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Business Continuity auch im Home-Office Mit Datenkontinuität zur Geschäftskontinuität

Autor / Redakteur: Ines Wolf* / Dr. Jürgen Ehneß

Die Art und Weise, wie viele von uns arbeiten, hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verändert. COVID-19 hat uns dazu gezwungen, neue Wege der Zusammenarbeit zu finden. Für viele Unternehmen bestand und besteht die Herausforderung darin, Geschäftskontinuität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die neue Arbeitssituation zu berücksichtigen.

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COVID-19 war der Auslöser für viele Unternehmen, zumindest teilweise auf Home-Office umzustellen. Die Business Continuity muss dennoch gewährleistet sein.
COVID-19 war der Auslöser für viele Unternehmen, zumindest teilweise auf Home-Office umzustellen. Die Business Continuity muss dennoch gewährleistet sein.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die plötzliche Notwendigkeit für Mitarbeiter, von zu Hause aus zu arbeiten, hat viele Unternehmen unter immensen Druck gesetzt und in allen Branchen Löcher in die Datensicherungsstrategien gerissen. Zwar haben sich viele Unternehmen pflichtgemäß auf Cyber-Bedrohungen und Ransomware-Angriffe vorbereitet, doch für viele waren die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Mitarbeiter nicht vorhersehbar. Viele Unternehmen und Branchen waren auf die aktuelle Situation nicht vorbereitet und mussten kurzfristig einen Plan erarbeiten, der den Mitarbeitern entgegenkam, ohne die Produktivität zu beeinträchtigen.

6 Schritte zur erfolgreichen Business Continuity

Um eine erfolgreiche Weiterführung der Geschäftsprozesse zu gewährleisten, müssen sich Unternehmen auf eine erfolgreiche Datenkontinuität konzentrieren. Wenn sie sich an die heutigen Arbeitseinschränkungen anpassen wollen, sollten sie die folgenden bewährten Verfahren berücksichtigen:

1. Health-Check der bestehenden Infrastruktur

Die Prüfung der bestehenden Infrastruktur zusammen mit dem IT-Team ist wichtig, um zu entscheiden, was daran verbessert werden muss. Auch bringt die Situation mit Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, neue Anforderungen. Unternehmen können so sehen, ob sie genau diesen Anforderungen gewachsen sind. Dazu gehören die Bewertung der Sicherheit von kritischen Daten, die von der Belegschaft verwendet werden, sowie die Zugangsmöglichkeiten von Programmen, Datenbanken und Servern.

2. Sicherheit geht vor

Unternehmen müssen feststellen, ob ihre bestehende Infrastruktur sicher genug ist, um der steigenden Zahl von Mitarbeitern im Home-Office gerecht zu werden. Da die Mehrheit der Belegschaft virtuell auf Materialien zugreifen wird, müssen die Daten sicher abrufbar sein. Unternehmen sollten sich mit ihren IT-Teams beraten, um die Arbeitsabläufe in ihrem Unternehmen auch aus der Ferne sicher zu gestalten.

3. Assets schützen

Unternehmen müssen bei der Sicherung ihrer Assets genauso sorgfältig vorgehen wie bei ihrer Erstellung. Die Durchführung von Backups kann dazu beitragen, das Schlimmste zu verhindern, falls Malware in ein Netzwerk eindringt oder ein Ransomware-Angriff stattfinden sollte. Unternehmen können alle kritischen Daten durch regelmäßig geplante Backups mit erprobten und bewährten Methoden schützen. Aber sie sollten nicht den Fehler begehen, sich bei der Durchführung von Backups auf Einzelpersonen zu verlassen, die aus der Ferne arbeiten – die haben ohnehin genug zu tun. Stattdessen sollten sie als Teil ihres Business-Continuity-Plans einen regelmäßigen Zeitplan für automatisierte Backups aufstellen.

4. Backup-Optionen: Was wird tatsächlich benötigt?

Bei der Erwägung ihrer Backup-Optionen sollten Unternehmen zunächst ihre Anforderungen berücksichtigen. Indem sie ihre Daten in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit einstufen, können sie helfen, die beste Backup-Strategie zu bestimmen. Daten, die über einen langen Zeitraum aufbewahrt werden, aber auf die nur selten zugegriffen werden muss, können auf einem kostengünstigeren Speichermedium gespeichert werden. Im Gegensatz dazu stehen beispielsweise Daten, auf welche die Belegschaft schnell und regelmäßig zugreifen muss.

Unternehmen sollten sich dabei an die 3-2-1-1-Regel halten: drei Kopien von kritischen Daten, die auf zwei verschiedenen Medien gespeichert werden. Dabei wird eine Kopie offline und eine andere offsite aufbewahrt.

5. Nichts überstürzen

Wer plötzlich im Home-Office arbeiten muss, sieht sich mit neuen Formen von Stress konfrontiert. Natürlich ist es verlockend, alle neuen Workflow-Strategien auf einmal einzuführen. Aber es ist besser, sie nach und nach umzusetzen. So wird nicht nur vermieden, dass für Mitarbeiter noch mehr Stress entsteht. Die neuen Strategien können auch besser getestet und Fortschritte klar und deutlich mit dem Team kommuniziert werden.

