WLAN ist nicht immer die beste und sicherste Lösung Mobile Security dank Funktechnologien wie UMTS, GPRS und Bluetooth
Wireless LAN nach IEEE 802.11 ist relativ konkurrenzlos. Es gibt keine andere Funktechnologie, die hinsichtlich Bandbreite, Reichweite und Einsatzbereich mit IEEE-802.11-WLAN konkurrieren könnte. Wohl aber existieren Technologien, die sich für bestimmte Einsatzbereiche besser eignen. Zumeist kommen sie in Mobil- oder Smart-Telefonen zum Einsatz: Bluetooth, GPRS oder UMTS sind manchmal einfach nützlicher – und auch hinsichtlich der Sicherheit sind sie weit weniger problematisch.
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Wenn man WLAN als Ersatz für ein Ethernet definiert, so war Bluetooth als Ersatz für USB-artige Technologien gedacht. Bluetooth kennt nur ad-hoc-Verbindungen von maximal acht Geräten, die sich in einer Entfernung von wenigen Metern befinden müssen. Die Höchstbandbreite beträgt 3 Mbit pro Sekunde.
Für die Peripherie reicht das zwar aus, aber nicht für ein Netzwerk, in dem größere Datenmengen verschoben werden sollen. Es gibt Planungen für eine neue Bluetooth-Generation mit enorm höheren Bandbreiten, aber dies dürfte – wenn überhaupt – erst in mehreren Jahren relevant werden.
Der große Vorteil von Bluetooth ist die schmerzlose Einrichtung. Ein Bluetooth-Gerät sendet automatisch seinen Namen und die angebotenen Dienste, sodass der Benutzer eines anderen Geräts den Kontakt ohne jede Schwierigkeit herstellen kann.
Im Computerbereich hat sich Bluetooth kaum durchgesetzt: Bandbreitenintensive Peripherie (Scanner, Drucker, Platten usw.) verwendet weiterhin USB – und für Eingabegeräte wie Tastaturen und Mäuse stehen erprobte und funktionierende proprietäre Funktechnologien bereit. Anders im Bereich der Mobiltelefone, wo sich Bluetooth schnell als Technologie zur Anbindung von Headsets und zur Kommunikation zwischen Handys durchsetzen konnte.
Im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung – denn immer wieder erscheinen Meldungen in der Fach- und allgemeinen Presse hinsichtlich Hackerangriffen – ist die Sicherheit bei Bluetooth recht hoch. Alle beschriebenen Angriffsformen, zum Beispiel das Cracken der Bluetooth-PIN durch Abhören des Funkverkehrs, sind bestenfalls im Proof-Of-Concept-Stadium.
Hingegen stellt Bluetooth-Spam (üblicherweise Versuche der romanischen Kontaktaufnahme) natürlich eine reelle Belästigung dar, die sich aber einfach durch das Umschalten in den nicht-sichtbaren Modus bekämpfen lässt. Dass viele Bluetooth-Anwender (absichtlich oder ungewollt) sichtbar bleiben, könnte ein großes Problem darstellen, falls sich tatsächlich einmal ein Exploit findet, der sich dann lawinenartig als Wurm verbreitet. Aber auch dies ist nur Theorie.
UMTS und andere Mobilfunk-Datendienste
Während Bluetooth in der üblicherweise verwendeten Konfiguration weit weniger Reichweite bietet als WLAN, entfällt bei UMTS und anderen Mobilfunk-Datendiensten die Reichweitenfrage ganz: Wo ein entsprechendes Mobilfunknetz aufgebaut ist, stehen die Dienste zur Verfügung. Allerdings findet die Kommunikation stets zwischen UMTS- oder GSM-Endgerät und Netzbetreiber statt, nie zwischen den Endgeräten selbst.
Schon vor UMTS gab es GPRS. Die meisten heutigen GSM-Handys unterstützen GPRS. Der Vorteil ist die hohe Verfügbarkeit von GSM, der Nachteil die völlig unzureichende Geschwindigkeit. Praktisch ist eine GPRS-Verbindung sogar langsamer als eine ISDN-Leitung (rund 60 Kilobit pro Sekunde).
Eine Verbesserung der GPRS-Technologie stellt EDGE dar. EDGE erlaubt derzeit in Deutschland rund 200 Kilobit pro Sekunde, was immerhin für eine Internetverbindung akzeptabel ist. Ursprünglich wurde EDGE als Zwischenschritt vor UMTS angesehen. Da sich UMTS in Deutschland aber nicht in der von den Betreibern gewünschten Geschwindigkeit durchsetzen konnte und es deshalb nach vor große Versorgungslücken gibt, zumal im ländlichen Bereich, wurde nachträglich noch EDGE gestartet.
Vor- und Nachteile von UMTS
Die schnurlose Datentechnologie schlechthin bleibt aber UMTS. Für diese Funktechnik benötigt man zwar spezielle Endgeräte, dafür sind aber die Datenraten enorm. Allerdings schwankt die genaue Bandbreite je nach Netzbetreiber und sogar Stadt. Sofern der Betreiber die Breitbandtechnologie HSDPA unterstützt (gilt derzeit für alle Betreiber außer E-Plus), sind zumindest etwas mehr als 1 Megabit pro Sekunde möglich. In besser versorgten Orten und bei entsprechender Hardware stehen auch mehr als 3 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Diese Werte sind allerdings nur Durchgangsstationen. Mit dem Fortschreiten der Technologie und des Netzausbaus werden Vielfache davon möglich sein.
Das große Problem bei UMTS sind die Kosten, und zwar insbesondere im Roaming-Verkehr. Während die Benutzung eines WLAN-Hotspots im Ausland preislich zwischen kostenlos und 30 Euro im Nobelhotel schwankt, können für UMTS problemlos mehrere Tausend Euro am Tag anfallen.
Immerhin haben GPRS und UMTS einen großen Vorzug: Da die Verbindung nur zur nächsten Funkzelle besteht und der Anbieter selbst die Internetverbindung herstellt, gibt es keine Schwachstellen, bei denen sich Hacker einklinken könnten. Es ist also ungleich ungefährlicher, ein Laptop per UMTS online zu bringen als mit WLAN.
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