Mit Pinch erstellen Computer-Laien maßgeschneiderter Malware Nach dem Baukasten-Prinzip mit wenigen Klicks zum Trojaner
Um fremde Rechner auszuspähen, ist nicht zwingend technisches Hintergrundwissen erforderlich. Dies belegt der Trojaner-Baukasten Pinch, dessen Funktionen vom Security-Spezialisten Panda Software erläutert werden. Wenige IT-Grundkenntnisse sind demnach ausreichend, um sich per Malware finanziell zu bereichern.
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Durch Trojaner-Baukästen wie beispielsweise Pinch 2 Pro Builder 2.6 können mittlerweile auch technisch unversierte PC-Nutzer ihre ganz persönliche Malware erstellen. Panda Software hat das Malware-Tool genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die Produktion eines Eigenbau-Trojaners erschreckend einfach ist. Zwar sind Virenbaukästen nichts neues, Pinch bietet aber im Gegensatz zu bekannten Tools umfangreiche Funktionen bei einfacher Bedienung.
So lassen sich beispielsweise mit wenigen Klicks Trojaner basteln, die Passwörter auf einem infizierten System stehlen. Auf diese Weise gelangen die Malware-Produzenten in den Besitz von Zugangsdaten zu verschiedenen Anwendungen wie ICQ, Mozilla, Opera und verschiedenen FTP-Programmen sowie eigentlich geschützten Windows-Passwörten.
Ebenso erlaubt das Tool Keylogging, heimliches Anfertigen von Screenshots oder das Abfangen von Browserdaten. Die erschlichenen Daten werden per HTTP oder SMTP an den Urheber des Trojaners weitergeleitet.
Tarnen und Täuschen
Infizierte Rechner können auch als Proxy verwendet und damit zum Beispiel als Spam-Versender genutzt werden. Auch Backdoor-Funktionen oder ein IRC-Bot lassen sich implementieren. Um nicht direkt von Antiviren-Programmen identifiziert und ausgeschaltet zu werden, lässt sich der Eigenbau-Trojaner mit Selbstschutz-Funktionen wie dem Abschalten bestimmter Prozesse oder einem Tarnkappenmodus ausstatten.
Sind alle Eigenschaften des Selfmade-Schadcodes festgelegt, genügt ein Mausklick, um den Trojaner zu kompilieren und auf arglose Internetnutzer loszulassen. Im Toolkit ist ein Parser enthalten, der die Auswertung der vom Trojaner übertragenen Dateien erleichtern soll. „Das größte Risiko von Pinch ist dessen einfache Bedienung. Selbst Kriminelle, die im Computerbereich keine Fachkenntnisse besitzen, können das Tool einsetzen“, erläutert Luis Corrons, technischer Leiter der Panda-Antivirenlabors.
Laut Panda Software ist das Malware-Kit günstig erhältlich. Genaue Angaben zum Preis der in Foren gehandelten Software macht der Antivirenspezialist aber nicht.
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