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Tool-Tipp: AccessChk und AccessEnum Mit AccessChk und AccessEnum Berechtigungen im Griff

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Microsoft bietet mit AccessChk und AccessEnum zwei Sysinternals-Tools an, mit denen die Berechtigungen von Verzeichnissen und Freigaben schnell und einfach überprüft werden können. Auch das Auslesen von Berechtigungen für die Registry ist mit diesen Tools möglich. Wir zeigen die Vorgehensweise in der Praxis mit einem Video.

Wie man mit den kostenlosen Microsoft-Tools AccessChk und AccessEnum Berechtigungen für Verzeichnisse in Windows-Netzwerken im Griff behält, zeigen wir in diesem Tool-Tipp.
Wie man mit den kostenlosen Microsoft-Tools AccessChk und AccessEnum Berechtigungen für Verzeichnisse in Windows-Netzwerken im Griff behält, zeigen wir in diesem Tool-Tipp.
(© flydragon - stock.adobe.com)

Um Berechtigungen für Verzeichnisse auszulesen, kann zunächst das Befehlszeilen Tool AccessChk genutzt werden. Mit AccessChk kann in der Eingabeaufforderung eine ausführliche Liste angezeigt werden, welche Rechte ein Benutzer oder eine Gruppe auf Dateien, Verzeichnisse, Dienste oder die Registry hat. Das Tool hilft dabei, die Berechtigungen auch für verschachtelte Ordnerstrukturen zu verstehen. Das Tool steht im Archiv auch als 64-Bit-Variante zur Verfügung. Die Syntax lautet:

accesschk [-s][-r][-w][-n][-p][-k][-c]|[-d]] <Benutzername> <Datei, Ordner, Registrykey oder Dienst>
Option Auswirkung
-c Diese Option wird verwendet, wenn es sich um einen Dienst handelt. Wird der Platzhalter * eingegeben, zeigt das Tool die Rechte für alle Systemdienste an.
-d Verarbeitet nur Ordner
-k Diese Option liest Rechte in der Registry aus, zum Beispiel HKLM\SOFTWARE
-n Zeigt nur Objekte an, für die kein Zugriff besteht
-p Angeben eines Prozessnamens. Die Option unterstützt auch den Platzhalter *
-r Zeigt nur Leserechte an
-s Rekursive Abfrage
-w Zeigt nur Schreibrechte an
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Wie man mit den kostenlosen Microsoft-Tools AccessChk und AccessEnum Berechtigungen für Verzeichnisse in Windows-Netzwerken im Griff behält, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

AccessChk in der Praxis

Wenn die Rechte des Benutzers „joosc“ für das Verzeichnis „C:\Vertrieb“ angezeigt werden soll, wird der folgende Befehl verwendet:

accesschk joosc c:\vertrieb

Bei jeder Datei erscheint die Information, ob Leserechte (R), Schreibrechte (W) oder beides (RW) bestehen.

Sollen die Zugriffsberechtigungen für einen Benutzer für einen bestimmten Registrykey geprüft werden, kann zum Beispiel der folgende Befehl verwendet werden:

accesschk -kns joos\joosc hklm\software

Wird kein Benutzernamen angegeben, sondern nur ein Verzeichnis oder ein Pfad der Registry, zeigt AccessChk alle Benutzerkonten und deren Rechte auf den Ordner an.

Anzeigen von effektiven Berechtigungen für ein Verzeichnis

AccessChk ist auch für Skripts geeignet und um zu überprüfen, welche effektiven Berechtigungen Anwender oder Gruppen haben. Effektive Berechtigungen sind die Berechtigungen, die ein Anwender auf einen Ordner oder eine Datei hat, auch auf Basis seiner verschiedenen Gruppenmitgliedschaften. Es handelt sich bei den effektiven Rechten, also um das Gesamtergebnis aller Rechte, abzüglich eventuell vorhandener Verweigerungen von Rechten.

