Tochter der DZ Bank Easy Credit dementiert Cyberangriff

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Aktuellen Threat Montoring Feeds zufolge wurde Easy Credit Opfer einer Ransomware-Attacke. Die Bankgruppe Team Bank behauptet jedoch, es handle sich dabei um einen Täuschungsversuch.

Über 186.000 Datensätze mit personenbezogenen Daten will die Hackergruppe Everest von Easy Credit gestohlen haben.(Bild: ©  vilaiporn - stock.adobe.com / KI-generiert)
Über 186.000 Datensätze mit personenbezogenen Daten will die Hackergruppe Everest von Easy Credit gestohlen haben.
(Bild: © vilaiporn - stock.adobe.com / KI-generiert)

Die Ransomware-Gruppe „Everest“ behauptet, Easy Credit erfolgreich gehackt und sensible Informationen gestohlen zu haben. Easy Credit ist ein Sofortkredit-Produkt der Team Bank. Diese wiederum ist ein Tochterunternehmen der Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank – die zweitgrößte Bank Deutschlands nach der Deutschen Bank.

Angeblich wollen die Cyberkriminellen 186.500 Kundendatensätzen gestohlen haben. Darunter seien Vornamen, Nachnamen, Adressen, Postleitzahlen, E-Mail-Adressen und Telefon­num­mern von Kunden.

Cyberangriff oder Täuschungsversuch?

Auf Nachfrage bei Easy Credit, erläuterte eine Pressesprecherin gegenüber Security-Insider, die Team Bank habe zwar einen Erpressungsversuch erhalten. Doch die vermeintlichen Beispiel-Datensätze, die die Akteure als Beweis übermittelt hätten, seien keine Daten der Team Bank. Die forensische Analyse habe darüber hinaus ergeben, dass keinerlei Hinweise auf einen Datenabfluss hindeuten würden.

Zuerst hatte das Newsportal Cybernews über den Vorfall berichtet. Demnach würde Everest die gestohlenen Daten am 15. September 2025 veröffentlichen wollen. Team Bank spricht von einem „Täuschungsversuch“, den das Unternehmen zur Anzeige gebracht habe.

Mittlerweile ist es eine gängige Taktik von Cyberkriminellen, vorzutäuschen, sich erfolgreich in ein Unternehmen gehackt zu haben. Stattdessen stecken oft Initial Access Broker dahinter, die ihnen ältere, legitime Zugriffsdaten verkaufen. Oftmals liegt dabei der initiale, erfolgreiche Cyberangriff weit in der Vergangenheit. Auch listen die Kriminellen die Opfer oft auf ihren Leak-Seiten und drohen mit der Veröffentlichung mutmaßlich gestohlener Daten, ohne das tat­säch­lich ein Angriff stattgefunden hat. So wollen die Akteure Druck auf ihre Opfer ausüben. Ob dies im Falle von Easy Credit so ist, bleibt allerdings eine Vermutung.

Everest ist Ledger, einem Hersteller von Hardware-Walltes, zufolge seit 2020 aktiv und steht in Verbindung mit Russland. Die Gruppe habe sich darauf spezialisiert, Kunden- sowie Finanzdaten zu erfassen und zu verschlüsseln, um damit ihre Opfer zu erpressen. Für ihre Attacken würden sich die Hacker zunächst ein geeignetes Ziel suchen und dessen Computersystem oder Netzwerk infizieren. Mithilfe von Phishing-E-Mails, schädlichen Downloads, Exploit-Kits oder Schwachstellen im Remote Desktop Protocol (RDP) verbreiten sie sich im Netzwerk des Opfers.

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