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Dieser Streetworker nimmt IT-Sicherheit nicht als „Lösung von der Stange“ wahr, sondern fasst diese als eine auf das Unternehmen zugeschnittene Sicherheitskonfiguration auf. Seine Strategie zeichnet sich deshalb durch große Beweglichkeit und ein Interesse am interdisziplinären Austausch aus. Er tritt in permanenten Dialog zwischen den Interessen ein, und er bindet auch die spezifische Unternehmenskultur in seine Überlegungen mit ein. Sein Motto: Sich in den anderen hinein versetzen, ohne die eigenen Belange aufzugeben.
Dieses Modell verkörpert eine lebendige und antihierarchisch geprägte bzw. organisierte Sicherheitskultur und Sicherheitsarchitektur. Der Streetworker befindet sich somit auf gleicher Augenhöhe zu den Mitarbeitern und fungiert deshalb als eine Art „Digital-Analog-Wandler“. Um dies zu bewerkstelligen, nimmt er jedoch in Kauf, sich selbst mehr zu öffnen und ein eigenes Sicherheitsrisiko in Kauf zu nehmen, um der analogen Sichtweise der Kollegen besser zu begegnen.
In der Praxis setzt dieses idealtypische Modell jedoch eine profilierte Identität des Arbeitgebers voraus, die einen offenen Dialog zulässt. Sprich, weniger ausgeprägte Hierarchien, in denen der CISO sich entfalten kann. Nur mal kurz anheuern und wieder in das vermeintlich nächst bessere Arbeitsumfeld abzutauchen, sei nicht die Sache des Streetworkers, so die Bilanz der Studienautoren.
Die von dem Streetworker bevorzugte Strategie setzt nämlich intern nicht auf Spaltung und Abgrenzung, sondern auf das Verzahnen zwischen analoger und digitaler Perspektive. Aus diesem Persönlichkeitsprofil resultierten effektive und unkonventionelle Maßnahmen wie etwa Awareness-Maßnahmen auf Basis von Comics, Give-Aways oder ein unterhaltsamer Internetauftritt, der dennoch für sicherheitskritische Belange sensibilisiere. Die dadurch gestärkte interne Glaubwürdigkeit der Sicherheitsphilosophie strahlt somit indirekt auch auf betriebswirtschaftliche Belange zurück.
Welche Welle rollt auf den CISO künftig zu?
Denn der CISO, der sich als Streetworker verstehe, meistert die permanente Gratwanderung im alltäglichen Risikomanagement am ehesten. Ihm könne es gelingen, „20 Prozent Risiko“ einzusetzen und gemeinsam mit den Mitarbeitern zu verantworten. Die „zentrale Kontrollinstanz“ hingegen versucht laut der Studie von known_sense die 20-prozentige Belastung gleich gänzlich zu eliminieren und quasi auf ein unbeschwertes Dasein hinzuarbeiten.
Der CISO, der sich als „Sicherheitsservice“ versteht, droht dabei sogar komplett an seinen hochgesteckten Ansprüchen zu zerbrechen, denn die Quadratur des Kreises scheint kaum auflösbar. Sie besteht darin, das Grundniveau in der IT-Sicherheit auf 80 Prozent heraufzuschrauben, obwohl der „Sicherheitsservice“ selbst bereits mehr als 20 Prozent des Risikos verantwortet -, auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine theoretisch wie praktisch nahezu unlösbare Aufgabe.
Seite 3: CISO zeichnet sich nicht durch reine Finanzmathematik aus
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