6. Mitarbeiter zum Thema Datensicherheit schulen

Wenn fast 100 Prozent der Belegschaft von zu Hause aus arbeiten, ist Aufklärungsarbeit in Sachen Datensicherheit von großer Wichtigkeit. Es ist entscheidend, dass die Mitarbeiter den Wert der Daten verstehen, wenn diese auch aus der Ferne abrufbar sein sollen. Die Verwendung von Technologien oder Methoden zur gemeinsamen Nutzung von Daten, die nicht vorher überprüft wurden, und die Verwendung unsicherer Netzwerke kann zu einer Vielzahl von Problemen führen. Diese Probleme können sich leicht vervielfachen, wenn Dokumente und E-Mails in den Netzwerken der Organisation ausgetauscht werden.

Datenspeicher ist nicht gleich Datenspeicher

Wenn es um die Sicherung von Daten geht, haben Unternehmen eine Reihe von Datenspeicheroptionen zur Auswahl. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile jeder dieser Optionen in Betracht zu ziehen, um zu verstehen, welche den individuellen Bedürfnissen eines Unternehmens am besten gerecht wird:

  • Public-Cloud-Storage bietet skalierbaren Speicher, der große Datenmengen verarbeiten kann. Ist allerdings eine schnelle Wiederherstellung von Daten erforderlich, kann dies kostspielig werden oder, zum Beispiel wegen Netzwerkverzögerungen, einige Zeit in Anspruch nehmen. Zudem hat Public-Cloud-Storage häufig unklare oder versteckte Gebühren.
  • Festplattenlaufwerke (HDD) oder Solid-State-Laufwerke (SSD) sind beliebte Optionen, die hohe Kapazität und schnelle Leistung bei reduzierter Wiederherstellungszeit bieten. Es gibt jedoch drei primäre Nachteile dieser Speicherart. Erstens sind Festplatten, die an ein Netzwerk angeschlossen sind, anfällig für Malware oder Ransomware-Angriffe. Zweitens muss man die Kosten zum Beispiel für Platz im Rechenzentrum, Verwaltung und Wartung der Ausrüstung sowie Strom und Kühlung berücksichtigen. Drittens können Hochleistungs-Festplatten-Arrays schnell kostspieliger werden als andere Speicheroptionen.
  • Die Speicherung von Objekten vor Ort (On-Premises) ist eine der flexibelsten Optionen. Diese Technologie speichert Informationen als Objekte und ist die beste Form der Speicherung für große unstrukturierte Datensätze. Die Skalierbarkeit ist nahezu unbegrenzt, und die Kosten werden minimiert, wenn die Daten auf verschiedene Nodes verteilt sind. Zur Unterstützung des Objektspeichers ist jedoch eine Vor-Ort-Infrastruktur erforderlich, was kleine und mittlere Unternehmen oft abschreckt, diese Technologie zu nutzen.
  • Tape On-Premises kann ein ideales Speichermedium für Datensicherung und -archivierung sein, solange weiterhin Festplatten verwendet werden, um die Recovery Point Objectives (RPOs) und Wiederherstellungszeiten (RTOs) zu erreichen. Tape ist eine Schlüsseltechnologie zur Aufbewahrung von Offline-Kopien. Einer der Hauptvorteile ist die Unveränderlichkeit der Daten, da sie auf Tape in einer sicheren Partition in der Bibliothek gespeichert werden, die nicht mit dem Netzwerk verbunden ist. Diese Daten laufen nicht Gefahr, durch Ransomware oder andere Malware korrumpiert zu werden und befinden sich sicher außerhalb der Reichweite von Hackern. Es ist auch die kostengünstigste Option für Backup und Archivierung. Zu den Nachteilen gehören jedoch langsame Abrufzeiten und ein Mangel an IT-Personal mit Fachkenntnissen im Bereich Tape-Technologie. Zudem kommt die menschliche Komponente hinzu: Da Tape von Menschen bedient werden muss, birgt es das Risiko menschlicher Fehler. Das ist, insbesondere zu einer Zeit, in der die Belegschaften aus der Ferne arbeiten, nicht ideal. Sie können dieses Risiko jedoch beseitigen, indem Sie die Tape-Bibliothek partitionieren, um einen sicheren Speicherort innerhalb der Bibliothek zu schaffen, der für Anwendungen nicht zugänglich ist. Diese Partitionen sind für Anwendungen von außen nicht zugänglich. Niemand kann versehentlich Tapes aus dem Vault online stellen und so potenziellen Bedrohungen aussetzen. Diese Partitionen enthalten keine Tape-Laufwerke, die zu verwahrenden Tapes bleiben sicher in der Bibliothek. So sind sie vor falscher Handhabung, Beschädigung und Verlust geschützt.

Ines Wolf, Manager Presales CE bei Quantum.
Ines Wolf, Manager Presales CE bei Quantum.
(Bild: Quantum)

Die Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse kann, oberflächlich betrachtet, wie eine unüberwindbare Herausforderung erscheinen, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Wenn Sie diese Tipps befolgen und die verschiedenen verfügbaren Speicheroptionen sorgfältig abwägen, können Unternehmen die Herausforderungen der Geschäftskontinuität, die mit Arbeit im Home-Office verbunden ist, erfolgreich meistern.

*Die Autorin: Ines Wolf, Manager Presales CE bei Quantum

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