Um die effektiven Berechtigungen mit Bordmitteln anzuzeigen, wird in den Eigenschaften des Verzeichnisses die Registerkarte „Sicherheit“ geöffnet und dann die erweiterten Einstellungen mit der Schaltfläche „Erweitert“. Auf der Registerkarte „Effektiver Zugriff“ sind die entsprechenden Informationen zu sehen. Hier sind alle speziellen Berechtigungen zusammengefasst, die ein Benutzer für das entsprechende Verzeichnis hat. Um die Berechtigungen für einen Benutzer anzuzeigen, wird über „Einen Benutzer auswählen“ ein Benutzerkonto ausgewählt.

Wie man mit den kostenlosen Microsoft-Tools AccessChk und AccessEnum Berechtigungen für Verzeichnisse in Windows-Netzwerken im Griff behält, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

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AccessEnum – AccessChk mit grafischer Oberfläche nutzen

AccessChk kann auch mit einer grafischen Oberfläche genutzt werden. Dazu steht das ebenfalls kostenlose Tool AccessEnum aus den Sysinternals-Tools zur Verfügung. Mit dem Tool kann die Berechtigungsstruktur für Verzeichnisse, auch im Netzwerk, überprüft werden. AccessEnum kann direkt gestartet werden, eine Installation ist nicht notwendig. Das Tool kann auch ohne AccessChk genutzt werden, es nutzt aber die gleiche Technologie.

Die Berechtigungen im Dateisystem sind in der Zugriffssteuerungsliste der (ACL, Access Control List) gespeichert. Während der Anmeldung wird für den Benutzer ein Zugriffstoken generiert, das die Sicherheits-ID (SID) des Benutzerkontos enthält, sowie die SIDs der Gruppen, in denen der Benutzer Mitglied ist. Die ACL stellt eine wichtige Grundlage für das Auslesen von Berechtigungen dar.

Mit AccessEnum steht also eine grafische Oberfläche für AccessChk zur Verfügung, mit der die Berechtigungen eines Benutzers oder einer ganzen Gruppe für Verzeichnisse oder Teile der Registry überprüft werden können. In der Oberfläche muss dazu nur das jeweilige Verzeichnis ausgewählt werden.

Das Tool zeigt auch an, wenn Rechte für ein Verzeichnis, eine Datei oder einen Pfad in der Registry verweigert wurde. Der Ordnernamen ist in der Spalte „Path“ zu sehen, in der Spalte „Read“ sind die Lese-Rechte aufgeführt, bei „Write“ die Schreib-Rechte und bei „Deny“ ist zu sehen, ob Rechte auch verweigert wurden.

Ein Anwender, der zum Beispiel Schreibrechte auf den Ordner „c:\users\joost“ und alle darunterliegenden Ordner besitzt, aber über kein Schreibrecht auf den Ordner „C:\Users“ verfügt, wird mit dem Eintrag „C:\Users\Joost“ und dem Namen des Kontos in der Spalte „Write“ dargestellt.

Über das Menü stehen Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ist die Option „Show Local System account“ aktiviert, zeigt AccessEnum auch die Zugriffsrechte des lokalen Systemkontos. Deaktivieren Administratoren diese Option, ignoriert das Tool die Zugriffsrechte, die sich auf den lokalen Systemaccount (NT-AutoritätSystem) beziehen.

Über die Option „File display options“ lässt sich festlegen, dass das Tool nur dann die Rechte von untergeordneten Objekten anzeigt, wenn diese von dem entsprechenden übergeordneten Objekt abweicht.

Mit einem Klick auf die Spaltenüberschriften können die Einträge sortiert werden. Über die Schaltfläche „Registry“ kann auch innerhalb der Registrierungsdatenbank nach Berechtigungen gesucht werden.

Vor allem bei der Kontrolle der Berechtigungen für verschiedene Freigaben hilft das Tool einen schnellen Überblick zu erhalten, welche Benutzer und Gruppen Zugriffe auf die verschiedenen Ordner haben. Kann das Tool die Rechte nicht korrekt lesen oder die Sicherheits-ID (SID) nicht umsetzen, wird das angezeigt.

Wie man mit den kostenlosen Microsoft-Tools AccessChk und AccessEnum Berechtigungen für Verzeichnisse in Windows-Netzwerken im Griff behält, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist