlt, Microsoft Defender Privacy Protection auf Geräten zu verwenden, die von Unternehmen verwaltet werden. Dies könnte zu Konflikten mit den Unternehmensrichtlinien führen. IT-Abteilungen können Richtlinien für die Verwendung von Drittanbieter-VPNs haben, die im Konflikt mit Defender Privacy Protection stehen.

Schutz vor unsicheren WLANs

Zusätzlich bietet Microsoft Defender for Individuals Funktionen zur Erkennung unsicherer WLAN-Netzwerke. Die Anwendung prüft automatisch, ob ein WLAN-Netzwerk als sicher eingestuft werden kann und warnt den Benutzer, wenn Risiken erkannt werden. In solchen Fällen wird empfohlen, die Funktion Privacy Protection einzuschalten, um die Verbindung abzusichern. Defender for Individuals erkennt dabei verschiedene Attacken und kann Anwender vor diesen schützen:

  • Evil Twin Attack: Angreifer erstellen gefälschte WLAN-Hotspots mit bekannten Namen, um Nutzerdaten abzufangen.
  • Man-in-the-Middle-Angriff: Cyberkriminelle positionieren sich zwischen Nutzer und Netzwerk, um Daten mitzulesen oder zu manipulieren.
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Installation und Nutzung von Microsoft Defender for Individuals

Die Einrichtung erfolgt in wenigen Schritten direkt über die Microsoft Defender App. Diese lässt sich über den Microsoft-Store und über die Microsoft-Webseite installieren. Microsoft Defender for Individuals ist in mehreren Ländern verfügbar, unter anderem in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Kanada. Microsoft plant, die Verfügbarkeit in Zukunft auf weitere Regionen auszudehnen. Nach der Installation erfolgt die Anmeldung an Microsoft Defender.

Die Privacy-Protection-Funktion lässt sich einfach über den Schieberegler "Datenschutz" aktivieren. Diese steht nach dem Start der App zur Verfügung. Über "Geräteschutz" zeigt das Dashboard von Microsoft Defender for Individuals die Geräte an, die ein Nutzer an sein Microsoft-Konto angebunden hat. Über diesen Weg lassen sich auch Smartphones und Tablets mit Android und iOS/iPadOS schützen. Sobald weitere Geräte angebunden sind, zeigt das Dashboard im Microsoft Defender diese bei "Geräteschutz" an. Hier ist auch zu sehen, ob auf einzelnen Geräten Aktionen notwendig und ob die Geräte ausreichend geschützt sind.

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