CISA warnt vor aktiv ausgenutzter CVE-2024-21182 Alte Oracle-WebLogic-Lücke gefährdet über 1.500 ungepatchte Server

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Eine im Juli 2024 gepatchte Schwachstelle in Oracle WebLogic Server steht jetzt auf der CISA-KEV-Liste, fast zwei Jahre nach dem verfügbaren Fix. An­grei­fer ohne Zugangsdaten greifen über T3 und IIOP auf kritische Server­daten zu. Über 1.500 exponierte Server sind bis heute nicht gepatcht.

Die Oracle-WebLogic-Lücke CVE-2024-21182 erlaubt Datenzugriff ohne Anmeldung via T3 und IIOP. Über 1.500 Server sind fast zwei Jahre nach dem Patch noch anfällig.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Die Oracle-WebLogic-Lücke CVE-2024-21182 erlaubt Datenzugriff ohne Anmeldung via T3 und IIOP. Über 1.500 Server sind fast zwei Jahre nach dem Patch noch anfällig.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hat CVE-2024-21182 am 01.06.2026 in den Katalog der Known Exploited Vulnerabilities aufgenommen und bestätigt damit eine Ausnutzung in freier Wildbahn. US-Bundesbehörden mussten die Lücke nach der Binding Operational Directive 22-01 bis zum 04.06.2026 schließen. Auffällig ist der zeitliche Abstand, denn Oracle lieferte den Fix bereits mit dem Critical Patch Update im Juli 2024. Die Aufnahme fast zwei Jahre später deutet auf einen anhaltenden Bestand verwundbarer Server im produktiven Betrieb hin. Den CVSS-3.1-Basiswert beziffert Oracle auf 7,5 und ordnet ihn als hoch ein. Der Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:N/A:N zeigt eine reine Vertraulichkeits­verletzung ohne Auswirkung auf Integrität oder Verfügbarkeit.

Angriff über die Kernkomponente von WebLogic

Die Lücke sitzt in der Core-Komponente von Oracle WebLogic Server, einem weit verbreiteten Java-Applikationsserver innerhalb der Oracle Fusion Middleware. Betroffen sind die Versionen 12.2.1.4.0 und 14.1.1.0.0. Der Angriff gelingt aus dem Netzwerk, ohne Authentifizierung und mit geringer Komplexität. Als Einfallstor dienen die proprietären Protokolle T3 und IIOP, über die WebLogic die Remote Method Invocation (RMI) zwischen Servern und Clients abwickelt.

Beide Protokolle lauschen in Standardkonfigurationen auf dem Port 7001 und bilden seit Jahren die Angriffsfläche für gravierende WebLogic-Schwachstellen. Ein erfolgreicher Zugriff führt nach der Beschreibung von Oracle zu unbefugtem Einblick in kritische Daten bis hin zum vollständigen Lesezugriff auf alle über den Server erreichbaren Informationen. Konkrete Angaben zu Tätergruppen oder Schadcode hat CISA bislang nicht veröffentlicht.

Exponierte Server im Netz und Gegenmaßnahmen

Daten des Suchdienstes Shodan zufolge sind weiterhin über 1.500 Oracle-WebLogic-Server aus dem Internet erreichbar und für CVE-2024-21182 anfällig, der Großteil davon unter Version 12.2.1.4.0, der Rest unter 14.1.1.0.0. Frühere Lücken in T3 und IIOP haben Angreifer wiederholt für den Aufbau von Botnetzen, das Schürfen von Kryptowährung und die Verteilung von Ransom­ware genutzt, was die Dringlichkeit der aktuellen Warnung unterstreicht.

Administratoren sollten das Oracle-Patch aus dem Critical Patch Update einspielen und prüfen, ob ihre WebLogic-Instanzen die betroffenen Versionsstände tragen. Lässt sich ein Update nicht zeitnah ausrollen, empfiehlt sich die Beschränkung des Netzwerkzugriffs auf T3 und IIOP über Firewalls und Connection Filter sowie die Abschirmung der Verwaltungsports gegenüber dem offenen Internet. Internetseitig erreichbare Server ohne Schutzmaßnahmen sollten bis zur Korrektur vom Netz getrennt werden.

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