Tool-Tipp: Kismet Wireless

Passiver Open-Source-Sniffer für Funknetzwerke

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Wie man mit Kismet Wireless Informationen über WLAN-Netze sammelt, zeigen wir in diesem Tool-Tipp-Artikel mit Video und Bilderstrecke.
Wie man mit Kismet Wireless Informationen über WLAN-Netze sammelt, zeigen wir in diesem Tool-Tipp-Artikel mit Video und Bilderstrecke. (© sdecoret - stock.adobe.com)

Kismet Wireless ist ein passiver Netzwerksniffer für WLANs. Mit einem WLAN-Adapter im Monitormodus sammelt das passive Tool viele wichtige Informationen über alle in der Umgebung verfügbaren WLAN-Netzwerke. Experten können so in der eigenen WLAN-Umgebung auf Fehlersuche gehen. Das kostenlose Open-Source-Tool gibt es für Linux, macOS und Windows.

Das Open-Source-Tool Kismet Wireless überwacht mit WLAN-Adapter im Monitormodus den verfügbaren Bereich auf WLANs. Im Fokus von Kismet steht Linux. Auch für FreeBSD und macOS X steht Kismet zur Verfügung. Wer das Tool auf Windows-Rechnern nutzen will benötigt Cygwin. Mit Kismet Wireless lassen sich Netzwerke auf Sicherheitslücken überprüfen, da festgestellt werden kann, ob ein WLAN Probleme macht.


Wie man mit Kismet Wireless Informationen über WLAN-Netze sammelt, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

Kismet sammelt WLAN-Pakete auf

Kismet zeigt verfügbare WLANs übersichtlich an und kann auch Informationen zu WLANs bezüglich der Sicherheit und Signalstärke anzeigen. Dazu werden Datenpakete von anderen WLAN-Clients mit Kismet gesammelt. Durch das Auffangen der Datenpakete kann Kismet auch WLANs entdecken, deren SSIDs versteckt sind. Verborgene WLANs sind ohnehin nicht vor Sniffern geschützt, die auch Datenpakete von anderen WLAN-Clients abfangen.

Kismet sammelt zwar nur passiv Daten von anderen WLAN-Clients, kann dafür aber aktiv Warnungen erzeugen, wenn unbekannte Clients eine Verbindung mit dem WLAN aufgebaut haben. So können also nicht nur fremde WLANs auf Sicherheitslücken überprüft werden, sondern Administratoren können eigene WLANs auf Sicherheitslücken überprüfen. Für Profis kann Kismet auch mit GPS-Empfänger zusammenarbeiten. So lassen sich WLANs auf Landkarten dokumentieren.

Optimaler Betrieb unter Linux

Zwar kann Kismet mit Cygwin generell auch auf Windows-Rechnern genutzt werden, ist aber eher für Linux geeignet. Hier muss darauf geachtet werden, dass der entsprechende WLAN-Adapter geeignet ist, und sich in den Monitormodus versetzen lässt. Das ist eine Voraussetzung für Kismet. Die Installation in Linux kann zum Beispiel mit „sudo apt-get install kismet“ erfolgen. Wer sichergehen will, dass er die neuste Version nutzt, sollte direkt auf der Webseite des Entwicklers die entsprechenden Dateien herunterladen. Nach dem Download und der Installation der Systemdateien startet der Assistent für Kismet. Mit diesem werden die notwendigen Einstellungen vorgegeben. Hier kann auch festgelegt werden, mit welchen Rechten Kismet starten soll und welche Benutzer das Recht haben sollen mit Kismet zu arbeiten.

Nach der Einrichtung muss Kismet noch angepasst werden. Das kann in der aktuellen Version auch direkt in der Oberfläche des Tools erfolgen. Kismet kann jederzeit im Terminal mit dem Befehl „kismet“ gestartet werden, nachdem das Tool installiert ist. Über die einzelnen Menüpunkte lassen sich die Funktionen von Kismet aufrufen und konfigurieren. Auch Aktionen lassen sich hier durchführen. Die Einstellungen von Kismet werden über das Menü „Kismet\Preferences“ konfiguriert. Die Einstellungen an dieser Stelle werden In den Konfigurationsdateien von Kismet gespeichert.

In den Einstellungen von Kismet muss bei „Kismet\Sources“ der Netzwerkadapter eingetragen werden, auf den das Tool nach Paketen lauschen soll. Um sich die Bezeichnungen der einzelnen Adapter anzuzeigen, wird „iwconfig“ verwendet. Um den Chipsatz in Erfahrung zu bringen wird der folgende Befehl verwendet:

lspci | grep -i net

Die Daten des WLAN-Adapters sollten in der Datei „/etc/kismet/kismet.conf“ eingetragen werden. Die Optionen, die Kismet braucht, werden in der Readme-Datei angezeigt. Um Kismet neu im Terminal zu starten, wird im Terminal einfach der Befehl „kismet“ oder „sudo kismet“ eingegeben.


Wie man mit Kismet Wireless Informationen über WLAN-Netze sammelt, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

Fehler beheben und auf die korrekten Rechte achten

Erscheinen Fehler im Fenster muss man darauf achten, dass Kismet mit genügend Rechten startet und der richtige Adapter eingetragen ist. Damit Kismet Daten sniffern kann, muss der entsprechende WLAN-Adapter im Monitoring-Modus betrieben werden. Die Syntax dazu ist:

sudo airmon-ng start <Netzwerkadapter>

Um gleich beim Start den korrekten WLAN-Adapter zu verwenden, kann Kismet auch mit der Syntax kismet -c <Netzwerkadapter> gestartet werden. Mit der Option „-c“ kann bereits beim Start der richtige Adapter verwendet werden.

Im Hauptfenster von Kismet stehen im oberen Bereich die Menüs zur Verfügung. Bei „Kismet“ lassen sich Einstellungen für Kismet vornehmen. Der Menüpunkt „Sort“ hilft vor allem dabei die Anzeige der gefundenen WLANs anzupassen. Hier lassen sich nach verschiedenen Optionen Filter setzen. Über „View“ lässt sich festlegen, welche Informationen überhaupt angezeigt werden sollen. Der Menüpunkt „Windows“ kann beim Anzeigen von Informationen zu den gefundenen WLANs genutzt werden. Über „Kismet“ wird zum Beispiel auch eingestellt welche Kanäle genauer gescannt werden sollen.

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Achtung vor illegaler Nutzung

Kismet eignet sich zwar auch für das Wardriving, also das Hacken von WLANs, in dem unerlaubt Daten von WLANs mitgeschnitten werden. Es versteht sich von selbst, dass der Einsatz des Tools nur bei eigenen Netzen erfolgen sollte. Vor allem in Umgebungen mit mehreren WLANs kann Kismet dabei helfen die Sicherheit der WLANs zu überprüfen, aber auch deren Signalstärke. Generell ist der Einsatz aber vor allem auf Linux-Rechnern sinnvoll. Zwar kann Kismet auch auf Windows-Rechnern genutzt werden, allerdings gibt es hier andere Tools, die ohne zusätzliche Konfiguration auch in Windows funktionieren. Wer aber häufiger WLANs absichern muss, sollte sich die Möglichkeiten von Kismet ansehen, vor allem zum Erstellen von Warnungen.

Wie man mit Kismet Wireless Informationen über WLAN-Netze sammelt, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

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